
Die Aktionäre der Regiobank Männedorf (RBM) haben der Fusion mit der Acrevis Bank mit 83,4% zugestimmt. Auch wenn die Fusion, für die eine Zweidrittelmehrheit notwendig war, durchging, wurden Verwaltungsrat und Geschäftsleitung nochmals harsch für ihre schwache Leistung in den letzten Jahren kritisiert. Bei den Abstimmungen handelten sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine Klatsche ein. Nur knapp 70,2% der Aktionäre erteilten den Gremien Entlastung.
Marschhalt gefordert
Zuvor erläuterte der Verwaltungsratspräsident nochmals die Gründe für die Fusion. Auch Michael Steiner, CEO der Acrevis, zeigte die Vorteile für Mitarbeitende und Kunden auf. Doch nicht alle der 218 anwesenden Aktionäre waren mit dem Vorgehen einverstanden. Sie kritisierten die Versäumnisse der Leitung nochmals. Der Vermögensverwalter Erhard Lee, der ein grösseres Aktienpaket vertrat, forderte einen Marschhalt für zwei Jahre, um in dieser Zeit die Bank zu gesunden und – auch mit neuen Köpfen – neu aufzustellen. Doch auf die Vorschläge von Lee wurde gar nicht eingetreten. Vielleicht war es dafür auch zu spät.
Keine Details zur Bewertung
Die Aktionäre stimmten schlussendlich der Fusion zu, auch wenn der Verwaltungsrat noch nicht einmal Details zur Bewertung der Transaktion oder gar eine Fairness Opinion präsentierte. Am Schluss wurde Verwaltungsratspräsident Thomas Stähli sogar noch bis zum Abschluss der Fusion in seinem Amt wiedergewählt. Die Aktionäre der RBM erhalten nun nach einem 1:5-Aktiensplit bei der Acrevis Bank 17 Acrevis-Aktien sowie eine Barabfindung von 200 CHF.
Fazit
Mit der Fusion, der nun noch die Aktionäre der Acrevis anlässlich der heutigen Generalversammlung zustimmen müssen, endet nach mehr als 120 Jahren die Unternehmensgeschichte als eigenständige Bank. Es geht aber auch ein langjähriges Trauerspiel zu Ende. Viel zu spät haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung auf die Veränderungen am Markt reagiert. Deutliche Signale am Markt, dass die RBM an der teuren Goldküste aufgrund ihrer geringen Grösse alleine nicht wachsen kann, wurden lange Zeit ignoriert. Enttäuschend ist auch, dass der Verwaltungsrat den Aktionären Details zur Unternehmensbewertung und zur Fairness-Opinion vorenthalten hat. Gute Governance, von der heute viel geredet wird, sieht anders aus.
Die Aktionäre der RBM müssen nun entscheiden, ob sie nach erfolgtem Aktientausch ihre Acrevis-Aktien behalten möchten oder diese am Markt veräussern. Nicht auszuschliessen ist, dass so Druck auf den Aktienkurs der Acrevis kommt. Mit einem Kurs-/Buchwerthältnis von 1.15 ist der Titel vergleichsweise hoch bewertet.





Wie das gelaufen ist, ist schlicht skandalös.
Immerhin kommt sie in gute Hände. Ein Aktionär einer der Gründerbanken der Acrevis.
Stähli mit sehr unprofessionellem Verhalten auf kritische Voten. Arroganz in Person.