
Die Raurica Wald AG musste im Geschäftsjahr 2025 mit einigen Herausforderungen kämpfen. Die nachlassende Nachfrage nach Projekten und Energieholz belastete das Geschäft der Tochtergesellschaften. Besonders betroffen wurde das Holzkraftwerk Basel: Wegen Revisionsarbeiten und stagnierenden Heizgradtagen konnte das Kraftwerk kein besseres Ergebnis erzielen. Das Kerngeschäft der Holzvermarktung blieb auch nicht verschont – zum ersten Mal seit 2018 liess sich die Vermarktungsmenge nicht von Jahr zu Jahr steigern. Dies, obwohl neue Lieferverträge abgeschlossen wurden und Partnerschaften ausgebaut werden konnten. Dennoch bleibt die Nordwestschweizer Dachgesellschaft die Marktführerin im Energieholzgeschäft.
Sanierung bei Fagus, Wachstum bei RaJo, Dämpfer in Full-Reuenthal
Die Corbat Groupe hat der Fagus Suisse SA 700’000 CHF neues Kapital zugeführt und damit die operative Führung und Verantwortung für das Unternehmen übernommen. Raurica Wald bleibt mit 25% beteiligt. Dies kommt nach einer Periode geringer Verkaufsvolumina und einer konsequenten Restrukturierung des Unternehmens, das verleimte Laubholzelemente für die Bauwirtschaft herstellt. Die Umschulung der Fachkräfte läuft bereits, und die Sanierungsschritte – darunter eine Überprüfung der Kosten- und Margenstruktur sowie der Aufbau einer Produktion von Ständerhölzern und Deckenelementen – zeigen erste Erfolge.
Ebenfalls neu im Jahr 2025 ist das Joint Venture RaJo Holzhandel, das die Raurica Wald AG zusammen mit der Jost Transport AG gegründet hat. Das Unternehmen soll die Versorgung des Altholzwerks von Primeo in Arlesheim sicherstellen; im Endausbau sollen rund 10’000 Tonnen Altholz geliefert werden. Bereits im ersten Jahr schloss die Gesellschaft mit einem positiven Ergebnis ab.
Auch beim Holzvermaktungsunternehmen Nordwest Holz AG, das zu 100% der Raurica Wald gehört, gab es operative Entwicklungen: Das Unternehmen schloss 2025 sein erstes volles Geschäftsjahr ab, das die Geschäftsführung als «wichtiges Lernjahr» bezeichnete. Wegen Verzögerungen in der Bereitstellung und einer zurückhaltenden Nachfrage – insbesondere im Laubholzbereich – konnte das Unternehmen seine Erwartungen bei den Absatzmengen nicht ganz erfüllen. Laut Geschäftsbericht besteht sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht weiteres Entwicklungspotenzial.
Die Full Property AG – die zu je 50% der Raurica Wald und der Kuratle Gruppe gehört – hat im Jahr 2025 einen deutlichen Rückschlag erlitten. Keine operativen Tätigkeiten fanden statt, das Projekt Swiss Timber Production (STP) wurde erneut sistiert. Dabei handelt es sich um ein 65’000 m2 grosses Industrieareal, das noch entwickelt werden muss. Somit ist aufgrund der Finanzierungskosten das Ergebnis negativ. Der Investorenmangel sei so hoch, dass das Projekt laut einer Medienmitteilung vom 20. März 2026 abgesagt worden ist. Lösungen für Nutzungsmöglichkeiten des Areals werden geprüft.
Operative Verbesserungen trotz verhaltener Nachfrage
Die Raurica Wald Gruppe steigerte den Umsatz 2025 auf konsolidierter Basis trotz verhaltener Nachfrage leicht auf 23.9 Mio. CHF (+1,7%). Auf operativer Ebene legte das Ergebnis zu: Das EBITDA verbesserte sich um 4,2% auf 3.63 Mio. CHF. Es verblieb ein Jahresergebnis von 1.07 Mio. CHF – eine 21,3-prozentige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Dazu beigetragen haben Effizienzgewinne in der Logistik, Disposition und Energieholzversorgung sowie ein deutlich tieferer Finanzaufwand, der sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbierte.
Auf der Bilanzseite wuchs der Konzern um 4.2 Mio. CHF auf 46.1 Mio. CHF. Dazu beigetragen haben neue Immobilienanlagen, die 2025 um 2.9 Mio. CHF gestiegen sind. Unter anderem zählt dazu die neue Altholzfeuerung in Muttenz, die im Herbst 2026 in Betrieb genommen werden soll.
Von der Holzkraftwerk Basel AG, an der Raurica zu 51% beteiligt ist und die mit Holz beliefert wird, gibt es zur Zeit keine Dividendenausschüttung. Dies ist auf einen stagnierenden Wärmeabsatz und technische Vorfälle zurückzuführfen, welche das Ergebnis belastet haben.
Schlüsselprojekt Altholzfeuerung Muttenz
Für 2026 stehen in allen Tochtergesellschaften strategische Weiterentwicklungen auf der Agenda. Im Energieholzgeschäft bleibt die Versorgungssicherheit zentral: Die Raurica Holzvermarktung arbeitet an Nachfolgelösungen für bestehende Langfristverträge, insbesondere im Bereich der Holzkraftwerke. Die laufenden Verhandlungen sollen im ersten Halbjahr 2026 zusammen mit den Waldbesitzenden konkretisiert werden – mit neuen Modellen, die langfristige Zuverlässigkeit gewährleisten und gleichzeitig mehr Flexibilität ermöglichen. Parallel dazu treibt die Nordwest Holz die Professionalisierung des Stammholzgeschäfts weiter voran, unter anderem durch verbesserte Prozessabläufe, eine intensivere Marktpräsenz und engere Zusammenarbeit mit Partnern.
Ein Schlüsselprojekt bleibt die Altholzfeuerung Muttenz, die eine tragende Rolle in der gruppenweiten Energieholzstrategie übernehmen soll. Ob der Termin der Inbetriebnahme eingehalten wird, ist wegen finanzieller Schwierigkeiten eines Hauptlieferanten allerdings noch offen.
Auch die Stabilisierung der Fagus Suisse nach ihrer Sanierung bleibt ein Kernpunkt. Die 2025 eingeleiteten Massnahmen zeigen, laut Geschäftsbericht, positive Wirkung – unter anderem die gestärkte Marktposition im Laubholzbereich mit Projekten in der Westschweiz. Die Diversifikation im Stangenholz und Fichtenholz soll weiterhin erhöht werden.
Fazit
Die Raurica Wald AG hatte ein turbulentes Jahr und musste viele Hürden überwinden. Die meisten davon hat sie erfolgreich gemeistert. Doch vereinzelte Tochtergesellschaften wie die Fagus Suisse und die Full Property bleiben mit Risiken für Anleger behaftet. Ob der Bruch im Aufwärtstrend der Vermarktungsmengen eine chronische oder akute Entwicklung ist, kann noch nicht eingeschätzt werden. Anleger sollten diese Metrik im Auge behalten.
Auf der positiven Seite haben die Effizienzgewinne den Unterschied gemacht. Der Finanzaufwand um mehr als 50% zu senken, ist bemerkenswert. Ausserdem geben die zukünftigen Massnahmen der Stabilisierung und Weiterentwicklung der Geschäftssituation Hoffnung.

Die Aktien der Raurica Wald AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden für die Namenaktie B 165 CHF für eine Aktie bezahlt. Auf dieser Basis beträgt das KGV 14, und der Buchwert liegt mit 208 CHF je Aktie deutlich über dem letztbezahlten Preis. Für 2025 zahlte Raurica eine Dividende von 4% des Nominalwerts, was 5 CHF je Namenaktie B ausmachte. Dies entspricht einer Rendite von rund 3%. Berücksichtigen müssen Anleger auch, dass die Gemeinden über die 91’250 Stimmrechtsaktien die Gesellschaft dominieren.





