Bank Leerau: Ende des Zinsmargendrucks zeichnet sich ab

Mit Neubau des Hauptsitzes "ein Zeichen setzen"

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Ein Zeichen für die Region setzen: Der neue Hauptsitz der Bank Leerau. Bild: casarema.ch

Die Bank Leerau Genossenschaft bezog 2018 den neuen Hauptsitz in Leerau. Damit will sie ein Zeichen setzen, wie die Regionalbank im jüngsten Geschäftsbericht schreibt. Das Institut sieht sich selbst nicht nur als Bank, sondern auch als ein Entwickler der Region Aarau-Sursee. Neben dem neuen Bankhauptsitz wird eine weitere Liegenschaft anstelle des früheren Hauptsitzes, der zwischenzeitlich abgebrochen wurde, erstellt. Die elf exklusiven Mietwohnungen werden ab dem 1. Oktober 2019 bezugsbereit sein. Auch eine Arztpraxis soll im 1. Stock des Bankgebäudes eröffnet werden.

Hohe Bautätigkeit fördert Kreditnachfrage

Die anhaltende Bautätigkeit führte zu einem weiteren Anstieg der Kundenausleihungen um 4,8% auf 609.9 Mio. CHF. Demgegenüber steht ein Rückgang der Kundengelder um 1,4% respektive minus 6.8 Mio. CHF auf 493.9 Mio. CHF. Der Bank Leerau gelang es hierbei nicht, den bewussten Abbau teurer Vorsorgegelder der 2. Säule im Umfang von 31.8 Mio. CHF zu kompensieren. So ging denn auch der Deckungsgrad der Kundenausleihungen durch eigene Gelder von sehr hohen 86,1% im Vorjahr auf noch überdurchschnittliche 81% zurück.

Deutlich zuzulegen konnte die Regionalbank beim Zinserfolg. So stieg der Bruttozinserfolg um 9,7% auf 8.6 Mio. CHF an. Neben dem um 3,3% höheren Zinsertrag wirkte sich vor allem der um 17,2% auf 2.05 Mio. CHF gesunkene Finanzaufwand stark positiv auf das Zinsdifferenzgeschäft aus. Im zinsindifferenten Geschäft konnten die Kommissions- und Dienstleistunsgerträge auf dem Vorjahresniveau von 1.2 Mio. CHF gehalten werden, während der Handelserfolg um fast einen Drittel auf 0,3 Mio. CHF fiel. Der zum Grossteil aus dem Liegenschaftsbereich bestehende übrige ordentliche Erfolg legte um 9,2% auf 0.4 Mio. CHF zu.

Trotz der Aufwendungen für den Bezug des neuen Hauptsitzes konnte der Geschäftsaufwand um 5,6% gesenkt werden Dabei gingen sowohl die Personal- als auch die Sachausgaben mit minus 3,4% respektive minus 7,7% zurück. Bei um gut 50’000 CHF niedrigeren Veränderungen von Wertberichtigungen und unveränderten Abschreibungen resultierte ein markantes Plus des Geschäftserfolgs von 25,8% auf 4.9 Mio. CHF. Das Finanzinstitut nutzte das bessere Ergebnis zu einer Äufnung der Reserven für allgemeine Bankrisiken um 2.5 Mio. CHF nach 2.1 Mio. CHF. Wegen des Wegfalls ausserordentlicher Erträge von 0.5 Mio. CHF führte dies in der Summe zu einem bescheidenen Gewinnplus von 1,8% auf 1.4 Mio. CHF. Die Anteilsinhaber erhalten eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Ausschüttung von 8.50 CHF pro Anteilsschein.

Fazit

Die Geschäftszahlen der Bank Leerau fallen sehr erfreulich aus. So konnte die Bank nicht nur die Aufwendungen für den Bau des neuen Hauptsitzes problemlos verkraften. Die Investitionen in das neue Gebäude betrugen 4.1 Mio. CHF. Gleichzeitig ist es gelungen, sich dem Zinsmargendruck zu entziehen, wie das stark überproportionale Plus des Zinserfolgs gegenüber der Entwicklung des Ausleihungsvolumens deutlich aufzeigt. Als hervorragend angesehen werden kann die tiefe Cost-Income-Ratio von 43,1%. Das Zahlenwerk zeigt auf, dass die Bank trotz der Förderung der Region, die sie sich auf die Fahnen geschrieben hat, sehr gute Zahlen erwirtschaftet.

Die Genossenschaftsanteile der Bank Leerau werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Für die selten gehandelten Titel wird aktuell nur ein Geldkurs von 420 CHF gestellt, ohne dass Verkaufsangebote bestehen. Anleger, die einen Erwerb der Papiere ins Auge fassen, können diese direkt bei der Bank selbst erwerben und ebenso dort verkaufen. Aktuell werden die Anteile für 450 CHF zum Verkauf angeboten und für 410 CHF angekauft.

Schnäppchenjäger können versuchen, die Papiere günstiger als für 450 CHF zu erwerben respektive für mehr als 410 CHF zu verkaufen. Auf der Basis des aktuellen Verkaufskurses der Papiere weisen die Titel eine auch im aktuellen Tiefzinsumfeld eher tiefe Ausschüttungsrendite von 1,9% auf. Gleichzeitig werden die Titel mit einem massiven Abschlag von 48% zum ausgewiesenen Buchwert per 31. Dezember 2018 bewertet. Als sehr günstig angesehen werden kann das KGV auf der Basis des Geschäftserfolgs. Dieses beträgt für das abgelaufene Jahr tiefe 6.

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