Luftseilbahn Wengen-Männlichen: Rekordjahr 2025 mit fast verdoppeltem Gewinn und höherer Dividende

566'317 Personen wurden 2025 von Wengen auf den Männlichen transportiert

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Die Gondel der Luftseilbahn Wengen-Männlichen auf dem Weg zur Bergstation. Quelle: David Birri / Seilbahnen International

Die Luftseilbahn Wengen-Männlichen AG (LWM) blickt auf das erfolgreichste Jahr ihrer Firmengeschichte zurück. Mit 566’317 beförderten Personen übertraf die Pendelbahn im Berner Oberland alle bisherigen Bestmarken. Das entspricht einem Plus von 13,7%. Der Ertrag stieg um 19,0% auf 4.6 Mio. CHF. Der Jahresgewinn verdoppelte sich beinahe auf 724’559 CHF. Die Aktionäre haben eine auf 8% erhöhte Dividende erhalten. Einzig der Nebenertrag ging um 5,7% zurück.

Jungfrau Region mit starkem Tourismusjahr

Die LWM profitierte 2025 von der ungebrochenen Reiselust internationaler Gäste in der Jungfrau Region. Die Skier Visits der Jungfrau Ski Region stiegen in der Saison 2024/25 auf 1’208’600 nach 1’137’909 im Vorwinter. Anfang 2026 gingen die Frequenzen in der Region wieder zurück. Dies hielten wir in unserem Bericht vom Mai 2026 auf schweizeraktien.net zur Jungfraubahn Holding fest.

Trockener Winter, starker Sommer

Der Winterbetrieb umfasste 115 Tage nach 118 Tagen im Vorjahr. Die Gesamtschneehöhe von 2,13 Metern in Wengen lag stark unter dem Durchschnitt. Dennoch hielt die Talabfahrt bis zum letzten Betriebstag. Die Saison verlief ohne einen einzigen Sturmtag. Die Wintereinnahmen erreichten mit 1.86 Mio. CHF einen Höchstwert und übertrafen den bisherigen Topwinter 2023 um rund 7’300 CHF. Zulegen konnten erneut die Winterwander- und Schlittelgäste.

Im Sommer beförderte die LWM an 155 Betriebstagen 228’354 Gäste, 15,8% mehr als im Vorjahr. Der Royal Ride auf dem Freiluftbalkon der Kabinen verzeichnete ein Plus von 33% auf 27’966 Gäste. Das Unternehmen führt dies auf Zusatzverkäufe des Personals zurück, vereinfacht durch neue Bezahlterminals in den Kabinen. Die Sommereinnahmen stiegen auf 2.66 Mio. CHF nach 2.1 Mio. CHF im Vorjahr.

Wanderer geniessen das Panorama auf dem Männlichen. Quelle: Interlaken Tourismus

Investitionen in die Beschneiung

Die Investitionen beliefen sich auf 663’463 CHF. Der grösste Teil entfiel auf die Erneuerung der Beschneiungsanlage auf dem Männlichen. Das Gesamtprojekt kostete knapp 2 Mio. CHF, wovon die LWM über 343’000 CHF übernimmt. Wer den Rest trägt, nennt der Bericht nicht. Ersetzt wurden 55 Schneilanzen und 25 Propellermaschinen, dazu kamen erneuerte Pumpstationen und eine moderne Steuerungssoftware. Zweitgrösster Posten war der Royal Balcony, eine neue Aussichtsplattform mit Sitzbänken neben der Bergstation.

Operativer Hebel treibt den Gewinn

Der Zehnjahresvergleich zeigt das Ausmass des Wachstums. 2016 lag der Betriebsertrag noch bei 2.7 Mio. CHF. Nach dem Einbruch der Coronajahre folgte ein steiler Wiederaufstieg auf nun 4.6 Mio. CHF.

Das EBITDA stieg um 32,7% auf 2.04 Mio. CHF und liegt weit über dem Fünfjahresschnitt von 1.28 Mio. CHF. Bemerkenswert ist der operative Hebel. Der Ertrag wuchs fast doppelt so schnell wie der Betriebsaufwand. Die Bahn verdient operativ deutlich mehr, als sie für Abschreibungen und Zinsen benötigt. Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 724’559 CHF nach 369’886 CHF im Vorjahr.

Eigenkapitalquote bei 77,2%

Die Bilanz präsentiert sich grundsolide. Die Eigenkapitalquote beträgt 77,2%. Das Eigenkapital deckt das Anlagevermögen rechnerisch zu 135%. Die Bahn ist damit vollständig aus eigener Kraft finanziert. Zwar stieg das Fremdkapital leicht auf 1.96 Mio. CHF. Der Anstieg geht aber auf offene Lieferantenrechnungen und Abgrenzungen zurück, nicht auf neue Schulden. Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten wurden um 300’000 CHF auf 980’000 CHF reduziert.

Der Verwaltungsrat beantragte der Generalversammlung vom 5. Juni 2026 eine Dividende von 8% auf dem Nominalwert von 100 CHF, also 8 CHF je Aktie. Im Vorjahr wurden 6% ausgeschüttet. Mit 160’000 CHF bleibt die Ausschüttungssumme im Verhältnis zum Gewinn moderat.

Die Aktie

Die 20’000 Namenaktien der LWM werden ausserbörslich auf OTC-X der Berner Kantonalbank gehandelt. Zuletzt wurden 250 CHF je Aktie bezahlt (Stand 10. Juni 2026), was einer Marktkapitalisierung von rund 5 Mio. CHF entspricht. Die Handelsliquidität ist gering. Im laufenden Jahr 2026 wechselten bis Anfang Juni erst 197 Aktien die Hand. Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs ist entsprechend gross. Der Steuerwert liegt per Ende 2025 bei 220 CHF je Aktie und damit unter dem zuletzt bezahlten Kurs.

Die Aktie der Luftseilbahn Wengen-Männlichen AG (Namenaktie, Valor: 205603) wird auf OTC-X der BEKB gehandelt. Quelle: OTC-X / BEKB

Fazit

Das Ausnahmejahr spiegelt sich in der Bewertung erst teilweise. Beim zuletzt bezahlten Kurs ergibt sich rechnerisch ein KGV von rund 7. Der Buchwert von rund 332 CHF je Aktie liegt deutlich über dem Kurs, was einem KBV von 0,75 entspricht. Die Dividendenrendite beträgt 3,2%. Die Aktie kostet damit weniger als die ausgewiesene Substanz, ein bei Bergbahnen verbreitetes Muster. Eine Einschränkung gehört allerdings dazu. Das Geschäft hängt am Wetter, das 2025 beinahe fehlerfrei mitspielte. Das Rekordjahr ist deshalb die Messlatte und nicht der Normalfall. Schon ein durchzogener Winter würde den Gewinn drücken und das optisch günstige KGV relativieren. Zudem deutet der tiefe Buchwert der Anlagen von 16% des Anschaffungswerts auf anstehende Ersatzinvestitionen hin. Wer mit der geringen Liquidität leben kann, erhält eine grundsolide finanzierte Substanzanlage mit königlicher Aussicht.

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