Schilthornbahn: Die Gastronomie leidet 2021 unter den temporären Schliessungen

Gästezahlen liegen 1,2% über dem Vorjahreswert

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Das Drehrestaurant auf dem Schilthorn-Gipfel verzeichnete 2021 deutlich weniger Gäste. Bild: zvg

Nach den Jungfraubahnen veröffentlichte nun die ebenfalls im Berner Oberland tätige Schilthornbahn AG erste Informationen zum Geschäftsjahr 2021. Demnach sei die Jahresbilanz durchzogen, so die Gesellschaft in einer Medienmitteilung. Die Gästezahlen der Bahnen lagen um 1,2% über dem Vorjahreswert, während die Gastronomiebetriebe stark unter den Schliessungen zwischen Weihnachten 2020 und Ende Mai 2021 litten. Ein Lichtblick bietet das Wintersportgeschäft in der Saison 2021/22: Es sei der beste Start in die Wintersaison der letzten 15 Jahren gewesen, heisst es in der Mitteilung.

48% weniger Gäste als im 5-Jahres-Schnitt

Insgesamt lagen die Gästezahlen der Bahn am Schilthorn und in Mürren im Geschäftsjahr 2021 um 1,2% über den Vorjahreswerten, aber immer noch um 48% unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dabei hat vor allem die fünfmonatige Schliessung des 360-Grad-Restaurants auf dem Schilthorn auch negative Auswirkungen auf die Gästezahlen gehabt. Mit dem Sommer hat sich das Blatt dann gewendet. «Neben Schweizer Gästen konnten auch wieder internationale Gäste aus den USA und dem arabischen Raum begrüsst werden», heisst es weiter.
Auch hätten einzelne asiatischen Gruppen das Schilthorn besucht. Sehr erfreulich entwickelten sich die Gästezahlen der Standseilbahn Mürren-Allmendhubel mit einem Plus von 13%, was dennoch unter dem Fünfjahresschnitt liegt.

Rund ein Drittel weniger Umsatz im Drehrestaurant auf Piz Gloria

Stark belastet wurden im 2021 die Gastronomiebetriebe: Im Drehrestaurant auf dem Schilthorn brachen wegen der Schliessungen im Winter und Frühjahr die Einnahmen um fast einen Drittel ein. Das Bistro Birg schnitt dank seines Take-away-Angebots leicht besser als im Vorjahr ab. Positiv verlief die Sommersaison für das Restaurant auf dem Allmendhubel, welches gemäss der Mitteilung das zweitbeste Sommerergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen erzielen konnte.

Im Hotel Alpenruh legten die Übernachtungen und der Gastronomieumsatz um 6% zu, während das Jahresergebnis des jüngst übernommenen Hotels Blumental ausgeglichen ausgefallen ist. Auf Vorjahresniveau bewegten sich auch die Umsätze in den Shops und im Merchandising. Sie lagen dennoch um 45% unter dem Niveau vor der Pandemie.

46% mehr Skifahrertage als im Vorjahr

Über den Start in die laufende Wintersaison zeigt sich das Unternehmen sehr erfreut. Die Anzahl Skier Visits lag Ende 2021 im Skigebiet Mürren-Schilthorn bei über 40’000 und damit um 46% über dem Vorjahreswert. Es sei der beste Saisonstart in den letzten 15 Jahren gewesen, so die Schilthornbahn.

Trotz der nach wie vor schwierigen Ertragslage hält das Unternehmen an seinem Grossprojekt Schilthornbahn 20XX fest. Nachdem im Herbst 2021 alle notwendigen Bewilligungen erteilt wurden, soll im Februar 2022 über die Details informiert werden. Ausserdem will die Schilthornbahn die Möglichkeiten der touristischen Nutzung im Umfeld der Stationen Schilthorn, Birg und Allmendhubel skizzieren und definieren.

Fazit

Aufgrund der ersten rudimentären Zahlen der Schilthornbahn lassen sich noch nicht viele Schlüsse auf das Geschäftsjahr 2021 ziehen. Sie deuten allerdings an, dass zumindest beim wichtigen Verkehrsertrag der Boden gefunden wurde. Erfreulich ist zudem, dass auch in der aktuellen Saison das Wintersportgeschäft wieder gut läuft. Etwas mehr Wetterglück in der Sommersaison 2022 sowie eine wieder zunehmende Reisetätigkeit der Gäste aus den Fernmärkten könnten 2022 ein erster Schritt aus dem «Pandemietal» werden.

2020 musste die Bahn bei einem Umsatz von 17.3 Mio. CHF noch einen Verlust von knapp 4 Mio. CHF verkraften. Für 2021 dürften Härtefallgelder der öffentlichen Hand den Verlust etwas abfedern. Allerdings müssen die Aktionäre dann bis 2024 auf die Zahlung einer Dividende verzichten. Nicht davon betroffen sein dürfte allerdings die Naturaldividende: Aktionäre erhalten je ein Freibillet für die Fahrt von Stechelberg auf das Schilthorn (108 CHF bzw. 54 CHF mit Halbtax) und von Mürren auf den Allmendhubel (36.40 bzw. 18.20 mit Halbtax). Bei einem Aktienkurs von 1’370 CHF, der zuletzt auf OTC-X für eine Aktie gezahlt wurde, entspricht dies einer Dividende von etwa 10% – sofern der Aktionär die Freibillete nutzen kann.

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