LURAG Luzerner Raststätten: Solides Ergebnis und Erträge aus Holiday Inn-Hotel auf Rekordhoch

Umsatz geht im 2025 auf 19.2 Mio. CHF zurück

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Die Autobahnraststätte Luzern-Neuenkirch. Quelle: luzerner-raststaette.ch

Die LURAG Luzerner Raststätten AG betreibt die Autobahnraststätten Luzern-Neuenkirch an der A2 mit zwei Tankstellenshops, dem Hotel Holiday Inn Express sowie Luzern Tourismus Informationsstellen. Das Unternehmen blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück. Das Hotel erzielte einen neuen Umsatzrekord, die Shops lieferten stabile Erträge, und die Investitionen in erneuerbare Energien zahlen sich langsam aus. Allerdings war der Treibstoffabsatz trotz der guten Frequenzen abermals rückläufig, was insgesamt zu einem Umsatzrückgang von 3,4% auf 19.2 Mio. CHF sowie einem tieferen Reingewinn von 702’342 CHF führte. Verwaltungsratspräsident Franz Wüest und CEO Thomas Lohmann führen das Unternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Standortqualität. Die 43. ordentliche Generalversammlung findet am 3. Juni 2026 in der Festhalle Seepark in Sempach statt.

Touristisches Umfeld begünstigt Luzerner Raststätte

Die Region Luzern-Vierwaldstättersee entwickelte sich 2025 überdurchschnittlich. Die nationalen Übernachtungszahlen wuchsen moderat um 2,6%, wobei Stadt und Region Luzern deutlich stärker zulegten. Treiber waren der Heimmarkt sowie Gäste aus den USA und Deutschland. Die asiatischen Märkte stagnierten dagegen und lagen laut Branchenzahlen weiterhin rund 18% unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Der Standort an der A2 profitiert vom wachsenden Städtetourismus in Luzern und dem stabilen Durchgangsverkehr Richtung Süden. Das Ausbleiben von Fernreisegästen trifft die LURAG weniger stark als Betriebe mit direkter Abhängigkeit vom internationalen Tourismus.

Hotel mit neuem Rekord, Shops stabil

Das Hotel Holiday Inn Express Luzern-Neuenkirch erzielte erneut einen Umsatzrekord, mit einem Plus von 4,8% gegenüber dem Vorjahr. Die Zimmerauslastung stieg auf über 83% und übertrifft damit sowohl den Luzerner Stadtdurchschnitt von 74% als auch das Vorkrisenniveau von 2019. Konkrete Umsatzzahlen werden allerdings nicht genannt. Etwas Druck gab es auf die Zimmerpreise. Resident Manager Daniel Bacher erklärt den Rückgang der Zimmerpreise mit dem wachsenden Kontingentdruck grosser Touroperators und dem starken Franken.

Die Tankstellenshops erzielten einen Bruttogewinn leicht über Vorjahr bei stabilen Margen. Der Treibstoffabsatz sank erneut um rund 2%. Erfreulich entwickelte sich hingegen der Stromabsatz an den sechs Ionity-Schnellladesäulen, der erneut um knapp 20% auf 817 MWh zulegte. Aufseiten der Partnerbetriebe konnte der Coop Pronto seinen Umsatz leicht steigern, die Marché-Gastronomie verzeichnete einen leichten Rückgang.

Die neue Fassade an der Ostseite lädt zum Besuch der Lurag ein. Quelle: Lurag

Vollständige PV-Abdeckung und Ausbau Ladeinfrastruktur

2025 wurden die letzten beiden Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Damit sind nun insgesamt 2’580 m² Dachfläche mit 1’349 Modulen belegt, die rund 515 MWh Strom pro Jahr erzeugen. Zwei Elektroboiler im Hotel speichern überschüssigen Solarstrom als Warmwasser. Ab Januar 2026 ermöglicht das neue Stromgesetz die Bildung einer lokalen Energiegemeinschaft (LEG) mit der CKW, über die auch Mietpartner von günstigerem Strom profitieren können. Die sechs Ionity-Schnellladesäulen auf der Ostseite werden weiter ausgebaut, für die Westseite ist ab 2027 ebenfalls eine moderne Schnellladeinfrastruktur geplant, mit Fokus auf Durchfahrtsäulen für LKWs und Wohnmobile. Die IT-Umgebung wurde umfassend erneuert. Das neue Tabakproduktegesetz vom 20. Juni 2025 wird voraussichtlich 2027 in Kraft treten und Werbeverbote für Tabakprodukte einführen, was die Shops der LURAG direkt betrifft.

Finanzergebnis und Dividende

Der Nettoertrag der LURAG betrug 2025 rund 19.2 Mio. CHF (-3,4%). Das EBITDA war um 21,2% rückläufig und erreichte 1.42 Mio. CHF. Der Jahresgewinn fiel auf 703’242 CHF. Gestiegene Unterhaltsaufwände für PV-Anlagen und IT belasteten das Ergebnis, wurden aber durch einen Marketingbeitrag der volenergy AG als ausserordentlichem Ertrag teilweise kompensiert. Der Energieaufwand sank dank der neuen Solaranlagen deutlich, ebenso der Finanzaufwand infolge des konsequenten Hypothekenabbaus. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich markant auf 65,3%.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 3. Juni 2026 eine Dividende von 40 CHF je Aktie. Dies entspricht einer Ausschüttung von 8% auf das Aktienkapital bzw. 560’000 CHF insgesamt. Zusätzlich werden 200’000 CHF den gesetzlichen Gewinnreserven zugewiesen.

Aktie und Fazit

Die Aktien der LURAG werden ausserbörslich auf OTC-X der BEKB gehandelt . Das Aktienkapital von 7 Mio. CHF ist auf 956 Aktionärinnen und Aktionäre verteilt. Zuletzt wurden rund 810 CHF je Aktie bezahlt (Stand 14. Mai 2026).

Die LURAG ist ein typischer Nischentitel für lokale Anlegerinnen und Anleger. Auf Basis des Kurses von 810 CHF ergibt sich ein KGV von 16,1 und eine Dividendenrendite von 4,9%. Die Handelsliquidität auf OTC-X ist eher gering. Strukturelle Risiken bestehen im langfristigen Rückgang des Treibstoffabsatzes sowie im wachsenden Zimmerwettbewerb in der Luzerner Hotellerie. Dem gegenüber stehen solide Ertragsquellen, eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie und ein gut frequentierter Standort an der Autobahn A2.

Aktienkurs der LURAG Luzerner Raststätten AG auf OTC-X der BEKB. Quelle: otc-x.ch

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