Davos Klosters Bergbahnen: Viel Schnee lässt Erträge steigen

Fehlender Sonnenschein am Wochenende verhindert besseres Ergebnis.

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Die neue Parsenn Bahn ist ein Beispiel der hohen Investitionen in den letzten Jahren. Quelle: Destination Davos Klosters Stefan Schlumpf

Die Davos Klosters Bergbahnen AG (DKB) konnte im Geschäftsjahr 2017/18 von der Fortsetzung der Stabilisierung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken profitieren. Nachdem sich bereits im Vorjahr eine Entspannung abzeichnete, verbuchte die Gesellschaft im Berichtsjahr ein ansehnliches Umsatzplus von 4.2% auf 62.6 Mio. CHF. Auch war im Berichtsjahr „wieder einmal richtig Winter“ mit Schnee im Überfluss, schreibt das Unternehmen im neuesten Geschäftsbericht. Diesen positiven Einflüssen auf den Umsatz stehen die ungünstigen Witterungsbedingungen mit deutlich weniger schönen Tagen entgegen. So gab es im letzten Winter fast nie zwei schöne Wochenendtage nacheinander. Ein Blick auf die Entwicklung der Ersteintritte ins Haupt-Skigebiet mit einem kleinen Plus von 1.9% verdeutlicht dies. Deutlich stärker legte das im Konzernabschluss enthaltene Gebiet Rinerhorn mit einem Plus von 16.3% zu. So legten die Winterersteintritte gesamthaft – hierin ist auch das Gebiet Pischa enthalten – um 3.2% zu. Noch etwas stärker stiegen die Verkehrserträge mit plus 4.2% auf 38.4 Mio. CHF.

Starker April lässt Umsätze anschwellen

Der positive April 2018 war massgeblich verantwortlich für das Umsatzplus im Geschäftsjahr, unterrichtet die DKB ihre Anteilseigner. Positive Auswirkungen hatte auch der neue Tarif „Familien plus“ bei der Topcard (Saisonkarte für mehrere im Kanton Graubünden gelegene Skigebiete). Der Wegfall von Frosch Ferienreisen im Hotel Derby führte zu einem Umsatzausfall von 0.5 Mio. CHF, der der DKB „Bauchschmerzen“ bereitete. Neben dem höheren Verkehrsertrag stiegen auch die Einkünfte aus den Hotels und den Restaurants dank der um 4.7% angestiegenen Logiernächte um 3.5% auf 17.6 Mio. CHF an. Tiefere Einnahmen aus den Liegenschaften und geringere Werbeerträge liessen die übrigen Erträge um 2.2% auf 5.9 Mio. CHF sinken. Massiv höher fielen die aktivierten Eigenleistungen mit 0.7 Mio. CHF nach 0.2 Mio. CHF im Vorjahr aus. Hier wurden vor allem im Zusammenhang mit dem Neubau des Sessellifts Furka zahlreiche Eigenleistungen von den Mitarbeitern der DKB erbracht.

Striktes Kostenmanagement

Wie bereits in den Vorjahren setzte die Gesellschaft auf ein striktes Kostenmanagement. So stieg der wichtigste Kostenblock, die Personalausgaben, nur marginal um 0.6% auf gut 19 Mio. CHF an. Das Plus geht ausschliesslich auf das Konto der längeren Betriebszeit bei der Rinerhornbahn, die einen Anstieg um über 14% auf 2.5 Mio. CHF verbuchte. Beim Betriebsaufwand konnte der Vorjahreswert von 17.7 Mio. CHF gehalten werden. Während die Arbeiten für die Pistenpräparation wegen der grossen Schneemengen grösser waren, gingen die Ausgaben für Energie zurück. Zudem wurden die Marketingausgaben gesenkt. So konnte trotz des höheren Materialaufwands ein Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) von 11.3% auf 23.3 Mio. CHF verbucht werden. Die ordentlichen Sachabschreibungen gingen um 0.7 Mio. CHF auf 17.4 Mio. CHF zurück. Das von der DKB ausgewiesene EBIT stieg daher massiv von 1.9 Mio. CHF im Vorjahr auf 5.1 Mio. CHF an. Im Gegensatz zum Vorjahr führte die DKB betriebswirtschaftlich nicht notwendige Abschreibungen im Umfang von 3.5 Mio. CHF durch, die dem ausserordentlichen Aufwand belastet wurden. Dies führte zusammen mit den um 0.3 Mio. CHF auf 0.9 Mio. CHF erhöhten Steuern zu einem Rückgang des Reingewinns um 35% auf 1.2 Mio. CHF. Die Aktionäre sollen wie in den Vorjahren eine Dividende von 3.60 CHF pro Aktie erhalten.

Eröffnung Parsenn Resort im laufenden Geschäftsjahr

In der kommenden Wintersaison wird das von der Tochtergesellschaft Mountain Facilities erstellte Parsenn Resort eröffnet. Zusammen mit dem Grundstück werden die Kosten 23 bis 24 Mio. CHF betragen, wovon im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 bereits 17 Mio. CHF investiert wurden. Insgesamt werden 30 Ferienwohnungen in drei Häusern erstellt. Bereits verkauft wurden Wohnungen im Wert von 10 Mio. CHF. Dieser Betrag werde im laufenden Geschäftsjahr verbucht. Gesamthaft sollen im laufenden Geschäftsjahr 10.5 Mio. CHF investiert werden. Weiter abgebaut werden sollen die Schulden. Als schwierig betrachtet wird angesichts der aktuellen politischen Situation in Europa eine weitere Entspannung beim Euro. Daher wird am straffen Kostenmanagement festgehalten.

Fazit

Die Geschäftszahlen der Davos Klosters Bergbahnen fallen insgesamt erfreulich aus. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft wieder ausserordentliche Abschreibungen durchgeführt. Dies führte zu einem deutlich tieferen Gewinnausweis als im Vorjahr. Für die Ermittlung der Kennzahlen sind analog des Vorjahres vor allem die Werte des Einzelabschlusses der Davos Klosters Bergbahnen heranzuziehen. Hier fällt ein massiv höher ausgewiesener Cashflow aus Geschäftstätigkeit von 26.9 Mio. CHF nach 15 Mio. CHF im Vorjahr auf. Das Plus geht grossteils auf das Konto der Veränderung des Nettoumlaufvermögens, das im Berichtsjahr um 5.7 Mio. CHF zunahm nach einer Abnahme um 4.3 Mio. CHF im Vorjahr. Dies basiert vor allem auf dem Parsenn Resort respektive den hiermit zusammenhängenden Forderungen der DKB gegenüber der Tochtergesellschaft Mountain Facilities. Ebenfalls zur Steigerung des Geldflusses beigetragen hat das bessere Ergebnis des Geschäftsjahres.

Der für die Bewertung der Gesellschaft massgebliche Casfhlow ist um die ausserordentlichen Faktoren zu bereinigen, da es sich hierbei um Einmaleffekte handelt. Diese umfassen die positive Veränderung von Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften von 4.6 Mio. CHF, denen der Gewinn aus der Veräusserung von Anlagevermögen im Umfang von 2.6 Mio. CHF gegenübersteht. Letzterer resultiert aus dem Verkauf des Parsenn Resorts von der Davos Klosters Bergbahnen AG an die Tochtergesellschaft Mountain Facilities. Der massgebliche Cashflow beträgt 24.9 Mio. CHF. Bei einem Gesamtvolumen der Sachanlagen zu Anschaffungswerten von 492 Mio. CHF ist die DKB so in der Lage, die Erneuerung aller Anlagen in knapp 20 Jahren ohne die Aufnahme von Fremdmitteln zu finanzieren. Damit gehört die Gesellschaft auch weiterhin zu den besten Vertretern der Branche. In dieser Rechnung nicht berücksichtigt sind mögliche Verkaufsgewinne aus dem neuen Resort, die der Gesellschaft zufliessen werden.

Die Bilanzkennzahlen wurden gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert und können mittlerweile insbesondere dank der Investitionen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, als akzeptabel angesehen werden. Auf der Basis des Einzelabschlusses konnte die Eigenmittelquote von 31.6% im Vorjahr auf 36.8% gesteigert werden. Deutlich schwächer stellt sich indessen die Konzernbilanz dar. Hier ging der Eigenfinanzierungsgrad von bereits unterdurchschnittlichen 28.7% weiter auf 26.2% zurück. Hierbei nicht übersehen werden darf der Abbau der langfristigen Verbindlichkeiten um 3.5 Mio. CHF auf 44.2 Mio. CHF, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 11.8 Mio. CHF auf 26.5 Mio. CHF angestiegen sind. Der deutliche Unterschied zwischen dem Einzel- und Konzernabschluss resultiert aus dem Parsenn Resort und dürfte sich im laufenden Geschäftsjahr mit den geplanten Wohnungsverkäufen deutlich reduzieren. Die Reduktion der Verschuldung ist dennoch ein wichtiges Thema, das von der Gesellschaft auch aktiv angegangen wird. Gleichzeitig erhalten die Aktionäre auch Dividendenzahlungen, die angesichts der Ertragskraft des Unternehmens vertretbar sind.

Die Aktien der Davos Klosters Bergbahnen werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis der letztbezahlten Kurse von 228 CHF sind die Titel mit einem deutlichen Agio gegenüber dem Buchwert von rund 74 CHF bewertet. Hierbei darf nicht übersehen werden, dass die Gesellschaft nicht unerhebliche stille Reserven besitzt. Daher kann das Kurs/Buchwert-Verhältnis allenfalls als grober Schätzwert zur Ermittlung des fairen Aktienpreises angesehen werden. Analog stellt sich die Situation beim KGV dar. Der wirtschaftliche Gewinn übersteigt den in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Gewinn deutlich. Eher geeignet zur Ermittlung des fairen Preises ist das EBITDA und insbesondere das Verhältnis des EBITDA im Verhältnis zum Unternehmenswert EV/EBITDA. Dieses beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr 6 und kann als durchschnittlich angesehen werden. Als Kriterium herangezogen werden kann auch die Dividendenrendite von 1.6%. Diese fällt trotz des aktuellen Tiefzinsumfelds allerdings eher tief aus. Dank der hohen stillen Reserven und des dem Unternehmen zuzurechnenden Gewinns erscheinen die Papiere insgesamt als nicht überbewertet. Sie eignen sich vor allem für Anleger mit einem Faible für Bergbahntitel und einem Bezug zur Region. Kursrücksetzer können keinesfalls ausgeschlossen werden.

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