
Die Davos Klosters Bergbahnen (DKB) steigerten das EBITDA 2025/26 auf 50.1 Mio. CHF, obwohl der Winter in Graubünden schneearm war. Der Reingewinn tritt mit 16.3 Mio. CHF auf der Stelle. Die Aktie hat vor der Generalversammlung vom 25. September einen Sprung auf 394 CHF gemacht.
Winter 2025/26: Der Schnee kam spät, die Töchter zeigen die Folgen
Die Davos Klosters Bergbahnen sind längst mehr als ein Bahnbetrieb. Mit fünf Skigebieten, über 20 Hotels und zahlreichen Restaurants ist die Gruppe ein integriertes Tourismusunternehmen. Hotels und Gastronomie stellen laut unserer Analyse vom 13. Oktober 2025 über 40% des Umsatzes. Das Geschäftsjahr 2025/26 stellte dieses Modell auf die Probe. In Graubünden blieb der Naturschnee über Weihnachten aus, im niederschlagsarmen Januar fehlten branchenweit die Tagesgäste.
Wie stark das durchschlug, zeigen die zwei separat berichtenden Töchter. Am Rinerhorn sanken die Ersteintritte im Winter um 8,1%, zwei Skilifte liefen erst ab Januar. Bei den Sportbahnen Pischa fielen sie um 18,2%, dort ist das Ende ohnehin besiegelt. Der Betrieb läuft noch bis zum Winter 2026/27, danach wird verkauft oder zurückgebaut. Bemerkenswert ist, was das Rinerhorn aus dem schwachen Winter machte. Das EBITDA stieg um 13,5% auf 1.87 Mio. CHF, weil der Personalaufwand um über 8% gesenkt wurde. Kostendisziplin statt Frequenz war das Rezept. Dasselbe Rezept zeigt sich im Konzern.

Konzern: Die Kosten sanken, der ganze Mehrumsatz landete im EBITDA
Der Nettoumsatz stieg um 4,3% auf 114.7 Mio. CHF. Dass die Gruppe trotz des schwachen Winters wuchs, hat zwei Gründe. Das Hotelgeschäft gewann mit dem nach dem 20-Mio.-CHF-Umbau im Dezember wiedereröffneten Joseph’s House Kapazität. Zudem dürfte die technische Beschneiung auf Parsenn und Jakobshorn den fehlenden Naturschnee weitgehend ersetzt haben. Das EBITDA legte um 11,4% auf 50.1 Mio. CHF zu, deutlich stärker als der Umsatz. Der Grund ist simpel, die Betriebskosten sanken trotz Wachstum leicht, der gesamte Mehrumsatz von 4.8 Mio. CHF landete im Ergebnis. Die EBITDA-Marge stieg von 40,9% auf 43,6%, das EBIT um 22,5% auf 25.8 Mio. CHF.
Beim Reingewinn kam davon nichts an. Er blieb mit rechnerisch 16.3 Mio. CHF knapp unter dem Vorjahr, obwohl das EBIT um 4.7 Mio. CHF höher lag. Die Lücke zwischen EBIT und Gewinn verdoppelte sich damit auf 9.6 Mio. CHF. Die DKB schreibt seit Jahren steuerlich motiviert mehr ab als betriebswirtschaftlich nötig. So bildet sie stille Reserven. Im Kleinen zeigt es das Rinerhorn, dort schmolz ein EBIT von 0.46 Mio. CHF nach ausserordentlichen Abschreibungen, Zinsen und Steuern auf 3’307 CHF Gewinn.

Das Eigenkapital stieg dennoch um 13.5 Mio. CHF auf 81.1 Mio. CHF, die Eigenkapitalquote von 41,3% auf 45,3%. Die Gruppe behält rund drei Viertel des Gewinns ein und finanziert damit ihre Investitionen weitgehend selbst. Das erklärt, warum die Quote trotz wachsender Bilanz steigt.
Aktie: Ein einziger Abschluss hebt den Kurs um 13%
Die Namenaktien werden auf OTC-X gehandelt, zuletzt zu 394 CHF (Stand 4. September 2026). Der Sprung von 350 auf 394 CHF an diesem Tag ging auf einen einzigen Abschluss über zehn Aktien zurück. Das zeigt, wie dünn der Handel ist. Im laufenden Jahr wechselten erst 1’035 Aktien in 80 Abschlüssen die Hand. Wer kaufen oder verkaufen möchte, braucht Geduld. Bis Ende August war der Kurs von rund 290 auf 350 CHF gestiegen, ein Plus von rund 21%, dann folgte der Sprung. Der Anstieg verlief über das ganze Jahr, die Jahreszahlen dürften nur den Schlusspunkt gesetzt haben. Bei 368’000 Aktien entspricht der Kurs einer rechnerischen Marktkapitalisierung von 145 Mio. CHF. Die Dividende soll unverändert 10 CHF je Aktie betragen, das entspricht wie in den Vorjahren gut 7% des EBITDA. Darüber entscheidet die Generalversammlung vom 25. September 2026 in Davos.

Fazit
Auf Basis des Gewinns je Aktie von 44.16 CHF liegt das KGV bei rund 9. Der Wert ist tief, weil die Abschreibungspolitik den ausgewiesenen Gewinn systematisch klein hält. Aussagekräftiger ist das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu EBITDA, es beträgt rechnerisch knapp 3. Das KBV von rund 1,8 lässt die stillen Reserven ebenso aussen vor. Die Eigenkapitalrendite von 20% ist umgekehrt so hoch, weil dieses Muster auch das ausgewiesene Eigenkapital tief hält. Die Dividendenrendite von 2,5% ist bescheiden, weil die Gruppe den Cashflow konsequent in die Anlagen steckt. Mit der Schiferbahn läuft seit dem Frühjahr das nächste Grossprojekt von rund 35 Mio. CHF. Das entspricht etwa 70% eines Jahres-EBITDA, die Gruppe kann es aus dem laufenden Cashflow stemmen. Das Risiko liegt im Wetter. Ein schneearmer Winter kostet sofort Frequenzen. Im Sommer fehlt der Destination weiterhin die Nachfrage. Dass die Gruppe in einem solchen Jahr Marge und Eigenkapitalquote steigert, spricht für die Kostenkontrolle. Es spricht ebenso für den Puffer aus dem Hotelgeschäft, das vom Schnee weniger abhängt als die Bahnen. Nächster Beobachtungspunkt ist der Geschäftsbericht vor der Generalversammlung vom 25. September.





