Bank Leerau: Tiefes Zinsumfeld drückt auf Halbjahresergebnis

Geschäftserfolg verzeichnete einen Rückgang von 6,4%

0
45
Der Hauptsitz der Bank Leerau befindet sich in Kirchleerau AG. Bild: bankleerau.ch

Die Bank Leerau blickt auf ein leicht schwächeres erstes Halbjahr 2026 zurück. Die im aargauischen Suhrental anasässige Bank erzielte einen Geschäftserfolg von 2.37 Mio. CHF – ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Bilanzsumme wuchs derweil um 1,5% auf 894.8 Mio. CHF. Wie von der Bankleitung erwartet, fiel auch der Halbjahresgewinn tiefer aus: Er sank um 7,8% auf 789’000 CHF.

Druck im Zinsengeschäft, Anlagegeschäft brilliert

Das erste Halbjahr 2026 war für Schweizer Kantonal- und Regionalbanken vom tiefen Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geprägt, was zu niedrigeren Erfolgen im Zinsengeschäft führte. So verzeichnete das Zinsengeschäft als Kerngeschäft der Bank mit 5.0 Mio. CHF einen Rückgang von 6,6% auf Netto-Ebene (Brutto: -9,6%). Nichtdestotrotz bleibt die Nachfrage nach Ausleihungen und Bankkrediten weiterhin hoch: Im ersten Halbjahr meldete die Bank Leerau ein leichtes Wachstum von 1,3% bei Kundenausleihungen auf 785.2 Mio. CHF. Davon machen Hypothekarforderungen – mit 753.0 Mio. CHF und einem Plus von 0,95% – den Grossteil aus.

Das Anlagegeschäft gewinnt für die Bank Leerau im ersten Halbjahr «an Bedeutung», schreibt die Bank in einer Medienmitteilung. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nahm um 12,0% auf 732’000 CHF zu. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stieg sogar um 46,5%: Es wurden 230’000 CHF statt 157’000 im Vorjahr erzielt. Diese Entwicklung lässt sich auch auf eine erhöhte Nachfrage nach Anlageprodukten zurückführen, die auf der Passivseite zu einem Rückgang der Kundengelder um 0,5% auf 614.8 Mio. CHF führte.

Kosteneffizient und solide kapitalisiert

Der Cost/Income Ratio von 51,0% bestätigt die hohe Kosteneffizienz der Bank Leerau. Auch die Kapitalisierung der Bank präsentiert sich solide: Die Leverage Ratio verbesserte sich im ersten Halbjahr um 0,24 Prozentpunkte auf 9,27%. Für diese solide Eigenkapitalisierung sorgte insbesondere die weitere Stärkung des Eigenkapitals, das im ersten Halbjahr auf 85 Mio. CHF anstieg. Diese Verbesserung gelang, obwohl die kurzfristigen Verpflichtungen gegenüber Banken im ersten Halbjahr um 10 Mio. CHF zunahmen. Damit hat sich die Bank bei dieser Verpflichtungsart nach dem Ausnahmejahr 2025 wieder auf ihren historischen Kurs eingependelt.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr zeigt sich die Bank Leerau zuversichtlich: «Die starke regionale Verankerung, die hohe Beratungsqualität und die breit abgestützte Ertragsbasis schaffen (…) eine solide Grundlage» für eine «stabile Geschäftsentwicklung», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Der Kurs der Bank Leerau ist seit August 2025 weitgehend unverändert. Chart: otc-x.ch

Die Aktien der Bank Leerau werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 438 CHF für eine Aktie bezahlt.

Hinweis in eigener Sache: Am 1. September 2026 findet in Bern der Branchentalk Banken statt. Im Fokus steht die «Nächste Generation Banking». Mehr Infos finden Sie hier.

Kommentar verfassen