Raurica Wald: Positive Entwicklung im Pandemie-Jahr 2020

Umsatz und Gewinn legen 2020 leicht zu

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Der Holzmarkt ist von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die für Aussenstehende nicht unbedingt offensichtlich sind. Das führt zu zahlreichen Sonderfaktoren, die sich beispielsweise in Preisstürzen bei Nadelholz und gleichzeitiger relativer Preisstabilität trotz hoher Volatilität bei Rundholz niederschlagen. Daher ist Raurica Wald inzwischen zum integrierten Holz-Konzern herangewachsen, der durch die vielfältigen Tätigkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette einen starken Diversifikationseffekt erzielt. Das zeigt der Jahreschabschluss 2020. Trotz der Turbulenzen am Holzmarkt und den Auswirkungen von Pandemie und Lockdown stiegen sowohl Umsatz als auch Gewinn weiter.

Am Standort in Muttenz betreibt Raurica Wald eine moderne und sehr leistungsfähige Anlage zur Altholzverarbeitung. Quelle: rauricawald.ch

Auch die Forst- und Holzwirtschaft war von den Auswirkungen der Pandemie teilweise stark betroffen. Es gab zeitweilige Engpässe, und die Lieferketten waren beeinträchtigt. Zudem kam es im Hausbau zu Stockungen. Die Vorteile der Diversifikation zeigen sich stellvertretend bei der Beteiligung Fagus Suisse. Der noch junge Laubholzproduzent nahm erst 2020 die Produktion auf und lieferte bereits Fertigprodukte, unter anderem für die Eissporthalle Porrentruy, ein Schulhaus in Dotzigen sowie eine neue Eventhalle in Sursee. Im November 2020 war eine Kapitalerhöhung für die Beteiligung beschlossen worden, die weitere Investitionen ermöglichen soll. Die Gewinnzone soll voraussichtlich 2023 überschritten werden.

Diversifizierungsstrategie

Das Engagement für die Beteiligungen entspricht der Strategie der Diversifizierung. Im Geschäftsbericht wird darauf hingewiesen, dass die guten Erträge der letzten vier Geschäftsjahre vor allem durch die Beteiligungen zustande gekommen sind, namentlich das Kerngeschäft Holzvermarktung und die Holzkraftwerk Basel. Deren steigende Dividenden bilden die Basis des weiteren Wachstums. Sie sollen verstärkt dazu verwendet werden, in neue Geschäftsfelder zu investieren, deren gemeinsamer Nenner der Holzeinsatz ist. Dies soll auch die Abhängigkeit von den beiden bisherigen Hauptertragsquellen sukzessive verringern.

2020 – ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr

2020 stiegen die Nettoerträge von 19.6 Mio. CHF im Vorjahr auf 20.3 Mio. CHF. Die Kosten blieben nicht zuletzt wegen einer vorausschauenden Lagerpolitik gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Lediglich der Personalaufwand nahm um 0.25 Mio. CHF auf 1.77 Mio. CHF durch den verbreiterten Konsolidierungskreis zu. Auf Stufe EBITDA verbesserte sich der Betriebserfolg geringfügig auf 4.67 Mio. CHF. Wegen tieferer Abschreibungen stieg das EBIT kräftiger um 0.27 Mio. CHF auf 2.76 Mio. CHF. Das Finanzergebnis blieb negativ. Am Ende stellte sich das Jahresergebnis auf 1.88 Mio. CHF nach 1.79 Mio. CHF im Vorjahr. Die Dividende bleibt unverändert.

Käfer und Schädlinge

Zu den Sonderfaktoren zählt das Überangebot von durch Käfer geschädigten Nadelhölzern. Das drückt die Preise zusätzlich, denn der milde Winter 2019/2020 hatte die Nachfrage nach Energieholz bereits deutlich gedämpft. Unter solchen Bedingungen ist das Geschäftsgebaren nicht immer, wie es sein sollte. Raurica berichtet im Geschäftsbericht, dass Holzmengen zu fairen Preisen gekauft worden sind, um den fragwürdigen Umtrieben eines Händlers den Boden zu entziehen.

Umweltschonende Skaleneffekte durch Bündelung

Im Geschäft mit Deutschland wird die Transportlogistik auf den Wasserweg verlagert, da dies ökologisch sinnvoller sei und gleichzeitig kosteneffizient. Möglich ist dies aber nur wegen der durch die Bündelung erreichten „economies of scale“. Um die Erzielung von Skaleneffekten zum Nutzen des Waldes geht es auch bei der Digitalisierungsstrategie. Zum einen wird mit den Förstern ein eigens entwickeltes digitales Erfassungs- und Vermarktungsprojekt betrieben. Ziel ist es, bei geringeren Kosten mehr abzuwickeln. Weiterhin wird das Lieferscheinwesen digitalisiert. Bisher müssen die Scheine von Hand ausgestellt werden.

Positiver Ausblick

Bei allen Unsicherheiten bleibt der Verwaltungsrat doch recht zuversichtlich, was den weiteren Ausblick anbelangt. Durch die Konzentration auf die Bündelung und die so erreichten Skaleneffekte werde Mehrwert für Kunden und Aktionäre geschaffen. Eine wichtige Aufgabe hierbei ist auch die Erweiterung der Absatzkanäle.

Günstige Bewertung – hohe Geld-Brief-Spanne

Die Namenaktien B haben auf OTC-X seit Anfang 2020 von rund 600 CHF auf 800 CHF zugelegt. Die Bewertung ist durch die positive Gewinnentwicklung dennoch vergleichsweise moderat. Das KGV auf Basis der Zahlen von 2020 liegt unter 10, das KBV stellt sich auf 0.98. Auch die Dividendenrendite ist mit 2,5% passabel. Der Aktienhandel hat sich inzwischen zwar belebt, dennoch ist die Geld-Brief-Spanne ungewöhnlich gross. Interessierte Anleger sollten einen besseren Einstiegszeitpunkt abwarten.

Kursverlauf der Titel von Raurica Wald seit Handelsaufnahme 2014. Quelle: otc-x.ch

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