BVZ Holding: Rekordertrag lässt Gewinn anschwellen – Dividende unverändert

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Die BVZ Holding AG konnte im 2018 trotz des sehr schwierigen Starts mit witterungsbedingten Streckenunterbrechungen ein deutliches Umsatzplus von 9,5% auf 166 Mio. CHF verbuchen. Der heisse Sommer 2018 lockte sehr viele Schweizer in die Berge, was sich vor allem auf den Ausflugsverkehr auf den Gornergrat positiv auswirkte. Dieser verbuchte denn auch ein Umsatzplus von 9%. Davon profitierte auch das Geschäftsfeld Mobilität, das ebenfalls um beachtliche 5,7% avancierte.

Starker Regionalverkehr

Haupteinnahmequelle der BVZ ist das im Geschäftsfeld Mobilität zusammengefasste Transportgeschäft. Hier entwickelte sich vor allem der Regionalverkehr mit einem Plus von 6,7% auf 54.9 Mio. CHF positiv. Leichte Rückgänge von je unter 1% verzeichneten die Bereiche Güterverkehr und Autotransport. Leicht zugenommen haben die Abgeltungsleistungen durch die öffentliche Hand mit 0,5% auf 32.7 Mio. CHF.

Glacierexpress neu unter sonstigen Erträgen

Mit der Ausgliederung des Glacier Express in eine eigene Gesellschaft, an der die BVZ und die Rhätische Bahn je 50% besitzen, werden dessen Erträge im Bereich der sonstigen Leistungen zusammengefasst. Diese legten um 18.6 Mio. CHF respektive 123,3% auf 33.6 Mio. CHF zu. Hierin fliessen je 50% der Einnahmen aus dem Glacier Express Verkehr und Restauration. Der Löwenanteil des Einnahmenplus geht denn auch auf das Konto des Glacier Express. Dieser erfreute sich auch im Berichtsjahr einer steigenden Nachfrage, die sich in einer Zunahme um 6% auf 233’000 Fahrgäste niederschlug. Ebenfalls zu den sonstigen Erträgen gehört das Dienstleistungsgeschäft mit Einkünften aus Services für Dritte.

Deutliche Spuren hinterliess die neue Verbuchung des Glacier Express auch in der Erfolgsrechnung. So zogen die Material- und Dienstleistungsaufwendungen um 15,2% auf 37.2 Mio. CHF an. Auch die Personalkosten stiegen um 3,1% auf 56.8 Mio. CHF. Bereinigt um die Effekte des Glacier Express sind die Personalkosten sogar leicht tiefer ausgefallen, informierte Finanzchefin Alice Kalbermatter anlässlich der Präsentation der Zahlen für 2018 in Brig. Gesamthaft stieg der Betriebsaufwand gegenüber dem Vorjahr um 6,2% auf 118.3 Mio. CHF an. Im Ergebnis führte dies zu einem stark überproportionalen Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) von 18,7% auf 47.7 Mio. CHF. Trotz der investitionsbedingt um 1% angestiegenen Sachabschreibungen resultierte ein um 39,2% höheres EBIT bei 25.9 Mio. CHF. Unter dem Strich wurde ein Gewinnplus von 49% auf 18.6 Mio. CHF erwirtschaftet. Die Aktionäre sollen eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 14 CHF pro Aktie erhalten.

Ergebnisse in Vorjahreshöhe erwartet

Für das laufende Jahr zeigt sich die BVZ optimistisch. So sollen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Rekordwerte des Vorjahres wiederum erreicht werden. Wie Kalbermatter an der Bilanzmedienkonferenz in Brig durchblicken liess, werden die Investitionen im laufenden Jahr die Vorjahreswerte übertreffen. In Andermatt wird derzeit der Bahnhof neu gestaltet. Zudem erstellt die BVZ zusammen mit Partnern neue Wohnungen, die ab Jahresende 2019 zur Vermietung bereitstehen. Ein Verkauf der Immobilien ist nicht geplant, informierte VR-Präsident Jean-Pierre Schmid.

Fazit

Die Geschäftszahlen der BVZ für 2018 fallen sehr gut aus. Dank der hohen Fixkostenlastigkeit des Bahngeschäfts führten die Mehreinnahmen zu einem markanten Gewinnplus. Besonders deutlich wird dies beim Geschäftsfeld Mobilität, das einen Gewinnsprung von 200’000 CHF auf 5.2 Mio. CHF verbuchte. Der Gewinn aus diesem stark reglementierten Bereich steht den Aktionären der Gesellschaft nicht zur Verfügung und darf nicht ausgeschüttet werden. Er muss in das abgeltunsgberechtigte Geschäft reinvestiert werden. Zulässig ist es auch, Rückstellungen für die Anschaffung neuen Rollmaterials zu bilden. In den nächsten Jahren stehen denn auch grosse Investitionen in die Erneuerung der Züge von gesamthaft zwischen 270 und 290 Mio. CHF an. In drei Etappen ab 2023 sollen insgesamt 27 neue Triebzüge beschafft werden. Aktuell läuft die Ausschreibung. Sofern alles plangemäss läuft, kann der Entscheid über die Bestellung noch vor Jahresende 2019 fallen.

Als gut angesehen werden können die Bilanzkennzahlen der BVZ mit einer Eigenmittelquote von 45,9%. Die Aktien der BVZ sind an der SIX Swiss Excange Swiss Exchange kotiert. Auf Basis der letztbezahlten Kurse von 905 CHF weisen die Titel eine auch im aktuellen Tiefzinsumfeld wenig attraktive Dividendenrendite von knapp 1,6% auf. Wegen des Kursanstiegs in den letzten Wochen ist auch kein Discount mehr gegenüber dem ausgewiesenen Buchwert von rund 880 CHF per 31. Dezember 2018 auszumachen. Einzig auf der Basis des KGV erscheinen die Aktien mit einem Wert von annähernd 10 für das Berichtsjahr nicht überteuert.

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