Rapid Holding: Gewinn und Dividende gehen zurück – Übergangsjahr erwartet

Akquisitionen drücken auf das Ergebnis

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Die Rapid Gruppe war 2019 nicht in der Lage, die konstant guten Ergebnisse der Vorjahre zu wiederholen. Bedingt durch Kosten im Zusammenhang mit den strategischen Akquisitionen der beiden Firmen Brielmaier Motormäher GmbH und KommTek GmbH, einem Umsatzrückgang bei Rapid Technic AG und der Aufwertung des Frankens sank das EBIT auf 1.8 Mio. CHF (VJ: 3.4 Mio.).

Strategische Übernahmen drücken auf die Profitabilität des Landmaschinenherstellers. Bild: zvg 

Gestärkte internationale Position

Akquisitionsbedingt kann der 2019 erzielte Gesamtumsatz von 51.2 Mio. CHF nicht direkt mit dem Vorjahr verglichen werden, wie Rapid in einer Medienmitteilung am Mittwoch schreibt. Bei der Rapid Technic AG ging der Umsatz sowohl im Kernbereich Land- und Kommunaltechnik als auch im Contract Manufacturing zurück. Die Erschliessung neuer Märkte durch die beiden übernommenen Firmen Brielmaier und KommTek lässt dafür auf eine positive Entwicklung in der Zukunft hoffen. In allen Bereichen drückte der starke Franken den Umsatz nach unten.

Kennzahlenübersicht Rapid Holding AG. Quelle: Geschäftsbericht 2019

Bei den beiden während des Geschäftsjahres 2019 übernommenen Firmen stehe vorerst der Aufbau passender Führungsstrukturen im Vordergrund, vermeldet Rapid. Danach soll durch Aufgabenverteilungen und eindeutige Verantwortlichkeiten höhere Effizienz geschaffen werden. Die Integration der beiden Unternehmen verlaufe nach Plan. Langfristig will die Rapid Gruppe durch die beiden zugekauften Unternehmen ihre internationale Position stärken und die Abhängigkeit vom Alpenraum verringern.

Gewinn und Dividende sinken

Unter dem Strich vermeldet Rapid fürs Geschäftsjahr 2019 einen Reingewinn von 1.2 Mio. CHF, was im Vergleich zu den 2.6 Mio. CHF aus dem Vorjahr einem Rückgang von rund 55% entspricht. Um 10 Mio. CHF höhere Kosten, zu einem guten Teil ausgelöst durch die Akquisitionen, sind hauptsächlich verantwortlich für das schlechtere Ergebnis. Wie bereits im Halbjahresbericht angekündigt, richtet die Rapid Gruppe ihre Ausschüttung neu nach dem operativen Gewinn aus. Deshalb beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 22. April 2020, die wegen der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ohne physische Teilnahme der Aktionäre stattfinden wird, eine Dividende von 15 CHF je Aktie (VJ: 50 CHF) auszuzahlen.

Fazit

Zu den zuletzt auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X gehandelten Kursen von 550 CHF ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,7%. Dies ist im aktuellen Umfeld zwar nach wie vor ansprechend, im Vergleich zu den 7,7% von Ende 2018 jedoch enttäuschend. Allerdings war die Dividendenreduktion zu erwarten. Auch das sehr hohe Kurs-/Gewinnverhältnis von 52 vermag nicht zu überzeugen. Mit einer P/B-Ratio von 1.5 liegt der aktuelle Kurs der Aktie um beinahe 50% über dem Buchwert.

Künftiges Potenzial darf sich der Investor vor allem von der Integration von Brielmaier und KommTek erhoffen. Dieser Vorgang drückt momentan noch auf den Gewinn. Sobald jedoch Synergien vollständig genutzt werden können, sollte die Profitabilität wieder steigen und damit einhergehend auch die Dividende. Wieso Rapid die Führungsstrukturen und Verantwortlichkeiten nicht vor den Übernahmen festgelegt hat, was effizientes Wirtschaften schneller ermöglicht hätte, ist unklar. 

Das Jahr 2020 wird ein Übergangsjahr für Rapid. Zwar betrifft die Corona-Krise die Landwirtschaft als Hauptabnehmer der Produkte von Rapid weniger stark als andere Industriezweige. Jedoch wird die laufende Integration von Brielmaier und KommTek das Ergebnis vorerst weiter belasten. Auch wenn sich die Akquisitionen langfristig auszahlen dürften, sind kurzfristig jedoch keine grossen Kurssprünge zu erwarten.

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