Loeb Holding: Rückkehr in die Gewinnzone – Dividende wird auf 5 CHF erhöht

Loeb strafft Filialnetz und kehrt so in die Gewinnzone zurück.

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Loeb ist an sehr attraktiver Lage in Bern domiziliert.
Das Haupthaus der Berner Warenhauskette wird derzeit umgebaut. Quelle: Loeb Hodling AG

Die Loeb Holding AG konnte im Geschäftsjahr 2017 nach einem verlustreichen Vorjahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die Berner Warenhauskette setzte im Berichtsjahr die im Vorjahr beschlossene Straffung des Filialnetzes gepaart mit einer konsequenten Ausrichtung auf attraktive und zukunftsträchtige Innenstadtlagen um. So wurden, wie dem neuesten Geschäftsbericht entnommen werden kann, die MAGGS-Filiale in Biel, zwei Stores in Bern und die Shoppyland-Filiale geschlossen. Zusätzlich wird der Store in Luzern vom Modehaus Hallhuber selbst betrieben. Neben der Reorganisation des Filialnetzes wurden im Konzern zahlreiche Optimierungsmassnahmen durchgeführt. Diese umfassten etwa die Anpassung der Logistikprozesse, die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems und einen neuen Einkaufsprozess. Diese Massnahmen wirkten sich positiv auf die Kostenstruktur aus, so dass trotz einem Umsatzminus von 6.4% auf 87.6 Mio. CHF ein Reingewinn von 3.6 Mio. CHF erzielt wurde.

Filialnetzbereinigung lässt Umsätze sinken

Im Geschäftsjahr 2017 gelang es Loeb, den seit der Aufhebung der Kurs-Untergrenze für den Euro eingetretenen Trend zu rückläufigen Umsätzen zumindest zu begrenzen. Negativ auf die Einnahmen wirkten sich im Berichtsjahr vor allem die Filialschliessungen aus. Zusammen mit den weiteren Kostensenkungsmassnahmen führte dies zu einem Minus des Betriebsaufwands von 6.2 Mio. CHF respektive minus 14.2% auf 37.6 Mio. CHF. Das grösste Kostenminus konnte beim Personalaufwand verzeichnet werden. Dieser ging infolge der Reduktion des Mitarbeiterbestands von 360 Vollzeitstellen im Vorjahr auf noch 323 Stellen um 3 Mio. CHF auf 23 Mio. CHF zurück. Gleichzeitig sorgte die Straffung des Filialnetzes für eine Reduktion des Raumaufwands um 2.8 Mio. CHF auf 4.6 Mio. CHF. Hierin mitenthalten ist der Wegfall der Baurechtszinsen für das Gebäude an der Spitalgasse 55 in Bern, das von der Gruppe übernommen wurde. Im Ergebnis führte dies zu einem deutlichen Anstieg des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) von 57% auf 10.1 Mio. CHF. Bei den Abschreibungen verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg der ordentlichen Sachabschreibungen um 0.3 Mio. CHF auf 8.3 Mio. CHF. Da aber im Gegensatz zum Vorjahr keine ausserordentlichen Abschreibungen wegen der Filialschliessung anfielen (2016: 0.8 Mio. CHF), reduzierte sich die Gesamtsumme der Abschreibungen um 0.5 Mio. CHF auf 8.3 Mio. CHF. Dies führte zu einem positiven EBIT von 1.8 Mio. CHF nach einem Vorjahresverlust von 2.4 Mio. CHF.

Finanzerträge steigen 2017 kräftig auf 4.3 Mio. CHF an

Die gute Entwicklung an den Finanzmärkten liess die Finanzerträge um 2.3 Mio. CHF auf 4.3 Mio. CHF anschwellen. Zeitgleich sanken die Finanzaufwendungen um 0.5 Mio. CHF auf 1.6 Mio. CHF. Im Vorjahr wurde die Erfolgsrechnung zudem noch durch ausserordentliche Kosten im Umfang von 4.1 Mio. CHF belastet. Diese wurden durch einen positiven Steuerertrag im Umfang von 2 Mio. CHF etwas abgemildert. Im Berichtsjahr schlugen die Steuern mit einem Aufwand von 0.9 Mio. CHF zu Buche. Unter dem Strich resultierte so ein Reingewinn von 3.6 Mio. CHF nach einem Vorjahresverlust von 4.6 Mio. CHF. Die Aktionäre und PS-Inhaber erhalten eine Dividende von 5 CHF nach einer Nennwertrückzahlung von 1.50 CHF im Vorjahr.

Investitionsprogramm von 20 Mio. CHF gestartet

Die Loeb-Gruppe investiert bis ins Jahr 2020 rund 20 Mio. CHF in die drei Warenhäuser in Bern, Thun und Biel. Seit Januar 2018 laufen die umfangreichen Erneuerungs- und Umbauarbeiten in der 5. Etage im Berner Haupthaus. Im laufenden Jahr folgen noch die 4. Etage und das Erdgeschoss. Ab 2019 werden die übrigen Etagen umgebaut. Während des Umbaus bleibt das Warenhaus geöffnet, so dass die Kunden in dieser Zeit auch das komplette Sortiment erwerben können. Mit der Modernisierung will Loeb zusätzliche Erlebniswelten schaffen und die Kundennähe erweitern. Auch im Onlinegeschäft ist das traditionsreiche Berner Warenhaus aktiv: So werden verschiedene innovative Projekte vor allem für den Haushaltsbedarf getestet.

Die Geschäftszahlen von Loeb für 2017 fallen nicht nur angesichts des weiter harzigen Marktumfelds für den Einzelhandel, wie etwa der Gewinnrückgang von rund 20% beim Detailhandelsriesen Migros verdeutlicht, gut bis sehr gut aus. Mit der Straffung des Filialnetzes und den Optimierungsmassnahmen in den Geschäftsprozessen wurde eine im Detailhandel ansehnliche Ertragsmarge von 2% auf Stufe EBIT erreicht. Dank der sehr guten Entwicklung der Aktienmärkte konnte auch das Finanzergebnis massiv verbessert werden, so dass unter dem Strich ein sehr ansprechendes Resultat erwirtschaftet wurde. Am guten Ergebnis partizipieren auch die Aktionäre respektive PS-Inhaber mit einer auf 5 CHF erhöhten Ausschüttung. Als grundsolide angesehen werden kann auch die Bilanz mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von 70% der Bilanzsumme. Zudem dürfte Loeb über erhebliche stille Reserven im Immobilienvermögen verfügen.

Von der Gesellschaft sind sowohl der stimmrechtslose Partizipationsschein (PS) als auch die Namenaktie auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gelistet. Nennenswerte Umsätze finden indessen nur beim PS statt. Der letztbezahlte Kurs des PS lag bei 196 CHF. Auf dieser Basis weist der Titel eine zumindest im aktuellen Tiefzinsumfeld attraktive Rendite von 2.6% auf. Gleichzeitig werden die Titel mit einem Abschlag von über 45% zum ausgewiesenen Buchwert von 366 CHF, der seinerseits den Substanzwert nicht unerheblich unterschreiten dürfte, gehandelt. Als wenig geeignet zur Bewertung der Papiere erscheint das KGV, das mit gut 26 für 2017 als teuer angesehen werden muss. Die Papiere eignen sich vor allem wegen des hohen Substanzwerts und der zumindest im laufenden Jahr ansehnlichen Rendite zur Anlage für Investoren mit einem Faible für Substanzwerte.

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