
Ziemlich genau vor einem Jahr ging das Schweizer Biotechunternehmen BioVersys an die SIX; schweizeraktien.net berichtete. Was hat sich seitdem in der Unternehmensentwicklung getan? Welche Fortschritte sind bei der Entwicklung der Wirkstoff-Pipeline zu verzeichnen? Wie wirkt sich der Zugang zu EU- und sonstigen Fördermitteln aus? Und wie stellt sich die finanzielle Situation dar? Auf diese und andere Fragen zu BioVersys und dem mehr und mehr in den Brennpunkt rückenden Markt für Antibiotika gibt CEO Marc-Gitzinger im aktuellen Gespräch mit schweizeraktien.net erhellende Antworten. Er erklärt auch, warum er sich beim IPO wieder für die SIX entscheiden würde und was er sich für die Stärkung des Finanzplatzes sowie des Biotech- und KMU-Börsenumfelds wünscht.
Herr Gitzinger, exakt ein Jahr nach dem IPO ist ein guter Zeitpunkt für eine erste Zwischenbilanz. Was hat der Börsengang für BioVersys und die Unternehmensentwicklung gebracht?
Durch unseren erfolgreichen IPO erhielten wir Zugang zum notwendigen Kapital, um unsere Pipeline an lebensrettenden Antibiotika voranzubringen. Unsere Entwicklungsprogramme und die Firma sind nun bis ins Jahr 2028 finanziert. Priorität hat unser am weitesten fortgeschrittener Produktkandidat BV100, für welchen wir nun die Phase 3 starten konnten. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein, auf den wir stolz sind, der aber viele Ressourcen erfordert – wissenschaftliche und finanzielle. Diese haben wir nun zur Verfügung und sind somit voll auf Kurs, Ende des kommenden Jahres die für eine Zulassung relevanten Daten vorliegen zu haben.
BV100 ist ein Antibiotikum, das wir für schwere Spitalinfektionen entwickeln. Resistenzen gegen vorhandene Antibiotika stehen im Zusammenhang mit jährlich bis zu 5 Millionen Toten weltweit – auch in Ländern mit hohen medizinischen Standards wie die Schweiz. Nehmen wir ein tragisches aktuelles Beispiel: Auch bei der Behandlung der Brandopfer von Crans Montana sind Infektionen mit Krankenhauskeimen aufgetreten und führten leider zu Todesfällen. BV100 soll dazu beitragen, solche tragischen Konsequenzen zu vermeiden. Unser zweites klinisches Entwicklungsprogramm, Alpibectir, wirkt gegen Tuberkulose, an der auch heute noch jährlich über eine Millionen Menschen sterben. Gerade publizierte das New England Journal of Medicine eine Studie dazu, wie in Südafrika innert sieben Tage bei zuätzlicher Therapie durch Alpibectir die Bakterien bei Patienten mit Lungen-Tuberkulose abgetötet worden sind.
«der Börsengang hat die Wahrnehmung von BioVersys deutlich erhöht – in der Schweiz, aber auch im internationalen Biotechsektor»
Zudem hat der Börsengang die Wahrnehmung von BioVersys deutlich erhöht – in der Schweiz, aber auch im internationalen Biotechsektor. Immerhin war es der grösste Biotech-IPO in Europa innert 5 Jahren und der erste IPO in der Schweiz seit sieben Jahren. Wir konnten durch den IPO renommierte institutionelle Aktionäre gewinnen. Der IPO ermöglicht es aber auch Kleinaktionären, uns auf unserem Weg zu begleiten, wichtige neue Antibiotika für Patienten in lebenskritischen Situationen zu entwickeln. Das bekanntere und geschärfte Profil von BioVersys hilft uns bei der Gewinnung von Mitarbeitenden und Wissenschaftlern, aber auch bei Partnern und Standorten für unsere klinischen Studien.
Die Leser und Investoren sehen allerdings, dass der Aktienkurs rückläufig ist, obwohl Sie eigentlich Ihre Ankündigungen, die Sie mit dem Börsengang für 2025 gemacht hatten, vollumfänglich eingehalten haben. Auch für 2026 gibt es wesentliche Meilensteine, die dann auch Kursimpulse liefern können. Bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick.
Sie sprechen hier einen zentralen Punkt an, der mir als Biotech-Unternehmer sehr wichtig ist. In der Schweiz tun sich Biotech-KMU anfangs immer etwas schwer, da es noch immer zu wenig Kapital gibt, das in den Wachstumssektor fliesst. Durch positive Beispiele wird sich das hoffentlich ändern.
Wir sind mit den Ergebnissen der vergangenen zwölf Monate sehr zufrieden. Ein Highlight war, dass wir einen weiteren globalen Pharmapartner für BioVersys gewinnen konnten. Für BV500, eines unserer präklinischen Programme, arbeiten wir neu intensiv mit Shionogi aus Japan zusammen. Zudem konnten wir eine wichtige Studie für BV100 durch eine Partnerschaft mit ADVANCE-ID, einem klinischen Netzwerk in Südostasien, und dem Wellcome Trust fast komplett extern finanzieren. China erteilte uns ein wichtiges Patent, sodass wir auch in diesem wichtigen Markt eine klinische Phase I für BV100 starten konnten. Für Alpibectir erhielten wir den «orphan status» von der europäischen Zulassungsbehörde EMA, der uns kommerzielle Vorteile bringt. Zusätzlich hat in 2025 unser bestehender Partner GSK für Alpibectir eine weitere klinische Phase II gestartet.
Wir haben viele positive Meilensteine erreicht. Das lag in unserer Hand, und mehr können wir nicht tun. Ich sehe meine Aufgabe nicht primär darin, den Aktienkurs zu kommentieren – das überlasse ich den Spezialisten der Banken. BioVersys wird von sechs Analysten beurteilt. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass unsere Produkte- und Entwicklungspipeline vorankommen und idealerweise positive Studiendaten generieren. Auch für 2026 erwarten wir somit ein weiteres spannendes Jahr mit vielen Nachrichten.

BioVersys ist durch den Emissionserlös und weitere Zuflüsse bis 2028 gut finanziert. Was können Sie zu Erfolgsrechnung und Bilanz im Vor-Kommerzialisierungsstadium sagen?
Unsere kommunizierte Guidance ist, das Jahr 2025 mit etwa 78 Mio. CHF an liquiden Mitteln abzuschliessen. Auf dieser Basis, sowie aufgrund der aktuellen Pipeline sind wir bis ins Jahr 2028 finanziert, was unter anderem den entscheidenden Meilenstein – im Englischen spricht man vom sog. «value inflection point» –, die relevanten Daten für die Marktzulassung von BV100, miteinschliesst.
Wie sieht die Timeline für Ihren Lead-Kandidaten aus? Wann wird voraussichtlich die klinische Phase III abgeschlossen sein?
Wir liegen in unserem Zeitplan, der vorsieht, dass wir im zweiten Halbjahr 2027 die für die Zulassung relevanten Daten aus der Phase III von BV100 vorliegen haben sollten.
Ihr Partner für die Kommerzialisierung von Alpibectir ist der britische Pharma-Konzern GSK. Ziel sind Meningitis TB und Lungen TB. Was können Sie zur Qualität der Kooperation zwischen einem kleinen Biotech-Unternehmen und einem grossen Pharma-Konzern sagen? Was bringt die Expertise von GSK, und wie beschleunigt sie die Entwicklung?
Mit GSK arbeiten wir schon lange und sehr erfolgreich an der Entwicklung von Alpibectir. GSK ist zudem auch Aktionär von BioVersys. Obwohl es in Partnerschaften – ob im Privaten oder mit Pharma-Konzernen – auch Diskussionen gibt oder Kompromisse notwendig sind, ist für uns diese Partnerschaft sehr wichtig und vorteilhaft. GSK bringt viel Entwicklungserfahrung mit, von der wir und Alpibectir profitieren. Gleichzeitig ist die Agilität und Geschwindigkeit einer Biotech-Organisation von grossem Vorteil für GSK. Wir haben gemeinsam Alpibectir von der frühen präklinischen Forschung erfolgreich bis in die klinische Phase II vorangebracht und dort zeigen können, dass unser Produktkandidat bei Patienten mit Tuberkulose wirkt. Die bereits erreichten Meilensteine haben die Teams und deren bewährte Zusammenarbeit weiter gestärkt. Auch für Alpibectir bleibt der zentrale Meilenstein eine Zulassung, um dann möglichst vielen Patienten mit Tuberkulose zu helfen. Für den Zulassungsprozess wird GSK ebenfalls ein sehr wichtiger Partner sein.
Die EU unterstützt die Forschung. Was können Sie unseren Lesern dazu sagen?
BioVersys wurde von mehreren EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen zur Förderung ausgewählt, und wir konnten durch entsprechende Geldmittel profitieren. Dies bedeutet für uns immer auch eine Validierung unserer Innovationskraft und unseres Beitrags zur Medizin und Gesundheit. Unser Tuberkulose-Programm hat rund 10-12 Mio. CHF über diverse EU-Forschungsprogramme erhalten, und als Firma erhielten wir zusätzlich einen Kredit von 20 Mio. Euro von der Europäischen Investitionsbank. Solche Gelder, die unsere Eigenkapitalbasis nicht verwässern, sind enorm wichtig für ein KMU wie BioVersys. Dies wurde für viele kleine Unternehmen schmerzlich spürbar, als es zum Ausschluss der Schweiz und deren KMU von diesen Geldern kam. Wettbewerber auf europäischer und globaler Ebene erhalten weiter Fördermittel, während die Schweiz kein Alternativprogramm bieten kann. Mit Blick auf den Standort Schweiz und deren KMU-Sektor ist der Zugang zu solchen Innovationsförderprogrammen der EU sehr wichtig. KMU sind ein Innovationsmotor für die Schweiz, schaffen Arbeitsplätze und stehen für die Zukunft unseres Landes.
«BioVersys wurde von mehreren EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen zur Förderung ausgewählt, und wir konnten durch entsprechende Geldmittel profitieren»
Die WHO und andere Gesundheitsinstitutionen warnen zwar eindringlich vor den multiresistenten Pathogenen und der Ausbreitung der Tuberkulose, die seit 2023 weltweit mit 1.3 Mio. Todesfällen die gefährlichste Infektionskrankheit ist. Die Dringlichkeit von neuen Antibiotika scheint aber in der breiten Öffentlichkeit und auch der Politik nicht angekommen zu sein. Wie ist Ihr Eindruck von der allgemeinen Wahrnehmung?
Die Gesellschaft hat sich daran gewöhnt, dass Antibiotika einfach und jederzeit verfügbar sind. Zudem sind die meisten der eingesetzten Antibiotika in der Zwischenzeit Generika und somit günstig erhältlich. Lebensrettende Antibiotika kosten in der Schweiz weniger als Schweizer Schoggi. Der Bevölkerung, aber auch der Politik, fehlt jedoch die Sensibilität, dass die Bildung von Resistenzen gegen Antibiotika ein natürlicher Prozess bzw. eine Frage der Zeit ist. Wenn Bakterien uns Menschen am falschen Ort infizieren, können sie uns schwer krank machen. Daher benötigen und haben wir Medikamente, die solche Bakterien töten. Die Bakterien reagieren und teilen sich sehr schnell: Alle rund 10 Minuten entsteht eine neue Generation, häufig mit neuen Abwehrmechanismen gegen Antibiotika.
Antibiotika sind daher auch in der Schweiz ein essenzieller Teil der medizinischen Infrastruktur. Wenn wir im Spital sind, sei es für eine Hüft-Operation, einen Kaiserschnitt, zur Krebstherapie mit geschwächtem Immunsystem, nach einem Unfall oder im Alter, sind wir der Gefahr einer Infektion ausgesetzt. Wenn dann kein wirksames Antibiotikum zur Hand ist, führt dies oft innerhalb von wenigen Tagen zum Tod.
Neuartige Antibiotika sollten mit grösster Sorgfalt und möglichst nur bei jenen Patienten eingesetzt werden, die eine resistente Infektion haben. Bei den anderen Patienten wirken die existierenden Antibiotika.
«Alle rund 10 Minuten entsteht eine neue Generation Bakterien, häufig mit neuen Abwehrmechanismen gegen Antibiotika»
Für neue Antibiotika bedeutet dies kleine Patientenzahlen bei kurzen Behandlungsdauern, denn ein Antibiotikum heilt den Infekt innert weniger Tage. Dies führt dazu, dass diese neuen Antibiotika entweder sehr teuer sein müssen, um die Entwicklungskosten zu kompensieren, oder es braucht ein System, welches Antibiotika unabhängig vom Verbrauchsvolumen vergütet. Denn diese Medikamente werden nach Ablauf der Exklusivität fast schon zum Allgemeingut: Penicillin, das 1941 zugelassen wurde, rettet auch heute noch Millionen Menschen das Leben.
Viele Länder haben die Wichtigkeit neuer Antibiotika mittlerweile erkannt und die Politik handelt. Grossbritannien und die EU haben neue Vergütungssysteme eingeführt bzw. beschlossen. Weitere Länder arbeiten wie die USA entweder an Gesetzesvorschlägen oder führen wie Kanada, Australien oder Japan Pilotstudien für solche neuen Vergütungssysteme durch. Auch die Schweiz diskutiert neue Vergütungsansätze für Antibiotika. Denn darüber, dass ohne neue Antibiotika unsere moderne Medizin nicht mehr funktioniert und global die Lebenserwartung massiv zurück gehen wird, sind sich eigentlich alle einig.
Neben GSK ist auch der japanische Pharma-Konzern Shionogi zum Partner geworden. Worum geht es bei dieser Kooperation? Was speziell verspricht die Zusammenarbeit mit diesem Partner?
Diese Partnerschaft umfasst das jüngste Projekt unserer aktuellen Entwicklungspipeline. Wir arbeiten hier an Molekülen, die sogenannte «non-tuberculous Mycobacteria» behandeln. Diese spielen vor allem bei chronischen Lungenkrankheiten eine Rolle wie beispielsweise bei Patienten mit zystischer Fibrose.
Da Shionogi eine führende Expertise in diesem Feld aufweist, entschlossen wir uns für eine Partnerschaft, um das Projekt so schnell wie möglich zu Patienten zu bringen. Unsere eigenen Ressourcen können wir prioritär für die klinische Entwicklung von BV100 und Alpibectir einsetzen. Wir erhielten eine einmalige Vorabzahlung, und Shionogi finanziert die gemeinsame Forschung. Zudem umfasst der Vertrag weitere Zahlungen von maximal 479 Mio. CHF bei der Erreichung definierter Meilensteine.
In den letzten Jahren drehte sich an den Börsen fast alles um KI, die Life Sciences hatten es mit Ausnahme der GLP-1 Aktien wie Eli Lilly schwer. Doch in den letzten Monaten ist speziell der Biotech-Sektor zu neuem Leben erwacht. Spüren Sie jetzt mehr Interesse von Seiten institutioneller und spezialisierter Investoren?
Medikamentenentwicklung ist langfristig, da darf man nicht bei jedem kurzfristigen Hype auf einen neuen Zug aufspringen. Hypes können auch rasch wieder verschwinden und Blasen platzen. Wir haben aber bereits darüber gesprochen, warum neue Antibiotika für unsere moderne Medizin und somit für unsere Lebenserwartung essentiell sind. Antibiotika-Resistenzen sind ein Megatrend, der uns leider wohl noch viele Jahre beschäftigen wird. Der medizinische Bedarf an neuen Antibiotika ist gross, und auch die Vergütung ändert sich schrittweise zum Positiven. Ich bin daher sehr optimistisch für unseren Sektor.
«Antibiotika-Resistenzen sind ein Megatrend, der uns leider wohl noch viele Jahre beschäftigen wird»
Wir fokussieren unsere eigene Antibiotikaentwicklung auf Infektionen mit sehr hoher Resistenz gegen existierende Antibiotika, die zudem lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Unsere beiden klinischen Kandidaten decken die beiden Top-Prioritäten der Weltgesundheitsorganisation WHO ab. Diese hat Krankenhausinfektionen und Tuberkulose an die höchste Stelle ihrer Prioritätenliste gesetzt. Eine erfolgreiche Entwicklung von BV100 und Alpibectir sind daher sehr wichtig für die weltweite Gesundheit.
BioVersys ist eine der weltweit führenden Firmen in der Entwicklung neuer Antibiotika. Wir fokussieren uns weiterhin auf unsere Stärken und darauf, unsere Entwicklungsmeilensteine zu erreichen. Auch die Anleger honorieren das zunehmend, und durch unseren Börsengang und die entsprechende Präsenz an Finanzmarkt-Veranstaltungen und in den Medien stehen wir mehr in der Öffentlichkeit, um diese für die Notwendigkeit der Entwicklung wirksamer Antibiotika zu sensibilisieren.
Was können Sie nach zwölf Monaten an der Börse über den Aktionärskreis sagen? Wer sind die institutionellen Investoren? Wieviele Prozent entfallen auf Privatanleger?
Wir haben mehrere grosse institutionelle Anleger, die zusammen rund 35% der Aktien halten. Der Rest befindet sich in der Hand von Family Offices und Privatanlegern. Unsere Investorenbasis ist sehr ausgewogen und grösstenteils langfristig orientiert.
Bedauern Sie nach dem bisher rückläufigen Kursgeschehen, an die SIX gegangen zu sein, und nicht an die Nasdaq?
Nein, wir stehen zu unserem Heimatstandort und fühlen uns an der SIX als Schweizer Firma sehr gut aufgehoben. Um auch in Zukunft auf unsere globalen Schweizer Wachstumsunternehmen stolz sein zu können, ist es wichtig, einen Grossteil der Wertschöpfung in der Schweiz zu behalten. Dazu gehört auch ein Bekenntnis zu unserem Börsenplatz.
«Um auch in Zukunft auf unsere globalen Schweizer Wachstumsunternehmen stolz sein zu können, ist es wichtig, einen Grossteil der Wertschöpfung in der Schweiz zu behalten»
Natürlich gäbe es auch Weichen, die die Politik stellen könnte, um den Weg für uns und weitere Wachstumsunternehmen bzw. Börsenkandidaten einfacher zu gestalten. In anderen Regionen dürfen beispielsweise Pensionskassen 1-2% ihrer Gelder in innovative kleine Firmen mit grossem Wachstumspotential investieren. Bei uns sind dies weniger als 0,1%.
Was sind aus Ihrer Sicht die Chancen für BioVersys im aktuellen Jahr, und wo liegen mögliche Risiken?
Wir erwarten auch für 2026 ein weiteres spannendes Jahr mit viel Newsflow in unserer Pipeline. Wir rekrutieren in den zulassungsrelevanten Studien für BV100 die ersten Patienten, sollten weitere Fortschritte bei der Entwicklung in China erzielen, und gegen Ende 2026 erwarten wir bereits erste Zwischenergebnisse der Phase-2b-Studie. Zudem werden wir bei Alpibectir eine Phase-II-Studie in Patienten, welche unter Hirnhautentzündung infolge von Tuberkulose leiden, machen. Wir arbeiten zudem an weiteren Partnerschaften.
«Wir erwarten auch für 2026 ein weiteres spannendes Jahr mit viel Newsflow in unserer Pipeline»
Da eine klinische Phase III sehr komplex ist und es immer zu Verzögerungen bei der Patientenrekrutierung kommen kann, achten wir daher sehr darauf, in mehreren Ländern der Welt breit aufgestellt zu sein und haben weitere Strategien, um dieses Risiko zu minimieren.
Das politische Umfeld bleibt spannend für unseren Sektor. Die EU hat beispielsweise Ende 2025 beschlossen, Unternehmen, die erfolgreich ein relevantes neues Antibiotikum entwickelt haben, einen sogenannten «Transferable Exclusivity Voucher» auszuhändigen. Eine Firma wie BioVersys kann diese «Gutscheine» dann selbst nutzen oder an andere Unternehmen verkaufen, was diesen eine Verlängerung des exklusiven Marktzugangs um 12 Monaten für ein Medikament auf dem europäischen Markt bringt. Dieser Beschluss wird voraussichtlich im kommenden Jahr umgesetzt. Für Experten hat solch ein Gutschein einen Wert von rund 350 Mio. CHF. Insgesamt schauen wir 2026 und 2027 daher sehr erwartungsvoll entgegen.
Besten Dank für die erhellenden Antworten, Herr Gitzinger.
Hernán Levett (CFO) präsentiert den Investment Case BioVersys im Rahmen des HealthCare Investors Meeting von schweizeraktien.net am 31. März 2026 in Genolier.





