Clientis Bank im Thal: In schwierigen Zeiten auf Wachstumskurs – Konstante Dividende

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Die Geschäftsleitung der Clientis Bank im Thal: Hans Peter Schrenk und Fabio Zaccardo (v.L.). Bild: zvg
Die Geschäftsleitung der Clientis Bank im Thal: Hans Peter Schrenk und
Fabio Zaccardo (v.L.). Bild: zvg

Die Clientis Bank im Thal AG (CBT) setzte im vergangenen Jahr den Wachstumskurs der Vorjahre fort. Wie einer Medienmitteilung zum Jahresabschluss entnommen werden kann, stiegen die Kundengelder mit plus 14% auf 208.6 Mio. CHF deutlich stärker an als die Ausleihungen. Dennoch legten auch die Kredite um überdurchschnittliche 5.3% auf 277.3 Mio. CHF zu. So konnte der Deckungsrad der Ausleihungen durch eigene Kundengelder von eher unterdurchschnittlichen 69.5% auf gute 75.2% gesteigert werden. Bemerkenswert hierbei ist, dass es der CBT gelang, die Kassenobligationen auf 24 Mio. CHF mehr als zu verdoppeln. Damit konnte sich das Bankhaus dem allgemeinen Trend einer rückläufigen Nachfrage nach Kassenobligationen entziehen. Ob dies ein Einzelfall in der Schweizerischen Regionalbankenlandschaft bleibt oder ein erstes Anzeichen einer möglichen Trendwende darstellt, werden die weiteren Bankabschlüsse in den nächsten Wochen zeigen. Allerdings hat, wie das Bankhaus schreibt, die Aufgabe der Unterstützung des Euro-Kurses durch die Schweizerische Nationalbank das wirtschaftliche Umfeld spürbar geprägt. Dennoch sei es gelungen, den Geschäftserfolg zu steigern und die Eigenmittel weiter zu stärken.

Festhalten an konservativer Kreditpolitik zahlt sich aus

Die CBT musste im 2015 dem anhaltenden Zinsmargendruck Tribut zollen. Die anhaltend tiefen Zinsen haben die Nachfrage nach Grundpfandkrediten auch im 2015 beflügelt. Trotz der sehr regen Nachfrage und dem grossen Konkurrenzdruck ist die Regionalbank weiterhin ihrer Politik der vorsichtigen Kreditvergabe treu geblieben. Dennoch ist es gelungen, die Erträge um 5.7% auf gut 4.4 Mio. CHF zu erhöhen. Die Haupteinnahmequelle der CBT war wie im Vorjahr mit einem Ertragsanteil von knapp 87% das Zinsdifferenzgeschäft. Per Saldo legte der Erfolg des Zinsgeschäfts analog des Anstiegs der Ausleihungen um 5.7% zu. Ein detaillierterer Blick auf die Kennzahlen der Erfolgsrechnung zeigt auf, dass die Zinseinnahmen nur marginal um 0.3% au 5.5 Mio. CHF anstiegen, während die Zinskosten deutlich um 9.3% auf 1.7 Mio. CHF fielen. Deutliche Zuwächse verzeichnete auch das Geschäftsfeld Kommissions- und Dienstleistungserträge mit einem Zuwachs um nahezu 100’000 CHF respektive plus 30.9% auf 0.4 Mio. CHF. Auf der Kostenseite legte der Sachaufwand mit plus 5.5% deutlich stärker zu als der Personalaufwand mit plus 2.8%. Insgesamt erhöhten sich die Geschäftsaufwendungen um 4.2% auf 2.9 Mio. CHF. Dank der Mehreinnahmen stieg der Bruttogewinn dennoch überproprotional um 8.6% auf 1.5 Mio. CHF. Zeitgleich gelang es, die Cost-Income-Ratio gegenüber dem Vorjahr um fast 1% auf 65.4% zu verbessern. Die Sachabschreibungen und Wertberichtigungen zulasten der Erfolgsrechnung gingen von gut 0.6 Mio. CHF im Vorjahr auf 0.3 Mio. CHF zurück. Bei gleichbleibenden Veränderungen von Rückstellungen von knapp 0.2 Mio. CHF resultierte so ein Plus des Geschäftserfolgs von 68.2% auf 1 Mio. CHF.

Ausserordentlicher Ertrag aus Liegenschaftenverkauf

Positiv auf das Ergebnis wirkte sich ein ausserordentlicher Ertrag in Höhe von knapp 0.8 Mio. CHF (Vorjahr: 0.4 Mio. CHF) aus. Hierin enthalten sind für das Jahr 2015 Verkaufsgewinne aus Liegenschaftsveräusserungen im Umfang von 0.5 Mio. CHF. Diese zusätzlichen Erträge nutzte die CBT dazu, die Reserven für allgemeine Bankrisiken um 0.9 Mio. CHF nach 0.3 Mio. CHF im Vorjahr zu äufnen. Deutlich höher fielen auch die Steuern mit 0.4 Mio. CHF nach 0.2 Mio. CHF im Vorjahr aus. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 0.5 Mio. CHF, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus um 4.8% entspricht. Die Aktionäre sollen eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 6 CHF pro Aktie erhalten.

Die Geschäftszahlen der CBT fallen nicht nur angesichts des harzigen Umfelds für Regionalbanken gut aus. Als sehr positiv zu bewerten ist die Verbesserung der Cost-Income-Ratio trotz der erhöhten regulatorischen Anforderungen für Regionalbanken. Ebenfalls sehr zu begrüssen aus Investorensicht ist die markante Steigerung des Deckungsgrads der Kundenausleihungen durch eigene Kundengelder. Dies spiegelt das hohe Vertrauen der Kunden in das Bankhaus wider. Auch wenn das Bankhaus noch von einer weiterhin unter Druck stehenden Zinsmarge schreibt, zeigen die Zahlen zumindest einen Stopp des Rückgangs auf. Es gelang, den Zinserfolg analog des Ausleihungswachstums zu steigern, was nahelegt, dass die Zinsmarge zumindest gehalten werden konnte.

Die Aktien der CBT werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 320 CHF weisen die Aktien einen hohen Discount von 55% gegenüber dem Buchwert per Jahresende 2015 aus. Als nicht überteuert erscheinen die Titel auch auf der Basis des Kurs/Gewinn-Verhältnisses. Hierbei kann, wie bei Regionalbanken wegen der Reservenbildung üblich, nicht der Reingewinn, sondern der Geschäftserfolg herangezogen werden. Ebenfalls nur ein unvollständiges Bild liefert ein KGV, welches die ausserordentlichen Erträge beinhaltet. Mit einem Geschäftserfolg von gut 39 CHF pro Aktie für 2015 lässt sich ein tiefes KGV von gut 8 errechnen. Selbst unter Berücksichtigung der Steuern lässt sich noch ein KGV von 13 ermitteln. Dieses ist keinesfalls hoch, insbesondere wegen des hohen Steueraufwands, der aus den Verkaufsgewinnen resultiert. Der Steueraufwand für das Bankgeschäft dürfte sich in der Grössenordnung des Vorjahres von rund 0.2 Mio. CHF bewegen, woraus sich ein KGV von rund 10 errechnen lässt. Als im Bankenvergleich durchschnittlich angesehen werden kann die Ausschüttungsrendite von knapp 1.9%. Die Aktien verfügen analog dem Gros der Regionalbankenpapiere zwar über einen hohen Substanzwert, der nur teilweise im Kurs enthalten ist. Dessen Realisierung dürfte jedoch für den freien Aktionär kaum je möglich sein. Somit sind die Aktien zwar anhand der Kennzahlen als günstig einzustufen, ohne dass sich dies in absehbarer Zeit ändern dürfte. Allenfalls bei einer möglichen Übernahme der CBT durch ein anderes Haus, die sich derzeit nicht abzeichnet, könnte ein deutlich höherer Preis möglich sein.

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