CMSA Holding: Neue Transparenz und Dynamik kennzeichnen erstes Semester

Industriesegment erzielt Wachstum von 57%

0
151
Im Bereich der «fortschrittlichen Industrien», zu dem auch das Halbleitersegment gehört, steigerte CMSA den Umsatz im 1. Semester um 57,2% auf 8.3 Mio. CHF. Bild: stock.adobe.com

Der Halbjahresbericht der CMSA Holding ist neu in seinem Erscheinungsbild. Und neu ist auch die Transparenz mit Blick auf den «Werkstoff» Gold – und wie dessen Preisveränderungen sich im Zahlenwerk niederschlagen. Im ersten Semester 2026 stagnierte zwar der Umsatz, doch die EBITDA-Marge stieg auf 30,8%.

Die konsolidierten Umsätze der drei Geschäftsbereiche der CMSA Holding erhöhten sich im ersten Halbjahr um 0,1% auf 122.5 Mio. CHF. Das organische Wachstum, also bereinigt um Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen, stieg um 1,8% an. Im ersten Halbjahr waren die Tätigkeiten der Medtech-Vertriebstöchter in Frankreich und Spanien eingestellt worden.

Uneinheitliche Entwicklung der Geschäftsbereiche

Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche war nicht einheitlich. Im Segment Luxury & Uhren gab der Umsatz um 4,3% auf 36.3 Mio. CHF nach. Die Nachfrageabschwächung in Teilbereichen der Uhrenindustrie machte sich auch beim High-End-Zulieferer CMSA bemerkbar, wurde aber durch Steigerungen in anderen Kundensegmenten wie den Bi-Metalluhren gut kompensiert. Dennoch wurde der unternehmensweite Personalstand innerhalb von 12 Monaten um 13,2% auf 607 verringert. Die Personalkosten sanken im gleichen Zeitraum um 6,7% auf 32.3 Mio. CHF.

Medtech stagniert

Im Medtech-Segment sank der Umsatz um 1,9% auf 14.7 Mio. CHF, hauptsächlich wegen eines andauernden Lagerabbaus bei einigen Kunden. Der starke Schweizerfranken stellt allerdings seit Jahren einen Gegenwind dar. Dem begegnet CMSA mit Spezialisierung in den Produktkategorien Dental, Hörgerätimplantaten und Herz-Kreislauf, der vertikalen Integration der Aktivitäten sowie einer Steigerung von Produkt- und Service-Qualität.

Neue Industrien, neue Dynamik

Das Highlight liefert die neu formierte Division «Fortschrittliche Industrien», die entstehende Chancen an den Märkten nutzen will. Zielindustrien sind Elektronik, Halbleiter, Konnektivität, KI, Datenzentren, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Auch wenn die Ausgangsbasis auf tiefem Niveau liegt, so zeigt das im ersten Semester erzielte Umsatzwachstum von 57,2% auf 8.3 Mio. CHF doch, dass diese Stossrichtung der Expansion mehr Erfolg bringt als die diversen Diversifizierungsansätze, die in der Vergangenheit verfolgt worden waren.

Neuausrichtung und höhere Transparenz

Verschiedene Änderungen in der jüngeren Vergangenheit signalisieren, dass der Wandel bei der Gesellschaft konkret ist. Der Name CMSA wurde Anfang Jahr eingeführt, die Website erfuhr einen Relaunch. Das Unternehmen ist nun für Investoren besser zugänglich gemacht worden. Die Aktie war von den optisch hohen 5000 CHF durch einen 1:10 Split entsprechend leichter gemacht worden. Doch der grösste Fortschritt besteht darin, dass nun erstmals transparent ausgewiesen wird, welche Rolle Gold als wichtigster Werkstoff in der Erfolgsrechnung und der Bilanz spielt.

Gold in der Erfolgsrechnung

Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bei 122.1 Mio. CHF. Davon entfallen 59.7 Mio. CHF auf den Goldwert, der den Kunden zu aktuellen Preisen berechnet wird. Angeschafft hat CMSA das verwendete Gold jedoch zu 57.1 Mio. CHF. Daraus resultiert ein Gewinn von 2.6 Mio. CHF. Das ist eine Handelsspanne von 4%. Der Betrag fliesst ungeschmälert in EBITDA und EBIT ein. Der Umsatz ohne Gold beträgt 62.4 Mio. CHF. Davon sind Material-, Personal- und sonstige Kosten abzuziehen, sodass ein EBITDA von 11.2 Mio. CHF resultiert. Nach Abschreibungen von 7.7 Mio. CHF verbleibt ein EBIT von 3.5 Mio. CHF. Zusammengenommen ergibt sich ein EBIT von 6.1 Mio. CHF. Dazu kommt durch die Höherbewertung der Goldlagerbestände ein Bewertungsgewinn von 24 Mio. CHF. Der Nettogewinn fiel am Ende mit 28.6 Mio. CHF um 6,9% höher als im ersten Semester des Vorjahres aus.

Gold in der Bilanz

In der Bilanz schlägt sich die Aufwertung von Gold- und sonstigen Edelmetallbeständen ebenfalls sichtbar nieder. Die Lagerbestände sind mit 222.6 Mio. CHF ausgewiesen, gegenüber 203.9 Mio. CHF zum 31.12.2025. Davon entfallen 179.7 Mio. CHF auf Gold. Der Grund für die hohen Edelmetallbestände liegt darin, dass nur rund 10% des verarbeiteten Goldes in die Produkte oder Vorprodukte einfliessen, die CMSA an die Kunden liefert, die restlichen rund 90% werden nach dem Produktionsprozess wieder eingeschmolzen und den Lagerbeständen zugeführt. Mehr dazu findet sich im schweizeraktien.net Interview vom Juli 2026.

Rolle des Goldhandels

Die Zahlen des ersten Halbjahres zeigen eindrücklich, wie durch das Erfordernis der hohen Lagerhaltung gleichzeitig eine zweite Ertragssäule entsteht. Bei professioneller Lagerbewirtschaftung werden Edelmetalle möglichst günstig eingekauft und bieten dann in einem Szenario hoher Preisschwankungen, vor allem bei steigender Tendenz, eine Handelsspanne. Die macht im ersten Semester 40% des ausgewiesenen Gewinns aus und trägt somit signifikant zur Gewinnstärke bei. Natürlich können die Goldpreise auch wieder einmal sinken und dann einen Gegenwind für die profitable Lagerbewirtschaftung darstellen. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.

Baupläne und Integration

Ende Juni wurde eine Liegenschaft in La Chaux-de-Fonds erworben mit dem Ziel, dort mittelfristig mehrere Produktionsstandorte zusammenzuziehen. Das soll Synergien und Effizienzgewinne bringen. Die Bauzeit ist auf drei Jahre veranschlagt. Das Projekt ist ein weiteres Zeichen der Neuausrichtung und der Schaffung einer gemeinsamen Basis. Die Expertise der verschiedenen Geschäftsbereiche soll zusammenfliessen und die oben genannten neuen industriellen Märkte erschliessen.

Ausblick

Für das Gesamtjahr erwarten Geschäftsleitung und Verwaltungsrat einen Gesamtumsatz von 123.5 Mio. CHF (ohne Gold) sowie eine industrielle EBITDA-Marge von 15%. Auftragsbestand und -eingang stützen die Erwartung. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt CMSA jedoch wachsam und konzentriert sich weiterhin darauf, die Marge zu schützen, Cash zu generieren und die operative Exzellenz zu stärken.

Fazit

Die Transformation der CMSA Unternehmensgruppe nimmt Gestalt an. Auch wenn die Goldpreisentwicklung nicht unwesentlich zu der starken Gewinnentwicklung beigetragen hat, so sticht doch die rapide Expansion des neuen Segments der «Fortschrittlichen Industrien» ins Auge. Auch die Resilienz in den Geschäftsbereichen Medtech und Luxury & Uhren spricht für eine gute Anpassungsfähigkeit an die schwierigen Marktbedingungen. Insbesondere die erhöhte Transparenz könnte eine höhere Aufmerksamkeit bei Investoren schaffen, die CMSA bisher nicht beachteten. Der Buchwert der Aktie liegt mit 1838 CHF bei einem Vielfachen des aktuellen Aktienkurses von 520 CHF, was auf das enorme und doch risikobegrenzt erscheinende Steigerungspotenzial hinweist.

Seit dem Aktiensplit im Juni 2026 ist der Kurs der CMSA-Aktie auf OTC-X stetig gestiegen. Chart: otc-x.ch

Kommentar verfassen