Acrevis Bank: Ostschweizer Regionalbank plant Sonderdividende nach gesundem Wachstum 2020

Im Bereich der Nachhaltigkeit erreicht acrevis den Meilenstein der CO2-Neutralität

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Vereinzelte Spuren ohne richtungsweisenden Charakter – so können die wirtschaftlichen Auswirkungen bezeichnet werden, die die Covid-19-Pandemie im Jahresergebnis 2020 der acrevis Bank hinterlassen hat. Der resultierende Anstieg des Geschäftserfolges auf 25.6 Mio. CHF (+3,8%) und des Jahresgewinns auf 20.5 Mio. (+5,0%) bezeugen den erfreulich robusten Geschäftsverlauf. Aktionärinnen und Aktionäre der Ostschweizer Regionalbank profitieren von einer Sonderdividende von 3 CHF anlässlich des 10-jährigen acrevis-Jubiläums, zusätzlich zu der regulären Dividende von 34 CHF je Aktie.

Die Räumlichkeiten der acrevis Bank, wie hier die Kundenhalle am Hauptsitz in St. Gallen, blieben 2020 leerer als gewohnt, mit einem Grossteil der Mitarbeitenden im Homeoffice. Die Geschäftsleitung ist aber zum Jahresabschluss dankbar, dass die Pandemie acrevis wirtschaftlich nur in überschaubarem Masse tangiert hat. Bild: acrevis Bank AG
Geringe Wertberichtigungen wegen Corona

2011 aus dem Zusammenschluss der Bank CA St. Gallen AG und der swissregiobank AG entstanden, konnte die acrevis Bank über die letzten 10 Jahre kontinuierlich wachsen. Diese Entwicklung setzte sich auch 2020 fort und endete per Jahresende in einer Bilanzsumme von 4.9 Mrd. CHF (+7,9%). Die Kundenausleihungen legten um 3,3% auf 3.9 Mrd. zu, wovon 3.6 Mrd. (+2,3%) auf Hypothekarforderungen entfallen. Erwähnenswert sind die insgesamt 474 vergebenen Covid-19-Notkredite mit einem Gesamtvolumen von 67.1 Mio. CHF, wobei per Jahresende noch 438 mit einem Volumen von 57.6 Mio. in Anspruch genommen wurden. Wie die acrevis Bank im Geschäftsbericht 2020 informiert, wurde mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation das Kreditportfolio zudem auf zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf analysiert. Dieser ist zwar vorhanden, hält sich mit 1.0 Mio. aber in Grenzen.

Auf der Passivseite der Bilanz stiegen die Kundengelder um 5,5% auf 3.7 Mrd. CHF, wodurch sich der Deckungsgrad der Kundenausleihungen durch Kundengelder von bereits hohen 94,2% auf 96,2% erhöhte. Mit total anrechenbaren Eigenmitteln von 400 Mio. und einer Kapitalquote von 18,4% per Ende 2020 übertrifft die acrevis Bank die regulatorischen Anforderungen klar.

Finanzierungs- und Anlagegeschäft schneiden besser ab als 2019

Erfreulicherweise übertrug sich das Wachstum der Bilanzpositionen auch in die Erfolgsrechnung. So wuchs der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft praktisch im Gleichschritt mit den Ausleihungen um 3,8% auf 42.6 Mio. CHF. Korrigiert um die Wertberichtigung für Ausfallrisiken legte auch der Nettoerfolg noch um 1,3% auf 41.5 Mio. zu. Mit einem Anteil von 58,6% (Vorjahr 59,0%) ist das Zinsengeschäft nach wie vor wichtigste Ertragsquelle, jedoch konnte ein weiterer kleiner Schritt in Richtung der angepeilten Ausgleichung zum indifferenten Geschäft gemacht werden. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verbesserte sich um 8,4% auf 22.3 Mio. Laut acrevis sei dies auf rege Handelsaktivitäten an den Finanzmärkten infolge der Corona-Unsicherheiten und den Erfolg der «acrevis-invest»-Anlagelösungen zurückzuführen, während geringere Bezüge an Bankomaten als Folge der Pandemie den Kommissionsertrag leicht gedrückt hätten. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der übrige ordentliche Erfolg schlossen mit 4.4 Mio. (-6,9%) respektive 2.7 Mio. (-16.5%) schlechter ab als im Vorjahr.

Geschäftserfolg und Jahresgewinn steigen

Bei annähernd konstantem Personal- und steigendem Sachaufwand erhöhte sich der Geschäftsaufwand der acrevis Bank gesamthaft um 1,7% auf 42.7 Mio. CHF. Daraus resultiert eine zum Vorjahr praktisch unveränderte Cost-/Income Ratio von 60,2%. Unter dem Strich verbleibt ein Geschäftserfolg von 25.6 Mio. (+3,8%). Noch etwas stärker legte der Jahresgewinn mit einem Plus von 5,0% auf 20.5 Mio. zu. Ein tieferer Steueraufwand vermochte dabei die gegenüber 2019 um 0.5 Mio. erhöhte Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken zu kompensieren. Die Erhöhung sei erfolgt, da sich erst noch zeigen müsse, wie schnell sich die Wirtschaft nachhaltig von der Covid-19-Pandemie erholen könne und ob sich langfristige Folgen für die Bankenbranche ergeben würden, informiert Dr. Michael Steiner, Vorsitzender der acrevis Geschäftsleitung, in einer Medienmitteilung zum Jahresabschluss.

Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufes beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 9. April nebst der unveränderten, regulären Dividende von 34 CHF je Aktie zusätzlich die Ausschüttung einer Jubiläumsdividende von 3 CHF je Aktie. An der Generalversammlung wird es zudem zu Wechseln im Verwaltungsrat kommen. Sowohl Suzanne Gut als auch der bisherige Präsident Markus Isenrich beenden aufgrund des Erreichens der statutarischen Altersgrenze nach je 24 Jahren im Amt für die acrevis und ihre Vorgängerbanken ihre Tätigkeit. Als neue Mitglieder werden Michèle Mégroz und Marcel Föllmi vorgeschlagen, während Stephan Weigelt vom Verwaltungsrat zum Nachfolger von Markus Isenrich gewählt wurde.

Fortschritte in Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Positive Nachrichten vermeldet die im Jahresdurchschnitt 167 Mitarbeitende beschäftigende acrevis Bank nicht nur bei den Jahreszahlen, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit. So erreichte acrevis 2020 den Meilenstein CO2-Neutralität, zertifiziert durch die Stiftung myclimate. Zudem wurde ein nachhaltiges Vermögensverwaltungsmandat eingeführt und die Umstellung auf physisches Gold aus nachhaltigem, rückverfolgbarem und zertifiziertem Anbau vollzogen. Darüber informiert die Bank im neu in den Geschäftsbericht aufgenommenen kurzen Nachhaltigkeitsbericht.

Weiter erzielte die acrevis Bank, unterstützt durch die Corona-Zwänge hin zu einer virtuellen Arbeitswelt, Fortschritte im Digitalisierungsprozess. So legt der neue Internetauftritt die Basis für ein umfassendes Kundenportal, und die Digitalisierung von Prozessen wie beispielsweise die Eröffnung zahlreicher Kontoarten soll zu Effizienzgewinnen führen.

Fazit

Die acrevis Bank verzeichnete im schwierigen Geschäftsjahr 2020 solides Wachstum in beinahe allen Bereichen. Bis jetzt hat die Corona-Pandemie die Geschäftszahlen der Regionalbank nicht signifikant beeinträchtigt, in Anbetracht der nur in kleinem Umfang vorgenommenen Wertberichtigungen für Ausfallrisiken scheint acrevis auch für die Zukunft nicht damit zu rechnen. Festzuhalten gilt jedoch, dass die weitere wirtschaftliche und epidemiologische Entwicklung auch für acrevis schwierig einzuschätzen ist, weshalb sich das Unternehmen auch zurückhaltend mit konkreten Prognosen fürs laufende Geschäftsjahr gibt. Der im Vergleich zu anderen Regionalbanken verhältnismässig eher tiefe Prozentsatz des Zinsengeschäfts an den Gesamterträgen reduziert die Abhängigkeit vom Zinsniveau, was im aktuellen Umfeld mit starkem Margendruck sicherlich ein Vorteil ist.

Seit rund drei Jahren verläuft der Aktienkurs der acrevis Bank hauptsächlich seitwärts. Eine Änderung dieses Trends ist angesichts der unsicheren Wirtschaftslage nicht zu erwarten. Chart: otc-x.ch

Die Aktien der acrevis Bank AG werden ausserbörslich auf der Handelsplattform OTC-X der BEKB gehandelt. Der letztbezahlte Preis liegt bei 1’395 CHF. Während auf der Plattform viele Regionalbanken mit einem Abschlag zum Buchwert gehandelt werden, ist die acrevis Bank mit einer PB-Ratio von 1.20 verhältnismässig teuer bewertet. Dafür ergibt sich mit der beantragten Dividende von 37 CHF je Aktie aber auch eine attraktive Dividendenrendite von 2,7%. Dabei ist zusätzlich festzuhalten, dass 35 CHF aus den Reserven aus Kapitaleinlagen entnommen werden sollen und somit steuerbefreit sind. Signifikante Kursavancen scheinen in Anbetracht der hohen Bewertung und des seit drei Jahren stagnierenden Aktienkurses jedoch trotzdem unwahrscheinlich.

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