
Die Acrevis Bank AG blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Unterstützt durch die Integration der ehemaligen Regiobank Männedorf (RBM) erhöhte das Institut Gewinn, Geschäftsvolumen und Eigenkapital. Der Halbjahresgewinn stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 5,8% auf 13.4 Mio. CHF.
Kundenausleihungen und verwaltete Vermögen wachsen
Die Kundenausleihungen erhöhten sich per Ende Juni 2026 um 8,9% auf 4.6 Mrd. CHF. Gleichzeitig stiegen die verwalteten Vermögen (Assets under Management) um 7,5% auf 11.2 Mrd. CHF. Besonders relevant ist, dass die Bank neben den Effekten aus dem Zusammenschluss mit der ehemaligen RBM auch organisches Wachstum verzeichnete.
Zinsengeschäft bleibt wichtigster Ertragspfeiler
Im Zinsengeschäft erzielte Acrevis einen Bruttozinserfolg von 25.4 Mio. CHF. Dies entspricht einem Anstieg von 7,4% beziehungsweise 1.8 Mio. CHF gegenüber der Vorjahresperiode. Nach Angaben der Bank entfielen davon 1.6 Mio. CHF auf die Integration der ehemaligen RBM. Erstmals seit den Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank wurde zudem wieder ein organisches Wachstum im Zinsengeschäft erzielt. Da keine wesentlichen zusätzlichen Wertberichtigungen notwendig waren, erhöhte sich der Nettozinserfolg um 6,9% auf 25.3 Mio. CHF.
Kommissionsgeschäft legt zweistellig zu
Besonders dynamisch entwickelte sich wie auch bei vielen anderen Regionalbanken das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Erfolg stieg um 14,1% auf 16.4 Mio. CHF. Als Treiber nennt die Bank die positive Entwicklung der Aktienmärkte sowie neue Depotvolumen. Von der Zunahme entfielen 1.5 Mio. CHF auf organisches Wachstum und weitere 0.5 Mio. CHF auf die Integration der ehemaligen RBM. Der Anteil des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts am Gesamtertrag erhöhte sich auf 34,9%.
Höherer Bruttoertrag trotz Integrationsaufwand
Während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahezu stabil blieb, nahm der übrige ordentliche Erfolg um 32% auf 2.1 Mio. CHF zu. Dazu beigetragen haben laut Bank die Integration der ehemaligen RBM, Mieterträge aus der neuen Liegenschaft in Lachen SZ sowie die positive Entwicklung der Beteiligungen. Insgesamt stieg der Bruttoertrag um 9,8% auf 47.0 Mio. CHF.
Der Geschäftsaufwand erhöhte sich infolge des Zusammenschlusses um 10,2% auf 29.4 Mio. CHF, was eine Steigerung beim Cost-Income Ratio auf 62.7 (61.3 per 31.12.2025) zur Folge hat. Nach Angaben der Bank wurden im ersten Halbjahr noch keine Kostensynergien realisiert. Diese sollen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden, wobei einmalige Integrationskosten anfallen. Der Personalaufwand stieg fusionsbedingt ebenfalls um 1.1 Mio. CHF auf 14.8 Mio. CHF.
Eigenkapitalbasis gestärkt
Auch auf der Bilanzseite wirkte sich die Fusion positiv aus. Das Eigenkapital erhöhte sich um 48.1 Mio. CHF beziehungsweise 10,2% auf 519.5 Mio. CHF. Die Leverage Ratio lag per Ende Juni bei 9,0%, die Kapitalquote bei 20,0%.
Positive Einschätzung des Managements
«Das erste Halbjahr 2026 war für die acrevis Bank in mehrfacher Hinsicht erfreulich. Wir konnten unsere Geschäftsvolumen und die Ertragsbasis deutlich steigern sowie den Zusammenschluss mit der ehemaligen Regiobank Männedorf erfolgreich vollziehen», wird Michael Steiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, in der entsprechenden Medienmitteilung zitiert. Zudem seien die Vorbereitungen zur Nutzung der Synergiepotenziale auf Kurs, was die Bank zuversichtlich für die weitere Entwicklung stimmen lasse.
Die Bewertungsfrage
Acrevis hat seit der Listung an der OTC-X im Jahr 2011 ein jährliches Gewinnwachstum von etwa 2% zu verzeichnen. Im selben Zeitraum ist die Aktie jedoch um 50% gestiegen, was den Erfolg und die kontinuierlich steigenden Erwartungen widerspiegelt, jedoch auch eine höhere Bewertung in Bezug zu Gewinn (Kurs/Gewinn-Verhältnis (PE)) sowie auch auf Buchwertbasis (Kurs/Buchwert-Verhältnis (PB)) mit sich bringt.
Während sich das PE von 26.44 per Ende 2025 im Rahmen der durchschnittlichen Bewertungen der anderen an der OTC-X gelisteten Banken bewegt, gehört das PB mit 1.16 (ebenfalls per Ende 2025) zu den höchstbewerteten Banken und liegt deutlich über dem Durchschnitt der Konkurrenz. Dies widerspiegelt einerseits die Effizienz von Acrevis, welche in der Lage ist, ihre Assets effektiv zu bewirtschaften und mehr Rendite als die Konkurrenz zu generieren, erhöht aber auch das Risiko einer Korrektur, falls die (hohen) Erwartungen in Zukunft nicht mehr vollends erfüllt werden können. Die aktuell vorliegenden Halbjahreszahlen deuten aber eine klare Fortsetzung der positiven Entwicklung an.
Fazit: Fusion stärkt die Position von Acrevis
Die Halbjahreszahlen zeigen, dass die Acrevis Bank den Zusammenschluss mit der ehemaligen Regiobank Männedorf bisher erfolgreich bewältigt hat und davon abgesehen auch operativ auf Kurs ist.
Für Investoren bleibt insbesondere interessant, dass die angekündigten Kostensynergien in den aktuellen Zahlen noch kaum sichtbar sind. Die Bank weist selbst darauf hin, dass zunächst Integrationskosten anfallen und die Synergieeffekte erst schrittweise realisiert werden sollen. Gelingt dies wie geplant, könnte sich die Ertragskraft der fusionierten Einheit in den kommenden Jahren zusätzlich verbessern.
Aus Sicht langfristig orientierter Anleger unterstreichen die Halbjahreszahlen die Attraktivität des Geschäftsmodells von Acrevis: eine solide Kapitalausstattung, starke regionale Verankerung, wachsende Kundenvermögen und eine zunehmende Diversifikation der Erträge durch das Kommissionsgeschäft. Die erfolgreiche Integration der RBM wird nun zum entscheidenden Gradmesser dafür, ob die Bank ihr Wachstum auch in den kommenden Jahren fortsetzen und die erwarteten Effizienzgewinne realisieren kann.
Die ausserbörslich an der OTC-X gehandelte Aktie hat sich seit dem am 29. Juni erfolgten Aktiensplit aufgrund des Zusammenschlusses mit der Regiobank Männedorf kaum bewegt. Ein möglicher Abverkauf der Acrevis-Aktien durch die bisherigen RBM-Aktionäre, welche mit 17 Acrevis-Aktien und einer Barabfindung von 200 Franken entschädigt wurden, ist bisher ausgeblieben.
Die Acrevis-Aktie hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr gut entwickelt, aber seit Bekanntgabe der RBM-Übernahme im Februar etwas nachgegeben. Es ist gut möglich, dass diese Schwächephase aufgrund der guten Halbjahreszahlen zu Ende geht und der zuvor anhaltende Aufwärtstrend langsam wieder einsetzt.

Die Aktien der Acrevis Bank AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 300 Franken für eine Aktie bezahlt.
Hinweis:
Die historischen Daten auf OTC-X reichen nur bis zum Aktiensplit von Ende Juni zurück. Die frühere Entwicklung der Aktien der Acrevis Bank AG sowie der Regiobank Männedorf kann ebenfalls auf OTC-X nachvollzogen werden:
Ehemalige Aktie Regiobank Männedorf
Ehemalige Aktie Acrevis Bank AG





Eine Erfolgsgeschichte. Da sollten sich die meisten Regionalbankenmanager mal ein Vorbild daran nehmen, die vor sich her wursteln.
Neben der Regiobank Männedorf gäbe es noch so manche interessanten Akquisitionsziele.