Macro Perspective: Prognosen 2016-2020 weitestgehend intakt, geänderte Lage beim Öl – Nachhaltige Zinswende als Gefahr für Aktien und Immobilien

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Auch wenn sich der Ölpreis binnen Jahresfrist deutlich erholt hat, ist er noch weit von früheren Niveaus entfernt. Chart: www.moneynet.ch
Auch wenn sich der Ölpreis binnen Jahresfrist deutlich erholt hat, ist er noch weit von früheren Niveaus entfernt. Chart: www.moneynet.ch

Zum Jahresauftakt, der Zeit der Prognosen, ist es auch opportun, die in der Macro Perspective in der Vergangenheit gegebenen kritisch zu überprüfen und anzupassen, wo erforderlich. Zur Übersicht folgen die im Oktober 2015 erstellten Prognosen unten im Original. Diese sind weitgehend intakt.

Zwar hat sich die Lage beim Öl durch die Trump-Wahl geändert, denn die USA wollen aus den selbst auferlegten Verpflichtungen zur Beschränkung des Ausstosses von Treibhausgasen wieder aussteigen, doch wird durch die wieder angekurbelte Produktion der Schiefergase das Ölangebot erhöht, was sich auf den Preis niederschlägt, allen OPEC-Initiativen zur Limitierung der Fördermengen zum Trotz. Damit dürften sich die Budgetkrisen in Saudi-Arabien, den Golfstaaten, Russland, Venezuela, Nigeria usw. beschleunigen und zur politischen Instabilität beitragen. Unterdessen sinken die Kosten für die Produktion regenerativer Energien weiterhin. Inzwischen hat sich einmal mehr China an die Speerspitze der Entwicklung gesetzt und will globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie werden. Der US-Dollar bleibt im Höhenflug, was die terms of trade für Rohstoffproduzenten verbessert. So gesehen könnten Brasilien, Indonesien, Australien 2017 eine überraschende wirtschaftliche Erholung erfahren. Geopolitisch werden derzeit die Karten neu gemischt. Klar ist, dass Russland und China jeweils ihre Einfluss-Sphäre ausdehnen, die USA sich mehr auf sich selbst besinnen und Europa durch Spaltung an Kohärenz und Bedeutung verliert. Ist die Zinswende nachhaltig, werden auch die Aktien- und Immobilienmärkte einer Korrektur unterworfen. Vorsicht ist angebracht.

Prognosen 2016-2020

  1. Carbon Divestment Movement erreicht rasch 10 Bio. US-Dollar.
  2. Ölpreis erholt sich zeitweise, bleibt aber wegen Überangebot und teuren carbon-capture-Auflagen im säkularen Abwärtstrend. Untere Preisbandbreite könnte bei 10-25 US-Dollar je Barrel liegen.
  3. Mehr Investment in Regenerative Energien senkt Produktionskosten signifikant.
  4. US-Dollar bleibt als Einäugiger König im Land der Blinden und tendiert aus geopolitischen Gründen fest.
  5. Die US-Dollar Verbindlichkeiten der Emerging-Market-Unternehmen in Höhe von 10 Bio. US-Dollar führen zu einer Insolvenzkaskade von schwer vorstellbarem Ausmass.
  6. Die Blase an den Bondmärkten platzt, Staatsschuldenkrise in Europa rückt center stage.
  7. Spekulative Immobilienblase platzt, Renditeobjekte bleiben als Sachwert dennoch gefragt.
  8. Aktienmärkte werden volatiler, Überbewertungen werden durch Korrekturen abgebaut. Als Sachwert bleiben rational bewertete Unternehmensbeteiligungen aber langfristig gefragt.
  9. China, Russland, Indien, Pakistan, Iran, weitere Länder der Shanghai Cooperation werden als Gegenspieler von USA und NATO ihre Interessen hart, notfalls militärisch vertreten.
  10. USA und Europa verlieren relativ an Gewicht und Bedeutung.
  11. Der Goldpreis wird weiter mit allen Mitteln gedrückt, dürfte aber wegen Kapazitätsstilllegungen, mangelnder Exploration und Finanzkrisen bis 2020 dennoch in der Nähe der Hochs bei 1’900 US-Dollar je Feinunze liegen, plus/minus 20%.
  12. Öl-, Chemie- und Automobilindustrie werden für Umwelt- und Katastrophenschäden haftbar gemacht, auch auf Druck der Versicherungsindustrie, deren relevante Schadensummen sich vervielfacht haben.

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