schweizeraktien.net – Die Woche | 08. Februar 2021

0
481

Vergangenen Montag haben wir auf neue Anlegerkreise hingewiesen, die mit den Millennials und der Generation Z an den Finanzmärkten aktiv geworden sind. Wir wissen nicht, ob diese Entwicklung nachhaltig ist. Allerdings zeigt sich schnell, dass moderne Social-Trading-Plattformen wie «Robinhood» und «etoro» mit sogenannten Fractional Shares und Gratis-Transaktionen Dinge fundamental anders machen als klassische Banken in der Anlageberatung und in der Vermögensverwaltung.

Bei Fractional Shares kauft der Anleger beispielsweise nicht eine bestimmte Anzahl Aktien zu einem entsprechenden Betrag, sondern er investiert einen bestimmten Betrag in die entsprechende Anzahl Aktien. Konkret heisst dies, dass er nicht gezwungen ist, 3 Aktien zum Preis von 150 CHF zu kaufen, wenn er nur 500 CHF investieren möchte und dann ein Restbetrag von 50 CHF übrig bleibt. Er kauft für genau 500 CHF seine Aktien, erhält also 3.33333 Aktien des Unternehmens.

Sind diese «Aktienfraktionen» nun Teufelswerk oder bieten sie gerade jungen Anlegern neue Chancen zur Partizipation an den Finanzmärkten? Die Meinungen gehen – selbst innerhalb des schweizeraktien.net-Teams – weit auseinander. Befürworter sehen darin u.a. eine weitere «Demokratisierung» und «Entmystifizierung» des einst elitären Aktienhandels, Kritiker erkennen eine forcierte «Gamifizierung» der Kapitalmärkte bei unnötiger Volatilität und neuen Risiken.

Die Regiobank Solothurn geht ansatzweise einen ähnlichen Weg mit ihrer eigenen Aktie. Sie plant einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5. Ein Grund für diesen Schritt sei es, explizit auch «junge Aktionäre» für den Aktienbesitz begeistern zu können. Derzeit kosten die auf OTC-X gehandelten Titel noch knapp 4’000 CHF, nach dem Split würde der Preis rund 800 CHF betragen.

Ob das die Attraktivität für «junge Anleger» erhöht, wenn man für den gleichen Betrag einer neuen Regiobank Solothurn-Aktie nach 1:5-Split auch – auf aktueller Kursbasis – mit dem Gratisbroker alternativ 1.3319 Apple-Aktien, 2.1367 Pinterest-Aktien, 0.3264 Netflix-Aktien, 0.2107 Tesla-Aktien und 1.1737 Nike-Aktien in ein breit „diversifiziertes“ 800-CHF-Portfolio kaufen könnte? Die Zeit wird es zeigen…

Es sind jedenfalls Zeichen, dass sich in der Anlegerwelt derzeit einiges verändert, ob man will oder nicht. Oder sind die Fractional Shares vielleicht sogar generell ein Hinweis für eine Überhitzung der Märkte? Wenn man sich die Bewertung von Neuemissionen in den USA und auch in Deutschland derzeit anschaut, könnte man schnell diesen Schluss ziehen. Mit dem Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 ist vergangene Woche wieder ein Unternehmen in Deutschland an die Börse gegangen, dessen Kurs zur Erstnotiz um fast 50% zugelegt hat. Zum ersten Kurs lag der Börsenwert bei 11.5 Mrd. Euro, obwohl für das Jahr 2020 ein Verlust ausgewiesen wird. Für «value-orientierte» Anleger erscheint die Auto1-Bewertung jenseits von Gut und Böse, aber der Markt hat ja bekanntlich immer recht… Dies erinnert an die New-Economy-Zeit, in der jeder Anleger Gewinne eingefahren hat, der mit einer Zuteilung bei der Zeichnung berücksichtigt wurde.

In der Schweiz kann man davon derzeit nur träumen. Denn bisher hat im Jahr 2021 noch kein IPO stattgefunden. Vielleicht wird ein sogenannter SPAC, eine Unternehmenshülle ohne operative Tätigkeit, der erste Börsengang in der Schweiz sein. Wir erläutern Ihnen nächste Woche jedenfalls schon einmal, wie genau ein solcher SPAC funktioniert und ob sich das Investment in diesen lohnen kann.

Viel Vergnügen bei der Lektüre unserer kuratierten Beiträge.

Aktuelle Artikel vom schweizeraktien.net-Team


schweizeraktien.net: Favoriten 2021 - Januar-Effekt

schweizeraktien.net: Favoriten 2021 – Januar-Effekt

Neues Jahr, neues Glück. Von den acht schweizeraktien.net-Favoriten für das Jahr 2021 zeigten im Januar alle Aktien ausser Barry Callebaut eine positive Performance. Unter den SIX-Titeln glänzte Swissquote nach über den Markterwartungen liegenden ersten Zahlen für 2020 mit einem Zugewinn von +12.8% im Januar. Im ausserbörslichen Bereich führten Plaston Holding mit +11.8% das Feld an…

Zum Beitrag «schweizeraktien.net: Favoriten 2021 – Januar-Effekt»


Regiobank Solothurn: Kräftiges Wachstum 2020 – Aktiensplit geplant

Regiobank Solothurn: Kräftiges Wachstum 2020 – Aktiensplit geplant

Die Regiobank Solothurn konnte im Geschäftsjahr 2020 trotz einem verhaltenen ersten Semester ein kräftiges Wachstum verzeichnen und schlägt der kommenden GV vom 6. Mai 2021 eine erneute Erhöhung der Dividende von 80 auf 82.50 CHF vor. Ausserdem soll ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 5 vollzogen werden. Die Regiobank erhofft sich dadurch eine Verbreiterung ihres Aktionariats und eine Steigerung der Attraktivität der Aktie, gerade auch für jüngere Generationen….

Zum Beitrag «Regiobank Solothurn: Kräftiges Wachstum 2020 – Aktiensplit geplant»


Bernexpo Groupe: Messeveranstalter ist an vielen Fronten gefordert

Bernexpo Groupe: Messeveranstalter ist an vielen Fronten gefordert

Bei der Bernexpo-Gruppe stehen alle Zeichen auf Veränderung, nicht nur personell. Aufgrund der aktuellen Situation im Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist die Gesellschaft an vielen Fronten gefordert und kämpft zudem mit einer geringen Planungssicherheit. Die erneute Absage der BEA auch für 2021 ist ein weiterer Schlag für das Berner Unternehmen. Umso wichtiger ist es, dass die Bernexpo Groupe nun in die Zukunft schaut und die Weichen richtig stellt…

Zum Beitrag «Bernexpo Groupe: Messeveranstalter ist an vielen Fronten gefordert»


Luxusgüter-Aktien: Rebound durch schnelle Anpassung

Luxusgüter-Aktien: Rebound durch schnelle Anpassung

Die sogenannte «Generation Z» hat keine Probleme, Marken-Sneakers, -Jacken oder -Sonnenbrillen online zu bestellen. Die Einschränkungen im stationären Handel haben für diese Zielgruppe sogar erst verstärkt zur Entdeckung der digitalen Möglichkeiten geführt. Innovative Unternehmen wie der 2007 gegründete und auf Luxusartikel ausgerichtete E-Commerce-Spezialist Farfetch haben sich schon im Vorfeld der Pandemie für den digitalen Wachstumsschub im Bereich der Luxus-Artikel positioniert, wie unser Autor Karim Serrar in einem Branchenbeitrag zu «Luxusgüter-Aktien» analysiert hat.

Zum Beitrag «Luxusgüter-Aktien: Rebound durch schnelle Anpassung»


Peter Schnürer, CEO daura: «Digitale Vermögenswerte sind jetzt keine Spinnerei mehr von Nerds»

Peter Schnürer, CEO daura: «Digitale Vermögenswerte sind jetzt keine Spinnerei mehr von Nerds»

Peter Schnürer, CEO der daura, zeigt im Interview mit schweizeraktien.net die Auswirkungen der Anfang Februar 2021 teilweise in Kraft getretenen Distributed Ledger Technologie (DLT)-Vorlage auf und erklärt die Unterschiede von Registerwertrechten zu den bereits bestehenden Bucheffekten oder einfachen Wertrechten…

Zum Beitrag «Peter Schnürer, CEO daura: «Digitale Vermögenswerte sind jetzt keine Spinnerei mehr von Nerds»»

Was uns im Netz sonst noch aufgefallen ist…


Auto1 an der Börse: Hakan Koc und Christian Bertermann sind jetzt Milliardäre!

Auto1 an der Börse: Hakan Koc und Christian Bertermann sind jetzt Milliardäre!

Wenn Deutschlands grösste Boulevardzeitung BILD online in der Rubrik „Unterhaltung, Stars“ irgendwo zwischen Sarah Lombardi, Prinz Harry und Matthias Reim über die neuen Auto1-Börsen-Milliardäre schreibt, darf man sich Gedanken zur Marktverfassung machen…

Zum Beitrag «Auto1 an der Börse: Hakan Koc und Christian Bertermann sind jetzt Milliardäre!»


Aktien: «Gekauftes Wachstum» freut die Börsianer

Aktien: «Gekauftes Wachstum» freut die Börsianer

Die NZZ sucht nach Gründen, warum enttäuschende US-Arbeitsmarktzahlen und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie den Aktienmärkten vorläufig nichts anhaben können und teilweise neue Rekordstände in den Börsenindizes erreicht werden…

Zum Beitrag «Aktien: «Gekauftes Wachstum» freut die Börsianer»


Ex-Commerzbank-Chef Blessing plant Finanz-SPAC in Europa

Ex-Commerzbank-Chef Blessing plant Finanz-SPAC in Europa

Und jetzt auch Martin Blessing, ehemaliger Chef der 2009 teilverstaatlichten deutschen Commerzbank und ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied der UBS. Der gut vernetzte Blessing will mit einem Börsengang Geld für ein Zweckunternehmen («SPAC») einsammeln, das auf «Deals» in der europäischen Finanzindustrie ausgerichtet sein soll. Die Rede ist von etwa 300 Mio. Euro, wie cash.ch berichtet.

Zum Beitrag «Ex-Commerzbank-Chef Blessing plant Finanz-SPAC in Europa»


Präsident Hariolf Kottmann geht bei Clariant von Bord

Präsident Hariolf Kottmann geht bei Clariant von Bord

Clariant und Hariolf Kottmann waren in den letzten Jahren immer für Schlagzeilen und Spekulationen gut. Selten ist in den letzten Jahren Ruhe im Chemiekonzern eingekehrt. Nun geht Hariolf Kottmann, der langjährige «starke Mann» im Unternehmen, nach einem Machtkampf mit dem saudischen Grossaktionär Sabic von Bord. Kottmann ist seit 2008 im Unternehmen, zunächst als CEO, seit 2018 als VRP und interimistisch seit 2019 im Doppelmandat als VRP und Konzernchef. Die Handelszeitung zeichnet Kottmanns wechselhafte Karriere bei Clariant nach, die von Erfolgen und Misserfolgen geprägt war – und jeder Menge Restrukturierungen…

Zum Beitrag «Präsident Hariolf Kottmann geht bei Clariant von Bord»


Edmond de Rothschild: Alle Augen auf Ariane

Edmond de Rothschild: Alle Augen auf Ariane

Mitte Januar ist der von manchen als bisweilen «exzentrisch» beschriebene Bankier Benjamin de Rothschild im Alter von nur 57 Jahren überraschend verstorben. Baron Rothschild leitete von 1997 bis 2019 die von seinem Vater gegründete Bankengruppe Edmond de Rothschild, deren Aktien bis Ende August 2019 an der SIX gelistet waren und zu den teuersten Papieren auf dem hiesigen Kurszettel gehörten. Legendär war die GV auf dem Schlossgelände in Pregny bei Genf. finews.ch berichtet, wie es bei der traditionsreichen Privatbank unter Führung von Ariane de Rothschild, Frau von Benjamin, weitergehen könnte…

Zum Beitrag «Edmond de Rothschild: Alle Augen auf Ariane»


Pierin Vincenz: Chronisch knapp bei Kasse

Pierin Vincenz: Chronisch knapp bei Kasse

Wer kennt das Problem nicht? Während 17 Jahren an die 50 Mio. CHF verdient und trotzdem «chronisch knapp bei Kasse»!? Das Leben wird immer teurer… Arztrechnungen, Versicherungsbeiträge, Sportverein, Benzinkosten – und auch die «Billag», die längst Serafe heisst, will immer Geld sehen, obwohl man den Fernseher längst abgeschafft hat. Und dann die ständig steigenden Kosten für den ÖV! Nur gut, wenn wenigstens die Spesenabrechnungen einer Zürcher Tramfahrt für 1.90 CHF gegenüber Raiffeisen die Löcher in der Haushaltskasse nicht grösser werden lassen, wie finews.ch in einem tief blickenden Beitrag über einen noch tiefer gefallenen Banker – in Abgrenzung zum Bankier (s.o.) – berichtet…

Zum Beitrag «Pierin Vincenz: Chronisch knapp bei Kasse»

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here