MCH Group AG: Starkes Halbjahr und weitere internationale Expansion

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Zieht jedes Jahr Besucher aus der ganzen Welt an: die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. Bild: www.baselworld.ch
Zieht jedes Jahr Besucher aus der ganzen Welt an: die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. Bild: www.baselworld.ch

Starke Zyklen. Im Jahr 2007 kletterte die Aktie von MCH Group um 73%. Der SMI fiel dagegen um 5%. 2010 stieg die MCH-Aktie erneut kräftig an: Das Jahresplus lag bei 22.3%. Der SMI kam nicht vom Fleck und schloss Ende Dezember nur auf dem Niveau vom Jahresstart.

Aber nicht nur bei der Aktie von MCH sind Zyklen zu beobachten. Wie bei vielen Messegesellschaften üblich, gibt es auch bei MCH Group starke Zyklen im operativen Geschäft. Der Messe- und Eventspezialist aus Basel verbucht in Jahren, in denen die wichtigen Messen Swissbau, Ilmac und Holz stattfinden, ein erhöhtes Geschäftsvolumen. Dabei wird Swissbau alle zwei Jahre, Ilmac und Holz alle drei Jahre veranstaltet. Holz ist die älteste Fachmesse der Schweiz, Swissbau ist Leitmesse der Baubranche, Ilmac eine wichtige Veranstaltung für Chemie, Pharma und Biotechnologie. In Jahren, in denen alle drei Messen zusammentreffen, macht MCH als grösste Messegesellschaft der Schweiz – und weltweit Nr. 5 der Branche – besonders gute Geschäfte. Zuletzt fanden die drei wichtigen Leitmessen in den Jahren 2007 und 2010 gleichzeitig statt. Flagschiffe sind zudem die Kunstmesse Art Basel und die internationale Uhren- und Schmuckmesse BASELWORLD, die jährlich stattfinden.

Allerdings veranstaltet MCH Group mehr als nur diese Ausstellungen. Im vergangenen Jahr beispielsweise gab es an den Messestandorten von MCH in Basel, Zürich und Lausanne 100 Eigen- und Gastmessen mit insgesamt 20000 Ausstellern und rund 2,3 Millionen Messebesuchern. Dazu kommt die Durchführung von Events und Services wie etwa dem Standbau. Zusätzlich ist MCH Group an internationalen Messen etwa in Hongkong oder Miami beteiligt. Zudem stärkte MCH seine Geschäftsbasis im vergangenen Jahr durch die Inbetriebnahme eines neuen Hallenkomplexes in Basel. Insgesamt lag der Umsatz des Konzerns in 2013 mit 472.6 Mio. CHF um 21.1% über dem messezyklisch betrachtet „normalen“ Jahr 2012.

Und obwohl 2014 gar kein messezyklisch aussergewöhnliches Jahr ist, meldet das Unternehmen jetzt für das erste Halbjahr im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum fast den gleichen Umsatz (siehe Halbjahresabschluss). Es gab lediglich einen Rückgang von 2.6% auf 335.8 Mio. CHF. Der Gewinn legte sogar deutlich zu. Zwar arbeitet der Veranstalter ohnehin äusserst profitabel. Bei einem Marktanteil von MCH in der Schweiz von 56% bei Messen – inklusive Events sind es sogar 63% Anteil – erzielte das Unternehmen 2012 rund 75% des Gewinns aller Messegesellschaften der Schweiz. Trotz der hohen Margen konnte die MCH Group den operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Halbjahr noch einmal deutlich ausbauen und dabei um 30.8% auf 94.7 Mio. CHF steigern – im Vergleich zum letzten messezyklisch normalen Jahr 2012 ein Plus von 42.0%. Wegen der von 5.9 auf 4.0% gesunkenen Steuerquote kletterte der Periodenüberschuss noch stärker und lag mit 56.7 Mio. CHF um 50.8% über dem 2013er-Ergebnis. Das Ergebnis je Aktie kletterte damit im Halbjahr von 6.27 CHF auf 9.45 CHF.

Dieser Wert lässt sich allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Vielmehr ist MCH Group im ersten Halbjahr in der Regel ertragsstärker als im zweiten Semester – dort liegen beispielsweise die messearmen Sommermonate. Für 2014 erwartet MCH-CEO René Kamm aber dennoch ein Ergebnis auf dem Niveau des ereignisreichen 2013. Da wäre ein Gewinn von etwa 5.10 CHF je Aktie zu erwarten.

In den nächsten Jahren ist mit noch höheren Gewinnen zu rechnen. So will MCH nicht nur ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot erweitern – etwa mit dem verstärkten Angebot im digitalen Bereich –, sondern auch die Internationalisierung vorantreiben. Immerhin erwirtschaften die Basler derzeit noch rund 90% des Ertrages mit Veranstaltungen in der Schweiz. Bei der globalen Expansion rücken dabei die internationalen Wachstumsmärkte, und zwar in allen Themenbereichen und auch Services wie der Standbau, in den Fokus. MCH Group erzielt derzeit nur rund einen Viertel der Umsätze mit Services, 70% dagegen noch mit der Durchführung der Messen.

Obwohl die Aktie seit Juni um 15% gestiegen ist, bieten sich mittelfristig noch Chancen für Anleger. So notiert MCH Group nur in Höhe des Buchwerts von rund 68.30 CHF je Aktie und ist mit 13er-KGV noch nicht hoch bewertet. Anleger, die auf das global stark fragmentierte, aber wachstumsstarke Messegeschäft setzen wollen, finden kaum börsenkotierte Titel der Peer Group oder zumindest nur vereinzelt Unternehmen, die ausschliesslich das Messegeschäft betreiben. Die Nr. 1 der Welt, Reed Exhibitions ist Tochter des gehandelten Medienkonzerns Reed Elsevier. Die etwas grössere GL Events ist ähnlich hoch bewertet wie MCH. Lediglich die auf OTC-X gehandelte Berner Messegesellschaft Bernexpo Groupe weist bei Kursen um die 420 CHF eine niedrigere Bewertung und deutlich höhere Dividendenrendite mit 3.5% aus.

Obendrein kommt bei MCH Group neben der angestrebten internationalen Expansion und Ausweitung der Angebotspalette sogar relativ kurzfristig Spannung ins Spiel. Denn 2016 ist wieder ein messezyklisch starkes Jahr zu erwarten. Dann nämlich finden im Januar wieder die Swissbau sowie im September und Oktober die Ilmac und Holz statt. Kommt es zu ähnlichen Zyklen wie 2007 und 2010, wären da erneut grössere Kurssteigerungen bei der Messeaktie zu erwarten. Der Einstieg spätestens Ende 2015 könnte sich lohnen.

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