Bernerland Bank: Starke Kreditnachfrage lässt 2015 die Erträge steigen – Dividende wird auf 10.50 CHF erhöht

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Die Geschäftsstelle in Hutwil wurde im 2015neu eröffnet. Quelle: BLB
Die Geschäftsstelle in Huttwil wurde im 2015 neu eröffnet. Quelle: BLB

Die Bernerland Bank AG (BLB) konnte im Geschäftsjahr 2015 von einer sehr starken Nachfrage nach Ausleihungen profitieren. Wie das Finanzinstitut in einer Medienmitteilung zum Jahresabschluss schreibt, erzielte sie mit einem Plus von über 6% respektive knapp 80 Mio. CHF den höchsten Anstieg in der Firmengeschichte. Mit der Straffung des Filialnetzes und der Konzentration in Huttwil wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Ein weiterer Meilenstein im Jahr 2015 war die Lancierung der Zusammenarbeit mit der in Bern domizilierten Zähringer Privatbank im Anlagegeschäft. Diese „Berner Lösung“ ersetzt die bisherige Zusammenarbeit mit der Notenstein Privatbank, welche sehr eng an die in direkter Konkurrenz zur BLB stehende Raiffeisengruppe gerückt ist. Die BLB hat sich mit 4.9% an der Zähringer Privatbank beteiligt.

Gehaltene Zinsmarge lässt Gewinn steigen

Die BLB konnte 2015 in ihrem Hauptgeschäftsfeld, dem Zinsdifferenzgeschäft (Anteil am Gesamtertrag: 85.5%), einen Anstieg des Nettozinserfolgs um 2.9% auf knapp 20.2 Mio. CHF erzielen. Trotz des Anstiegs der Ausleihungen um 6.4% auf 1.22 Mrd. CHF gingen die Zinseinnahmen um 8.9% auf 26.3 Mio. CHF zurück. Dies reflektiert die aktuelle Tiefzinssituation. Analog konnte die BLB daher auch bei den Zinsaufwendungen einen deutlichen Rückgang in Höhe von 32.4% auf 6.7 Mio. CHF verbuchen. Die gemäss den neuen Rechnungslegungsvorschriften zulasten des Nettozinserfolgs zu verbuchenden Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen erforderten eine kleine Korrektur von 0.1 Mio. CHF. Trotz des anhaltend anspruchsvollen Umfelds ist es der BLB gelungen, die Nettozinsmarge bei 1.38% zu halten, wie dem Geschäftsbericht entnommen werden kann. Im zinsindifferenten Geschäft belasteten die um 8.5% auf 2.4 Mio. CHF gesunkenen Kommissions- und Dienstleistungserträge, während im Handelsgeschäft sogar ein kleiner Verlust von 0.1 Mio. CHF nach einem Vorjahresgewinn von 0.3 Mio. CHF resultierte. Belastend wirkten sich die geringeren Transaktionsvolumen der Kunden sowie Verluste auf den eigenen Fremdwährungsobligationen aus. Der übrige ordentliche Erfolg, der Erträge aus den eigenen Liegenschaften in Höhe von 0.5 Mio. CHF nach 0.4 Mio. CHF im Vorjahr beinhaltet, stieg um 0.1 Mio. CHF auf 1.1 Mio. CHF an.

Filialnetz gestrafft

Die BLB profitierte im Geschäftsjahr 2015 von einem Rückgang der Kosten um 5.8% auf 15.2 Mio. CHF. Hierfür verantwortlich war neben einem strikten Kostenmanagement die Straffung im Filialnetz. Deutlich wird dies vor allem beim Sachaufwand, der um 9.3% auf 7.4 Mio. CHF sank, während die Personalkosten um 2.2% auf 7.8 Mio. CHF fielen. Die Konzentration des Filialgeschäfts auf die neuen Häuser in Huttwil und Langnau liess die Abschreibungen um 0.1 Mio. CHF auf 1.4 Mio. CHF ansteigen. So resultierte nach Wertberichtigungen in Höhe von 0.2 Mio. CHF ein Geschäftserfolg (vormals Zwischenergebnis) in Höhe von 6.8 Mio. CHF, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 11.4% entspricht. Nach einem Anstieg der Steuerausgaben um 150’000 CHF auf 1.1 Mio. CHF resultierte ein Gewinnplus von 6% auf 4.1 Mio. CHF. Die Aktionäre partizipieren am besseren Ergebnis mit einer um 0.50 CHF auf 10.50 CHF pro Aktie erhöhten Dividende.

Konstante Kosten erwartet

Die BLB erwartet für 2016 weiterhin tiefe Zinsen während des ganzen Jahres, was zu einem leichten Minus des Zinserfolgs bei einer tieferen Zinsmarge führen soll. Der Rückgang des Zinserfolgs soll durch Zuwächse im zinsindifferenten Geschäft kompensiert werden. Dank der im letzten Jahr erfolgten Bereinigung des Filialnetzes werden Kosten in Vorjahreshöhe erwartet. Weiter ausgebaut werden soll das digitale Angebot für die Kunden mit den hierzu notwendigen Investitionen. Unter Berücksichtigung aller vorgenannten Faktoren wird ein Jahresergebnis in Vorjahreshöhe erwartet, sofern die Konjunktur stabil bleibt. Bei einer möglichen Abschwächung der Wirtschaft sei auch ein leicht unter dem Vorjahr liegendes Ergebnis möglich, so die Bernerland Bank.

Die BLB konnte ihre eigenen Prognosen im Geschäftsjahr 2015 deutlich übertreffen. Anstatt eines erwarteten Gewinnrückgangs stieg das Ergebnis an. Positiv zu bewerten ist auch, dass es der Regionalbank gelang, die Zinsmarge auf dem Vorjahresniveau von 1.38% zu halten. Dank der Straffung des Filialnetzes konnten die in den letzten Jahren angestiegenen Kosten wieder gesenkt werden. Als grundsolide kann das Bilanzgeschäft angesehen werden. Die BLB hat trotz des starken Anstiegs der Ausleihungen noch einen überdurchschnittlich hohen Deckungsgrad der Kundenausleihungen von 89%. Auch der Eigenmitteldeckungsgrad liegt mit gut 205% der gesetzlich erforderlichen Eigenmittel auf einem erfreulich hohen Niveau.

Die Aktien der BLB werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 465 CHF weisen die Titel eine Dividendenrendite von 2.26% auf. Auf der Basis des Geschäftserfolgs für 2015 werden die Aktien mit einem nicht mehr niedrigen KGV von knapp 13 bewertet. Keinesfalls eine Überbewertung signalisiert hingegen das Kurs/Buchwert-Verhältnis. Die Titel werden mit einem Discount von knapp 30% auf den Buchwert gehandelt. Dabei ist auch bei der BLB davon auszugehen, dass die Bilanz stille Reserven enthält, weshalb der Substanzwert der Titel nochmals höher als der Buchwert sein dürfte. Aus diesem Grund sind die Titel wegen des Discounts zum inneren Wert als Depotbeimischung für Anleger mit einem Faible für Substanzwerte geeignet.

Hinweis in eigener Sache: Am 31. Mai findet der Branchentalk Regionalbanken wieder statt. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.schweizeraktien.net/branchentalk/branchentalk-regionalbanken.

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