
Die US-Notenbank hat an ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr erwartungsgemäss eine Zinspause eingelegt. Am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Stabilisierung ab, doch die Inflation steht weiterhin über dem Zielwert von 2%. Um ein Gleichgewicht zwischen den beiden Mandaten Beschäftigung und Preisstabilität zu wahren und angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung, verzichtet die Fed vorerst auf eine Zinssenkung. Die nächsten Zinsschritte werden vom Markt frühestens im Sommer 2026 erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet man mit bis zu zwei Zinssenkungen.
In Phasen erhöhter Unsicherheit suchen Investoren häufig den «sicheren Hafen». Für viele Anleger erfüllt Gold diese Rolle, was sich nicht zuletzt am kräftig gestiegenen Goldpreis ablesen lässt. Dieser hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Aktuell notiert eine Feinunze Gold bei über 5’000 USD. Doch auch Immobilien als «Realwerte» sind gefragt.
REAL Index
Als ein «sicherer Hafen» gelten bei Investoren auch die Schweizer Immobilienaktien. Der REAL Index hat in den ersten Handelswochen im Januar um 5,17% zugelegt. Spitzenreiter im Index der börsenkotierten Schweizer Immobilienaktiengesellschaften sind die Titel von Allreal und Cham Swiss Property mit einem Plus von jeweils über 8,5% seit Jahresbeginn. Aber auch die beiden Indexschwergewichte Swiss Prime Site und PSP Swiss Property profitieren von der hohen Nachfrage. Zusätzlich erhalten die beiden zuletzt genannten Titel Unterstützung durch die jüngste Branchenstudie der UBS: Die Grossbank hebt ihre Einstufungen an. PSP Swiss Property wird neu mit «Buy» (zuvor «Neutral») bewertet, während Swiss Prime Site auf «Neutral» (zuvor «Sell») hochgestuft wird.
Die europäischen Immobilienaktien erfreuen sich derzeit ebenfalls einer stabilen Nachfrage. Der EPRA Index verzeichnet in den ersten vier Handelswochen des Jahres eine Wertsteigerung von 3,27% (nicht währungsbereinigt).
SWIIT Index
Auch die Schweizer Immobilienfonds weisen im neuen Jahr einen Wertzuwachs aus. Mit rund 605 Punkten notiert der SWIIT Index aktuell auf einem neuen Allzeithoch. Gegenüber dem Jahresschlusskurs 2025 entspricht dies einem Plus von 0,58%.
Auch am Primärmarkt nimmt die Aktivität wieder zu. Anfang Februar startet der Cronos Immo Fund mit der ersten Kapitalerhöhung des Jahres. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf rund 110 Mio. CHF. Das frische Kapital soll für den Erwerb von Immobilien, die Finanzierung von Bauprojekten und Renovationen sowie für den Abbau von Hypothekarschulden eingesetzt werden. Der Fonds investiert hauptsächlich in Wohnliegenschaften in urbanen Zentren der Westschweiz. Die Marktkapitalisierung des Cronos Immo Fund beträgt rund 1,1 Mrd. CHF.
Für das erste Quartal 2026 wurden bereits weitere Kapitaltransaktionen angekündigt. Geplant sind unter anderem Emissionen für den Helvetia Swiss Property Fund, den Edmond de Rothschild Real Estate SICAV – Commercial Income und den TrustStone Real Estate SICAV. Für April/Mai 2026 stellt die UBS zudem eine Transaktion für den UBS Property Fund – Léman Residential Foncipars im Umfang von 156 Mio. CHF in Aussicht.
Text: Thomas Marti und Florian Lemberger, SFP Swiss Finance & Property Group
Der Artikel in der Rubrik «Immobilienanlagen im Fokus» erscheint in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Immobilien-Magazin Immobilien Business.





