
Die börsenrelevanten Schlagzeilen wandeln sich, doch die Volatilität an den Märkten ist geblieben. Plötzliche Kurs-Einbrüche und steile Erholungen wechseln sich ab. Und auch die Favoriten der Investoren wechseln.
Auf der Favoritenliste von schweizeraktien.net dagegen gibt es keinen Grund, in Aktivismus zu verfallen. Neue Engagements drängen sich im aktuellen unsicheren Umfeld nicht auf, wenn auch die Liste der beobachteten Titel grösser geworden ist. Umgekehrt ist kein Grund für die Streichung von Titeln der Favoritenliste ersichtlich.
Ende der Halbleiter-Hausse oder Korrektur?
Die enormen Kursschwankungen bei VAT sind auf das Kursgeschehen in Fernost und den USA zurückzuführen. Dort schossen Halbleiteraktien monatelang ungebremst nach oben – bis es dann zu Abkühlungsmassnahmen kam. Einschränkungen der Spekulationen in Südkorea wie höhere Einschusspflichten und höhere Vermögenshürden für akkreditierte Investoren liessen die Blase platzen, was Auswirkungen auch auf japanische, europäische und vor allem US-Titel hatte, darunter VAT. Die Massnahmen in Südkorea haben für hochspekulative, gehebelte und mit Fremdkapital finanzierte Wertpapierpositionen im KI-Umfeld zu Zwangsliquidationen geführt. Ein heftiges Gewitter, das nun scheinbar den Markt bereinigt hat.
Nachfrageboom bei VAT
Die Zahlen von VAT zeigten vor allem eines: Die Verdoppelung des Auftragseingangs spricht für eine Fortsetzung des Investitionsbooms in die Halbleiter-Produktion. Der taiwanesische Branchenprimus TSMC hat angekündigt, die Investitionen in neue Fabriken in den USA von geplanten 100 Mrd. USD auf 265 Mrd. USD anzuheben. Ähnliche Nachrichten kommen von vielen Playern im High-Tech-Universum wie Amazon und Nvidia. Um die steigende Nachfrage befriedigen zu können, investiert VAT in die Erhöhung der Kapazitäten.
Apple im Auf und Ab der Börse
Wie launisch die Börse ist, zeigt das Beispiel Apple. Monatelang war die Aktie gegenüber den anderen Mag-7-Aktien zurückgefallen. Als Gründe wurden die unklare KI-Strategie und die mangelnden Investitionen angeführt. Als die Korrektur der Chip-Aktien begann, sattelten Investoren en masse auf Apple um, und ein neuer Höhenflug setzte ein, der Apple wieder an den Top-Spot mit einer Market Cap von 5 Billionen USD katapultierte, vor Nvidia, die auf 4.7 Billionen USD abgerutscht war. Die Zahlen und der Ausblick von Freitag vergangener Woche lösten einen erneuten Trendwechsel aus. Apple stürzte um 10% ab, Nvidia liegt jetzt wieder vorne.
Galderma beschleunigt Wachstum
Abgesehen von VAT gab es keine grösseren Kursveränderungen bei den Valoren der Favoritenliste. Galderma bewegt sich weiterhin knapp unter dem Rekordniveau. Zahlen und Ausblick sind positiv. Der Umsatz kletterte im ersten Semester um 24,6% in Lokalwährungen auf 3.1 Mrd. USD. Aller Regionen und Produktkategorien trugen zum Wachstum bei. Die EBITDA-Marge hat sich ausgeweitet, und Nemluvio sorgte für einen Umsatzanstieg von 67,9% beim Segment Therapeutische Dermatologie. Die Umsatz-Guidance für 2026 wird auf 19% bis 21% angehoben, die Core-EBITDA-Marge soll bei 26% liegen.
Bachem vor Wachstumsschub
Die Aktien von SKAN Holding haben im Juli leicht angezogen. Bachem meldete Halbjahresergebnisse, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Für das zweite Halbjahr wird ein Umsatzsprung erwartet, da die Erweiterung der Produktionskapazitäten abgeschlossen wird. Die Monatsbilanz der Aktie ist dennoch leicht negativ. Auch Geberit gab leicht nach.
OTC-X Liquidity Index mit 2,5% Jahresplus
An der Ausserbörse gab es weniger Kursveränderungen, wie auch zu erwarten war. Der OTC-X-Liquidity-Index zeigt ein Plus von 2,5% für 2026. Die Aktienumsätze sind nach sieben Monaten etwas zurückgeblieben. Die konjunkturellen und geopolitischen Unsicherheiten wirken eben nicht unbedingt investitionsfördernd.
SSE Holding bleibt auf Konsolidierungskurs
Im Interview mit schweizeraktien.net von Anfang Juli gibt der Delegierte des Verwaltungsrates der SSE Holding, Daniel Antille, aussagekräftige Antworten auf Fragen zum Geschäftsgang, zu Innovationen und zur weiteren Strategie der Konsolidierung, nachdem die Fusion mit der französischen EPC Groupe doch nicht stattfindet. Die Aktie rückte im Juli leicht vor.
Weiss+Appetito wächst weiter
Weiss+Appetito legte den Jahresabschluss 2025 vor. Der Umsatz erhöhte sich um 3% auf 173.2 Mio. CHF. Höhere Kosten drückten leicht auf die Gewinnebenen. Das EBITDA sank um 6,8% auf 11.7 Mio. CHF, das EBIT um 3,5% auf 6.1 Mio. CHF und der Jahresgewinn um 2,8% auf 4.9 Mio. CHF. Die Kosten wurden, wo möglich, gesenkt. Der Personalstand zum Jahresende liegt 2% unter dem Vorjahresniveau. In einigen Geschäftsbereichen lief es besser, vor allem in der Rohrleitungstechnik und im Telekomgeschäft, in den baunahen Segmenten Böden+Beläge sowie Bausanierungen, Energie+Renovationen bremste die schwache Baukonjunktur. Die Dividende bleibt unverändert bei 8 CHF je Aktie.
In den letzten drei Jahren kletterten die Aktien von Weiss+Appetito auf deutlich mehr als 400 CHF. Chart: otc-x.ch




