Repower: Kapitalerhöhung über 150 Mio. CHF geplant, EKZ und UBS-Fonds steigen ein

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Stromleitung von Repower, die künftig auch dem EKZ und einem UBS-Fonds gehören werden. Bild: www.repower.ch
Stromleitung von Repower, die künftig auch dem EKZ und einem UBS-Fonds gehören werden. Bild: www.repower.ch

Bereits in der letzten Woche gab es Anzeichen dafür, dass sich die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) an der Repower AG beteiligen wollen. Heute folgte die Bestätigung. Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung bekannt gab, plant die Repower AG die Durchführung einer Bezugsrechts-Kapitalerhöhung im Umfang von mindestens 150 Mio. CHF. EKZ und der UBS-Fonds Clean Energy Infrastructure Switzerland (UBS-CEIS) hätten sich verpflichtet, sich mit 150 Mio. CHF an der vorgesehenen Kapitalerhöhung zu beteiligen. Gemäss der Medienmitteilung werden die EKZ einen Anteil von 90 Mio. CHF und der UBS-CEIS einen Anteil von 60 Mio. CHF zeichnen. Neben den zwei neuen Aktionären würden die bestehenden Hauptaktionäre, der Kanton Graubünden und die Axpo Holding AG, mit ihren substanziellen Beteiligungen engagiert bleiben. Sie werden im Rahmen der Kapitalerhöhung allerdings auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichten.

Bezugspreis liegt bei 43 CHF

Im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung am 21. Juni 2016 soll das Aktienkapital von 3’408’115 CHF auf maximal 8’179’476 CHF durch Ausgabe von maximal 4’771’361 neuen Namenaktien mit einem Nennwert von je 1 CHF zu einem Bezugspreis von 43 CHF pro neue Aktie erhöht werden. Der Bezugspreis entspreche dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 20 Tage, teilte Repower weiter mit. Die Bezugsrechte der Aktionäre blieben gewahrt. Bisherige Aktionäre können für je fünf bisherige Aktien sieben neue Aktien beziehen. „Mit der geplanten namhaften Beteiligung zweier renommierter und langfristig ausgerichteter Investoren sehen wir uns in unserer strategischen Neuausrichtung bestärkt. Mit der Kapitalerhöhung wird Repower in der Lage sein, an den fundamental veränderten Energiemärkten auch in Zukunft als starker Partner aufzutreten.“, so wird Repower-CEO Kurt Bobst in der Medienmitteilung zitiert.

Zudem soll der Verwaltungsrat im Rahmen der GV neu zusammengesetzt werden und künftig maximal sieben Mitglieder umfassen. Dr. Eduard Rikli (Präsident), Dr. Manfred Thumann, Dr. Rudolf Huber, Placi Berther und Gerhard Jochum verzichten auf ihre Wiederwahl. Dr. Martin Schmid, Claudio Lardi, Rolf W. Mathis, Dr. Urs Rengel, Roland Leuenberger und Peter Eugster werden an der a.o. GV zur Wahl vorgeschlagen.

Die Namenaktien der Repower AG werden ausserbörslich auf der Plattform OTC-X gehandelt. Zuletzt lagen die bezahlten Kurse bei 48 CHF (30.5.2016).


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1 KOMMENTAR

  1. Das Problem ist nicht so sehr, dass sich der Kanton in die Geschäfte der Repower einmischte, sondern eher, dass er es nicht tat, als er es hätte tun müssen. Aber klar, eine Gesellschaft in rein privatem Besitz hätte keine derart überrissene Strategie aufgesetzt, denn die Privaten hätte ihr Vermögen verloren, hätten sie ihre Aufsichtspflicht verletzt oder wären sie einfach inkompetent gewesen. Mario Cavigelli verliert dagegen gar nichts, nicht einmal seinen Sitz als Regierungsrat und Martin Schmid wird deswegen auch seinen als Ständerat nicht verlieren.

    Ausserdem hätte eine rein private Firma auch gar keine derart überhöhte Strategie fahren können — weit über 300 Millionen wurden in den Sand gesetzt, vgl. http://bit.ly/selbstverschuldet —, denn keine Bank hätte einer privaten Gesellschaft dafür Geld geliehen. Ein Unternehmen, das aber scheinbar eine Staatsgarantie besitzt, konnte das. Dieser Fehlanreiz zu überhöhtem Risiko ist eines der Probleme von Gesellschaften wie Alpiq, Axpo, Repower oder Swisscom.

    Aus der Sicht des Zürchers ist diese Übernahme — u. U. werden UBS und EKZ zusammen mehr als 50 der Repower besitzen — keine gute Nachricht. Nur weil nochmals Geld eingeschossen wird, heisst das keineswegs, dass Repower wieder profitabel werden wird, wie der CFO an der Medienkonferenz korrekt bemerkte (http://bit.ly/EKZ-Bailout). Die Chance ist gross, dass nun primär die Unterländer Geld mit Repower in den Sand setzen, besonders wenn, was offenbar beabsichtigt ist, das kolossal defiziäre Italiengeschäft der Repower aufrecht erhalten werden soll.

    Aus Zürcher Sicht ist kein guter Grund für eine überteuerte Aufstockung der Beteiligung des Kantons Zürich an einem Energieunternehmen auszumachen, das auf der Intensivstation liegt. Es ist erschreckend, dass ein Deal solcher Tragweite an den politischen Entscheidungsträgern vorbei entschieden werden konnte.

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