Sustainability Leaders auf OTC-X: Top-Spot für Weleda

Mit Nachhaltigkeit auf Erfolgskurs

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In der eben veröffentlichten Studie von Facit Research ist Weleda Naturkosmetik, laut den befragten Frauen in Deutschland, die mit Abstand „nachhaltigste“ Marke. Das ist nicht nur die Folge der verbesserten Marketingstrategie, sondern auch Ergebnis einer fast hundertjährigen Konzentration auf Gesundheit, Pflanzenmedizin und Natur. Die Kosmetiksparte, auf die 75% des Umsatzes entfallen, legte 2018 ein Wachstumstempo von über 5% vor, der Reingewinn stieg um 10,4%.

Weleda im Ranking der Nachhaltigkeitsstudie 2019 auf Platz 1. Quelle: Facit Research

Die Facit-Studie beschränkt sich auf eine Umfrage unter Frauen und fokussiert ausschliesslich auf Beauty-Produkte. Untersucht wurden die ökologische Glaubwürdigkeit und die Authentizität der Marken. Faktoren waren u.a. Vermeidung von Verpackungen, Verwendung zertifizierter Inhaltsstoffe, regionale Produktion und schonender Umgang mit Ressourcen.

Klare Marktführerschaft

Es ist nicht unbedingt überraschend, aber nichtsdestotrotz bemerkenswert, dass Weleda auf volle 100 Indexpunkte kommt, die nächstplatzierten Lavera und Kneipp jedoch erst mit deutlichem Abstand und 82,2 respektive 79,1 Punkten folgen. Alle Positionen zwischen zwei und zehn sind zwischen 82,2 und 63,7 geclustert. Klarer kann sich die Führungsposition nicht manifestieren! Dass Weleda zum wiederholten Mal auch 2018 die „Sustainable Beauty Awards“ der nachhaltigen Kosmetikbranche gewann, ist eine Folge der langjährigen Bemühungen und Innovationen, die von den Endkonsumenten zunehmend geschätzt werden.

Zertifikate schaffen Vertrauen

Angesichts der Flut von Zertifikaten und Labels, die von immer mehr Unternehmen und Industrien ins Leben gerufen werden, ist es für Konsumenten immer schwieriger, den Überblick zu behalten und zu verstehen, was überhaupt von wem und warum zertifiziert wird. Weleda weist zahlreiche Zertifikate auf, manche davon seit vielen Jahren. Und es kommen auch neue hinzu, wie zuletzt der UEBT-Standard, der für „Union for Ethical Biotrade“ steht. Hierbei geht es für Weleda um die mehr als tausend Lieferketten der bezogenen Rohstoffe unter Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Aspekte.

Kollegiale Führung seit 2017

Seit 2017 kam es zudem zu einem Übergang im Management-Stil. Statt für einen neuen CEO hat sich die Gesellschaft nun für eine „kollegiale“ Führungsmannschaft von vier Managern entschieden. Zahlreiche Initiativen gehen von den nun stärker eingebundenen Mitarbeitenden aus, was neue Kreativität und Energie freizusetzen scheint. Ein Beispiel sind die ersten Schritte zum Aufbau einer Dienstleistungssparte für Gesundheit durch Eröffnung der drei ersten Spa-Betriebe in den Niederlanden. Viele Innovationen, eine sichtbar werdende Spezialisierung, die sich auch in Sortimentsbereinigungen ausdrückt, eine durchdachte und länderspezifische Marketingstrategie sowie vor allem die erfolgreiche internationale Expansion schlagen sich inzwischen deutlich in den Zahlen nieder. Ohne Wechselkursverluste hätte der Umsatzzuwachs 2018 sogar 4,4% betragen.

Hohe Investitionen

Die Zuversicht drückt sich auch in den Investitionen über mehrere Jahre von insgesamt rund 100 Mio. Euro in neue Logistik- und Produktionsstätten in Deutschland und der Schweiz aus. Obwohl zwar Deutschland, Frankreich und die Schweiz immer noch mehr als die Hälfte des Gruppenumsatzes beisteuern, so ist in Westeuropa doch eine überwiegend stagnierende Tendenz auszumachen, was auch auf den immer schärferen Wettbewerb in der Naturkosmetik zurückzuführen ist.

Neue Märkte mit hohen Zuwachsraten

Dagegen brillieren Brasilien, Russland, die USA, Skandinavien und Osteuropa mit hohen Zuwachsraten, die natürlich auch auf den Basiseffekt zurückzuführen sind. Dennoch ist beeindruckend, wie schnell beispielsweise Brasilien nun auf über 10 Mio. Euro Jahresumsatz gewachsen ist. Prozentual zweistellige Raten erzielten auch Argentinien und die Ukraine. Mit der Gründung von Tochtergesellschaft Nr. 22 in Südkorea hat Weleda nun erstmals den asiatischen Markt betreten. Insgesamt ist Weleda in über 50 Ländern präsent.

Pharmasparte mit schrumpfenden Umsätzen

Im Gegensatz zu dem offensichtlichen Turnaround in der Naturkosmetik ist die Sparte anthroposophische Arzneimittel seit Jahren von einem kontinuierlichen Umsatzschwund betroffen. 2018 betrug er 3,6%. Zu den neuen Schwerpunkten zählt neben den Investitionen in neue Produktions- und Logistikkapazitäten am traditionellen Standort Schwäbisch Gmünd auch ein neu geschaffenes Kompetenzzentrum Pharma, das eine neue Strategie formulieren und letztlich einen Wachstumspfad finden soll. Einen Hinweis, dass und wie das gehen könnte, liefern die südamerikanischen Märkte, bei denen der grössere Teil des Wachstums auf anthroposophische Arzneimittel entfällt.

Nachhaltigkeitsbericht

Die ausführliche Berichterstattung im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht ist vorbildlich. Dort spiegeln sich auch die Fortschritte bei den langfristigen Initiativen wider, etwa zur Reduzierung von Abfall und zur Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien. Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung finden sich in den auf schweizeraktien.net bereits im März und Mai veröffentlichten Einschätzungen.

Fazit

Trotz der hervorragenden Positionierung und dem zuletzt erfolgreichen Wachstumskurs muss doch auch auf die Tatsache hingewiesen werden, dass es sich bei dem auf OTC-X gehandelten Wertpapier von Weleda lediglich um einen Partizipationsschein handelt. Die Partizipanten sind Aktionären nicht gleichgestellt, sondern haben ausschliesslich einen Anspruch auf Gewinnpartizipation. Die Stimmrechte sind nicht mit dem PS verbunden. Die stimmberechtigten vinkulierten Aktien liegen mehrheitlich bei der Klinik Arlesheim und der Antroposophischen Gesellschaft, die auch beträchtliche Spenden von Weleda erhalten, 2018 immerhin 2.3 Mio. Euro. Zum Vergleich: An Kapitalgeber wurden 2018 nur 0.9 Mio. Euro ausgeschüttet. Die Governance ist nicht mehr zeitgemäss, doch ist eine Änderung nicht absehbar. Diese Barriere ist nur für Anleger überwindbar, die die ökologische Ausrichtung der Gesellschaft höher als Mitspracherechte gewichten und/oder die unter Sicherheitsaspekten ein rechnerisches KGV von weniger als sieben als Kompensation für die mangelnden Aktionärsrechte ansehen.

Zuletzt wurden die Partizipationsscheine der Weleda AG auf OTC-X zu 4’020 CHF umgesetzt.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie Swiss Sustainabilty Leaders

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