Biella-Neher: Konzernergebnis steigt 2015 auf 2 Mio. CHF, starker Franken belastet Umsatz – Dividende auf 160 CHF erhöht

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Die Firmensitz der Biella Gruppe in Brügg bei Biel. Bild: www.biella.ch
Der Firmensitz der Biella Gruppe in Brügg bei Biel. Bild: www.biella.ch

Obwohl das Umfeld für den Büroartikelhersteller Biella-Neher Holding AG nicht einfach war, gelang es dem Unternehmen im Geschäftsjahr 2015, den Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich zu verbessern. Wie das Unternehmen mitteilte, führten Währungseffekte und der Nachfragerückgang in der Büroartikelbranche zu einem Umsatzrückgang um 13.8% auf 151.6 Mio. CHF. Der überwiegende Teil sei auf die Währungssituation zurückzuführen, so Biella in einer Medienmitteilung. Währungsbereinigt hätte das Minus nur 5% betragen. Insgesamt erzielte der nach eigenen Angaben grösste europäische Hersteller von Ordnern und Ringbüchern im letzten Jahr 71% der Umsätze im Ausland.

Weitere Kostenoptimierung

Angesichts der negativen Umsatzentwicklung ist es besonders erfreulich, dass das Unternehmen auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erzielen konnte. Dank der konsequenten Optimierung der Kostenstrukturen sei es gelungen, das EBIT auf 3 Mio. CHF (Vorjahr: 2 Mio. CHF) zu erhöhen. Dies gelang trotz Kosten für Restrukturierungen sowie Initialaufwendungen für neue Geschäftsfelder im Bereich der Digitalisierung. Der Konzerngewinn kletterte um 1.6 Mio. CHF auf 2.0 Mio. CHF. Aufgrund dieser Rentabilitätsverbesserung und der soliden Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 55.6% hat der Verwaltungsrat beschlossen, den Aktionären an der GV die Ausschüttung einer auf 160 CHF (Vorjahr: 150 CHF) erhöhten Dividende vorzuschlagen.

Fokus auf Digitalisierung

Auch in diesem Jahr will Biella die Kostenstrukturen weiter optimieren. Anfang 2016 kündigte das Unternehmen an, Niederlassungen u.a. in Grossbritannien schliessen zu wollen. Ausserdem wird die Digitalisierung mit Biella SimplyFind weiter vorangetrieben (siehe auch Interview mit CEO Marco Arrigoni vom 22. Januar). Laut der Medienmitteilung seien die ersten Vermarktungsaktivitäten von Biella SimplyFind auf grosses Interesse gestossen. Obwohl es sehr anspruchsvoll sei, in dem aktuellen Umfeld eine genaue Prognose für 2016 zu stellen, bleibe es das Ziel, die EBIT-Marge weiter zu verbessern, so Biella.

Ein erster Blick auf die Geschäftszahlen der Biella-Gruppe für 2015 ist erfreulich. Denn aufgrund des schwierigen Marktumfelds, der Euroschwäche und der angekündigten Restrukturierungen wäre ein erneutes Abrutschen in die roten Zahlen keine Überraschung gewesen. Offenbar ist es Biella aber gelungen, trotz der schwierigen Situation endlich einen Boden gefunden zu haben. Da der Büroartikelmarkt kein Wachstumsmarkt ist, wird ein Umsatzwachstum in Zukunft nur durch die neuen Geschäftsbereiche möglich sein. Erste Projekte wurden mit SimplyFind gestartet. Bis diese Projekte allerdings Früchte tragen, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Bei Kursen um 3’900 CHF, welche zuletzt auf OTC-X für die Aktien gezahlt wurden, liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis zwar bei optisch hohen 17. Aufgrund möglicher Verbesserungen der Marge, einer Dividendenrendite von 4.1% sowie einem Discount von fast 50% auf den Buchwert pro Aktie von 7’960 CHF (per Ende 2015) sind die Risiken in den aktuellen Kursen wohl eingepreist. Gelingt es Biella, auf den Wachstumspfad zurückzukehren und mit den neuen digitalen Services zu punkten, wären auch höhere Kurse denkbar.

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