
Die Börse bewertet die Zukunft. Das war noch nie einfach, doch bei täglichen Irrlichtern im geopolitischen Geschehen und widersprüchlichen Marktentwicklungen wird es besonders schwierig. Die anhaltend hohe Volatilität an den Finanzmärkten ist zwar gut für Trader, erschwert aber das Portfolio Management für Investoren.
Die Anleiherenditen klettern überall, nur nicht in der Schweiz. Die Börsenstimmungen übertragen sich trotzdem. Am Ölmarkt steigen die Preise erneut, und viele andere Rohstoffe wie Kupfer bewegen sich auf Rekordniveau. Auch Soft Commodities wie Getreide sind durch die Hitzewelle, Brände und das Kriegsgeschehen inzwischen auf Klettertour. Trotz der andauernden Kriege und Krisen: Die Konjunktur in Europa zieht an. Das zeigen die wieder ansteigenden Wachstumsraten und die Frühindikatoren wie die Auftragseingänge auch in der Schweiz an. Allerdings nicht für alle Wirtschaftssektoren. Bau und Industrie spüren Aufwind, Pharma läuft gut, Automobil schlecht. In ihrer aktuellen Konjunkturprognose senkt die ZKB die erwarteten Inflationsraten für 2026 und 2027 auf 0,5% respektive 0,7%. Das BIP-Wachstum wird auf 1% für das laufende Jahr und auf 1,2% für 2027 geschätzt.
Null-Performance der Indizes
An den Aktienmärkten war zwar viel los, doch unter dem Strich brachte der August keine nennenswerten Veränderungen für die Leitindizes. Der SMI verlor 0,6%, der DAX stieg um 1%, der EuroStoxx 600 stagnierte. In den USA ist die Monatsperformance ähnlich: Der Dow-Jones bleibt im Null-Prozent-Bereich, S&P 500 sowie Nasdaq legen 1% zu. Der japanische Nikkei-Index allerdings liegt trotz scharfer Korrektur zuvor mit 4% im Plus.
Catch-up der SKAN Holding
Die Favoriten von schweizeraktien.net halten sich im gegebenen volatilen Umfeld befriedigend. Im August ragen zwei Titel mit einer starken Performance hervor. Die Aktie der SKAN Holding rückte um 6.30 CHF und damit um über 10% auf 64.80 CHF vor. Damit nähert sich die Aktie, die einzige mit einer negativen Performance, wieder dem Kurs zum Zeitpunkt der Aufnahme auf die Liste an. Mitte des Monats hatte die SKAN Holding die Halbjahreszahlen publiziert. Nach der Phase der Verzögerungen hat nun die catch-up-Periode begonnen. Der Umsatz fiel um 22,2% höher aus, der Auftragseingang stieg um 16,3% und der Auftragsbestand um 27,8%. Nach einem Verlust von 8.3 Mio. CHF im ersten Semester 2025 wurde nun ein Gewinn von 5.4 Mio. CHF erzielt. Der Ausblick ist positiv.
Geberit-Aktie springt
Geberit ist die zweite Aktie mit einer bemerkenswerten Avance im August. Der Kurs stieg um 7,1% auf 570.20 CHF. Auch hier waren die Zahlen der Auslöser des Kaufinteresses. Der Umsatz stieg in CHF um 2,8%, in Lokalwährungen um 5,9%. Im zweiten Quartal hat sich das Wachstum deutlich beschleunigt. Das EBITDA stieg um 3%, die EBITDA-Marge beträgt stabile 30,9%. Der Semestergewinn fiel 7,4% höher aus. Der Ausblick hellt sich zunehmend auf. Geberit rechnet für das Gesamtjahr mit einem organischen Wachstum von 5% bis 6%.

Stetiger Wachstumskurs von Espace Real Estate
Am ausserbörslichen Markt ist wie gewohnt vom hektischen Auf und Ab an den Börsen wenig zu spüren. Der OTC-X Liquidity Index zeigt nach acht Monaten nahezu unverändert ein Plus von 2,8% seit Anfang Jahr an. Espace Real Estate veröffentlichte die Halbjahreszahlen, die das gewohnte Bild stetigen Wachstums vermitteln. Die Mieterlöse der Liegenschaften stiegen um 4,5% auf 21 Mio. CHF. Die Leerstandsquote wurde von 2,7% auf den Rekordwert von 1,7% gesenkt. Der Periodengewinn erhöhte sich um 1.2 Mio. CHF auf 16.6 Mio. CHF. Die vom Unternehmen bevorzugte Messlatte ist der operative Periodengewinn, der Neubewertungserfolge und Liegenschaftsverkäufe nicht berücksichtigt. Er erhöhte sich um 0.6 Mio. CHF auf 11 Mio. CHF. Im Herbst soll eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden, um weitere Projekte finanzieren zu können.

Weiss+Appetito CEO gibt Einblicke
Die Aktie von Espace Real Estate gab ebenso wie die von Weiss+Appetito im August leicht nach. Interessante Antworten gibt der Weiss+Appetito VRP und CEO Walter Daumann im Interview mit schweizeraktien.net. Auch der Weleda N-PS fiel. Anziehen konnten dagegen Geoterra und SSE Holding.
Fazit
Einerseits nehmen Risiken wie Staatsverschuldung, Inflation und eskalierendes Kriegsgeschehen zu, andererseits scheinen sich die Kaptalmärkte mit dem unsteten Umfeld arrangiert zu haben. Die Kurse klettern bekanntermassen an einer Mauer der Angst – und so lässt sich auch der Kursanstieg seit dem Tief im März gut erklären. Immerhin zeigen die meisten relevanten Konjunkturindikatoren deutliche Verbesserungen an. Aussichtsreiche Titel wie die Favoriten können sich zwar einem Crash auch nicht entziehen, zeigen aber dennoch allen Widrigkeiten zum Trotz einen intakten Aufwärtstrend.





