Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG: Höhere Abschreibungen und tieferer Finanzertrag belasten Ergebnis – auf Dividendenausschüttung soll verzichtet werden

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Winter im Hoch-Ybrig-Gebiet. Bild: schweizeraktien.net

Die auf OTC-X im ausserbörslichen Segment gehandelte Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG ist Betreiberin verschiedener touristischer Anlagen – insbesondere Transportanlagen (Luftseilbahn, Skilifte, Sesselbahnen) – in der Ganzjahres-Ferienregion Hoch-Ybrig im Kanton Schwyz.

Das am 31. Oktober 2016 beendete Geschäftsjahr 2015/2016 war für die Gesellschaft unter dem Strich ein durchwachsenes Geschäftsjahr, obwohl sich das operative Transportgeschäft im Marktvergleich sogar leicht positiv mit einem Zuwachs von 2% entwickelt hat und an die Vorjahresergebnisse anknüpfen konnte. Lag der Verkehrsertrag 2015/2015 noch bei 6.35 Mio. CHF, so erhöhte sich dieser in der Saison 2015/2016 auf 6.48 Mio. CHF.

Sommer- und Herbstgeschäft 2016 laufen erfreulich

Das Sommer-/Herbstgeschäft legte dabei sogar – von tiefer Basis aus – um erfreuliche 19% zu. Allerdings steht das Sommergeschäft nur für 8% des gesamten Umsatzes (Verkehrsertrag+Nebenertrag) von knapp 7.5 Mio. CHF. Der weit überwiegende Teil der Umsätze – 78% – wird mit dem Transportgeschäft im Winter erwirtschaftet und das Geschäft im Winter entwickelte sich „nur“ seitwärts mit einem praktisch unveränderten Verkehrsertrag von 5.9 Mio. CHF. 14% der Umsätze oder etwa 1 Mio. CHF entfielen 2015/2016 auf die im Vergleich zum Vorjahr leicht tieferen „Nebenerträge“, beispielsweise Dienstleistungen (0.4 Mio. CHF) oder die Vermietung von Liegenschaften (0.3 Mio. CHF). Der Gesamtumsatz lag mit einem Zuwachs um +0.2% praktisch auf dem Vorjahresniveau (2014/2015: 7.48 Mio. CHF).

Das EBITDA fiel 2015/2016 aufgrund eines deutlich um mehr als 150% ausgeweiteten Material- und Warenaufwands von 0.2 Mio. CHF (Vj. 0.08 Mio. CHF) sowie um etwa 2% höherer Personalaufwendungen bei einem nur unterproportional um -1.2% rückläufigen sonstigen Betriebsaufwand auf gut 1.5 Mio. CHF und lag damit etwa um 8% unter dem Vorjahr. Die Abschreibungen betrugen 2015/2016 hohe 1.8 Mio. CHF und waren damit betragsmässig etwa 234’000 CHF oder gut 15% über Vorjahr. Ursächlich waren hierfür insbesondere höhere Abschreibungen für die neue Sesselbahn Laucherenstöckli. In dieser Ausgangslage resultierte aufgrund der diesmal ausserordentlich hohen (nicht liquiditätswirksamen) Abschreibungen in Verbindung mit den höheren Aufwendungen ein (negatives) EBIT von minus 257’499 CHF nach plus 113’085 CHF. Da auch der Finanzertrag nach plus 445’632 CHF im Vorjahr 2014/2015 diesmal mit nur noch plus 282’854 CHF deutlich tiefer ausfiel, rutschte der ausgewiesene Jahresgewinn nach Steuern – trotz eines Einmalertrags von 80’000 CHF aus einer „Entschädigung für die Erweiterung eines Baurechts“ – von zuvor +460’969 CHF um fast 90% auf nur +50’918 CHF ab.

Grundsolide Bilanz mit EK-Quote von 94%

Das bilanzielle Eigenkapital beträgt 16.8 Mio. CHF nach 17.3 Mio. CHF im Vorjahr. Bezogen auf die einzelne Aktie – es sind 500’000 Aktien ausstehend – entspricht dies einem anteiligen Eigenkapital von 33.68 CHF je Aktie. Mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 94% (Vj. 92%) bei einer anhaltend sehr komfortablen Liquiditätslage – alleine die Flüssigen Mittel lagen bei 2.3 Mio. CHF (Vj. 2.5 Mio. CHF) per 31. Oktober 2016 – präsentiert sich die Bilanz der Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG unverändert als grundsolide. Und dennoch: Trotz der starken Bilanzstruktur ist das Ergebnis 2015/2016 „unter dem Strich“ – insbesondere auf Stufe Reingewinn – enttäuschend und kann nicht an die guten Vorjahre anknüpfen.

Aufgrund dieser Einbussen beim Gewinn beantragt der Verwaltungsrat der heute am 11. April 2017 stattfindenden Generalversammlung, anders als in den Vorjahren und ungeachtet der extrem soliden Bilanz, auf eine Ausschüttung zu verzichten. Noch im Vorjahr 2014/2015 hatte die Gesellschaft eine attraktive Dividende von 1 CHF je Aktie ausgeschüttet, entsprechend einer damaligen Rendite von fast 4%.

Unsere Einschätzung aus dem Vorjahrdass die Gesellschaft, vorbehältlich grösserer Investitionen in den Betrieb, auch in den Folgejahren attraktive Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten wird„, hat sich damit zumindest für das Geschäftsjahr 2015/2016 nicht bewahrheitet. Nicht bewahrheitet hat sich kurzfristig mit der jetzt erfolgten „Radikalkur“ bei der Dividende allerdings auch die von der Gesellschaft noch im Geschäftsbericht 2014/2015 (S. 3) geäusserte „Zuversicht für eine erfolgreiche Zukunft„.

Aus Sicht der Aktionäre ist diese plötzliche „Nulldiät“ nach zuvor sieben Jahren der Dividendenkontinuität – gerade auch mit Blick auf die starke Bilanz und die hohe Eigenkapitalquote – enttäuschend, doch kann angesichts dieser Massnahme nicht ausgeschlossen werden, dass bei der Gesellschaft in nächster Zeit grössere Investitionen auf der Agenda stehen. Die heutige Generalversammlung sollte hier weitere Details liefern können.

Das Aktienkapital von 2.5 Mio. CHF ist in 500’000 Namenaktien à 5 CHF nominal eingeteilt. Auf Basis der zuletzt bezahlten OTC-X-Kurse von 25.50 CHF (03.04.2017) ergibt sich eine im Vergleich zum Vorjahr fast unveränderte Marktkapitalisierung von knapp 13.0 Mio. CHF, wobei die letztjährige Dividende von 1.00 CHF für das Geschäftsjahr 2014/2015 mittlerweile abgeflossen ist. Die Aktie wird aktuell auf OTC-X zu 23.00 CHF gesucht und zu 29.70 CHF (10. April 2017) angeboten.

Ohne eine laufende Ausschüttung – wie in den Vorjahren – reduziert sich die „Anlagequalität“ der nur selten gehandelten, illiquiden Hoch-Ybrig-Aktie deutlich. Aus Liquiditätsüberlegungen eignet sich der Titel vor allem für Anleger mit einem Bezug zur Region. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt: Am Tag der Generalversammlung – in diesem Jahr, wie erwähnt, heute am 11. April 2017 in der Bergstation der Luftseilbahn Weglosen-Seebli ab 15.30 Uhr – können die im Aktienregister eingetragenen Aktionäre alle Hoch-Ybrig-Transportanlagen kostenfrei nutzen.

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