schweizeraktien.net – Die Woche | 29. März 2021

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Wir starten in die verkürzte Karwoche. Doch an Osterurlaub ist derzeit wenig zu denken. Denn das «Katz-und-Maus-Spiel» mit dem Corona-Virus hält weiter an. Derzeit scheint das Virus wieder die Oberhand zu gewinnen. Und die Orientierungslosigkeit in Politik und Gesellschaft nimmt weiter zu.

Den meisten bisher publizierten Zahlen der börsenkotierten und auf OTC-X gelisteten Unternehmen waren die Folgen von einem Jahr Corona-Krise wenig anzumerken. Wie stark die Krise allerdings zuschlagen kann, haben die letzte Woche veröffentlichten Geschäftszahlen der Messe- und Veranstaltungsfirmen Bernexpo Groupe und MCH Group gezeigt. Wegen des Veranstaltungsverbots ist in Bern der Umsatz um fast die Hälfte eingebrochen, die Basler mussten sogar einen Umsatzrückgang von über 60% verkraften. Die Verluste summieren sich im zweistelligen Millionenbereich. Gleiches gilt für die Tourismusbranche.

Nach der BVZ Gruppe, der Säntis- und der Stanserhorn-Bahn werden in der nächsten Woche die Jungfraubahnen mit detaillierten Geschäftszahlen aufwarten. Der Jahresabschluss der Säntisbahn zeigt jedenfalls, dass der Fokus auf den Schweizer Gast in der Corona-Krise positive Auswirkungen hat.

Und dann gibt es noch das mühsame Dauerthema GAFI, das Aktionäre mit OTC-Affinität und auch die betroffenen Unternehmen selbst schon lange beschäftigt und zu einigem bürokratischen Zusatzaufwand führt… Die Uhr tickt! Die Frist für die Eintragung bestehender Inhaberaktien läuft nach den GAFI-Übergangsbestimmungen zum Ablauf des 30. April 2021, also bereits in einem Monat, ab. Bis zu diesem Datum haben Inhaberaktionäre ihre Meldepflichten gegenüber der Gesellschaft zu erfüllen. Nach dem 30. April 2021 bleibt betroffenen Aktionären nur noch der Gerichtsweg, um Aktionärsrechte geltend zu machen.

Leider nutzen weiterhin einzelne Gesellschaften wie die OTC-X-Spezialitäten der Westschweizer Stromproduzentin Société des Forces électriques de la Goule, die im Kanton Zug beheimatete SAE Immobilien oder die Savognin Bergbahnen die Umwandlung in Namenaktien, um künftig ausschliesslich ein internes Aktienbuch zu führen und verzichten auf eine Einführung von Bucheffekten. Damit sind die Titel nicht mehr depotfähig – und auch nicht mehr handelbar. Der Handel in La Goule- und SAE-Aktien ist bereits eingestellt, der Handel in Savognin-Titeln wird demnächst eingestellt. Ein Ärgernis für Aktionäre, da es zukünftig an einem Marktmechanismus fehlt und sie verstärkt vom «Goodwill» der Hauptaktionäre und der Verwaltung abhängig sind. Dass es auch anders – aktionärsfreundlicher! – ginge, zeigen die Niesenbahn und die Stanserhorn-Bahn, die ihre neuen Namenaktien als Bucheffekten ausgestalten.

Wer bis jetzt noch nicht bei «seinen» nicht kotierten Gesellschaften als Inhaberaktionär registriert ist, sollte dies dringend erledigen, um nicht zu riskieren, am Ende die Aktionärsrechte umständlich einklagen zu müssen oder sogar ganz zu verlieren.

Unser nächster Newsletter erscheint aufgrund der Osterfeiertage erst am 12. April 2021.

Wir wünschen Ihnen bis dahin eine schöne und zugleich erholsame Osterzeit … mit oder ohne Urlaub.

Aktuelle Artikel vom schweizeraktien.net-Team




Stanserhorn-Bahn AG: Einbruch der Gästezahl um 40% führt 2020 zu einem Verlust von mehr als 1 Mio. CHF

Stanserhorn-Bahn AG: Einbruch der Gästezahl um 40% führt 2020 zu einem Verlust von mehr als 1 Mio. CHF

Für die Zentralschweizer Stanserhorn-Bahn war 2020 ein Jahr zum Vergessen. Am Ende standen erstmals seit Bestehen der Luftseilbahnen ein negatives betriebliches Ergebnis auf Stufe EBIT und ein hoher Verlust. Nur der hohe Anteil Schweizer Gäste verhinderte ein noch schlechteres Ergebnis…

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BVZ: Fehlende internationale Gäste führen zu einem Abrutschen in die Verlustzone

BVZ: Fehlende internationale Gäste führen zu einem Abrutschen in die Verlustzone

In Zermatt auf dem Gornergrat und bei der Matterhorn Gotthard Bahn fehlen derzeit die zahlenden ausländischen Gäste. Das Tourismusunternehmen rutschte 2020 daher in die roten Zahlen. Die Perspektiven für das laufende Jahr sind auch noch nicht rosig…

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Säntisbahn: Fokus auf Touristen aus der Region zahlt sich aus

Säntisbahn: Fokus auf Touristen aus der Region zahlt sich aus

Auch die Säntisbahn durchlebte 2020 ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Das Sommergeschäft verlief gut, allerdings führten die Corona-Massnahmen zu einem weitgehenden Stillstand des Seminar- und Tagungsgeschäfts im Hotel. Insgesamt hat die Ostschweizer Bahn ein schwieriges Geschäftsjahr auch dank Schweizer Gästen aus anderen Landesteilen gut gemeistert…

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Bernexpo Groupe: Messeunternehmen schreibt wegen Corona 16.1 Mio. CHF Verlust

Bernexpo Groupe: Messeunternehmen schreibt wegen Corona 16.1 Mio. CHF Verlust

Tief dunkelrote Zahlen beim Berner Messebetreiber Bernexpo: Der Umsatz brach um 51% auf 24.4 Mio. CHF ein, der konsolidierte Verlust erreichte rekordhohe -16.1 Mio. CHF. Auf die Ausschüttung einer Dividende wird – nicht überraschend – verzichtet. Das Unternehmen strebt für das laufende Jahr dennoch ein ausgeglichenes Resultat an…

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Macro Perspective: Schafe und Wölfe an der Wall Street

Macro Perspective: Schafe und Wölfe an der Wall Street

Im aktuellen Macro Perspective-Beitrag geht der Autor der Frage nach, wie die Jagd nach «der nächsten Tesla» und die im Markt herrschende EV- und SPAC-Euphorie die Spekulationsblase immer weiter anfacht und dabei auch zweifelhafte Geschäftsmodelle blühen lässt – wie so oft in der Geschichte in Umbruchzeiten. Die systemischen Risiken steigen mit den Exzessen – und auch «schwarze Schwäne» sind da oft nicht weit…

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OTC-X: GAFI-Umstellung von Inhaber- auf Namenaktien führt zu weiteren Handelseinstellungen

OTC-X: GAFI-Umstellung von Inhaber- auf Namenaktien führt zu weiteren Handelseinstellungen

Das nahende Fristende für die verschärften GAFI-Vorschriften führt auf OTC-X zu weiteren Umwandlungen von Inhaber- in Namenaktien und in der Konsequenz auch zu weiteren Handelseinstellungen. Die GAFI-Bestimmungen und deren teilweise sehr bürokratische, umständliche und uneinheitlichte Umsetzung bleiben ein Ärgernis und Risiko für Aktionäre – und für die Unternehmen selbst! Aus aktuellem Anlass erinnern wir an dieser Stelle an unseren Beitrag vom Oktober 2020 zu den Handelseinstellungen.

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Was uns im Netz sonst noch aufgefallen ist…




MCH Group - Der Messekonzern zweifelt am versprochenen Schutzschirm des Bundes

MCH Group – Der Messekonzern zweifelt am versprochenen Schutzschirm des Bundes

Einzig bei der Neustrukturierung des Aktionariats sei die Basler MCH Group im letzten Jahr erfolgreich gewesen, schreibt die Basler Zeitung. Ansonsten war 2020 ein Desaster. Der Verlust türmt sich auf 72 Mio. CHF. Die staatlichen Hilfen scheinen dem Messekonzern nicht wirklich zu helfen…

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Europäische Anleger greifen im Februar beherzt zu riskanten Anlagen

Europäische Anleger greifen im Februar beherzt zu riskanten Anlagen

Es fliesst weiterhin viel Geld in die Finanzmärkte. Wie das Branchenportal institutional-money.com gestützt auf den «Morningstar European Asset Flows Commentary» berichtet, verwaltet die europäische Fondsbranche mehr Mittel denn je zuvor, und der Risikoappetit der Anleger bleibt hoch…

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Schweizer Finanzaufsicht bremst Spac-Boom aus

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Das Geschäft mit Spacs boomt – ausserhalb der Schweiz. Hierzulande zeigt sich die Finanzaufsicht noch skeptisch und stellt Fragen zum Anlegerschutz, wie manager-magazin.de berichtet…

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Starker Schub für Elektromobilität, aber ist die Schweiz parat?

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swissinfo.ch wagt eine Standortbestimmung, wo die Schweiz heute steht in der Elektromobilität. Als ein Risiko für eine weiter steigende Marktakzeptanz sehen Experten die eingeschränkten Lademöglichkeiten im privaten Wohnumfeld.

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Hotelkette Kempinski: Das Image leidet in der Krise

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Die Luxushotelkette Kempinski mit Sitz in Genf und – nach der Eröffnung des neuen Kempinski Palace Engelberg voraussichtlich im Sommer 2021 – zukünftig neben St. Moritz zwei Hotels in der Schweiz steckt in der Krise, und das nicht nur wegen Corona. Auch Führungsquerelen scheinen das Traditionsunternehmen zunehmend zu belasten. Nun kommt auch noch eine interne Untersuchung gegen den bis zum Jahresende 2020 amtierenden CEO Smura dazu, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet…

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CS: 20’000 Dollar «Lifestyle-Pauschale» für Investmentbanker

CS: 20’000 Dollar «Lifestyle-Pauschale» für Investmentbanker

Falls das Haushaltsgeld zum Monatsende knapp zu werden droht oder die Arbeit anstrengend ist und sehr belastend, sollten Sie – Stichwort «Work-Life-Balance» – unbedingt bei Ihrem Arbeitgeber wegen einer «Lifestyle-Pauschale» anfragen, sofern Ihr Arbeitgeber Ihnen diese nicht schon längst auf das Gehaltskonto überwiesen hat. Finews.ch berichtet u.a. über eine grosszügige Credit Suisse, die ihre Investmentbanker so bei Laune halten will. Ob die «Greensill-Banker» der CS diese auch bekommen haben angesichts mancher vermutlich schlafloser Nächte?

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