Repower: Leichtes Umsatzminus im 1. Semester, zurück in den schwarzen Zahlen – Besseres operatives Ergebnis angekündigt

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Stromleitung von Repower, die künftig auch dem EKZ und einem UBS-Fonds gehören werden. Bild: www.repower.ch
Stromleitung von Repower, die künftig auch dem EKZ und einem UBS-Fonds gehören werden. Bild: www.repower.ch

Wie das Bündner Energieunternehmen Repower heute mitteilte, konnte es das erste Halbjahr 2016 besser als im Vorjahr abschliessen. Zwar sei die Gesamtleistung in diesem Zeitraum um 4% auf 881 Mio. CHF zurückgegangen. Jedoch hätten das EBIT und der Gewinn aufgrund von Wertaufholungen auf Kraftwerke in Italien und der Schweiz sowie der teilweisen Auflösung von Rückstellungen für Langfristverträge deutlich gesteigert werden können. Mit einem Betriebsergebnis (EBIT) von 45 Mio. CHF (Vorjahr: – 34 Mio. CHF) und einem Reingewinn von 18 Mio. CHF (Vorjahr: – 108 Mio. CHF) kehrt das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Besonders erfreulich ist, dass das operative Ergebnis (EBITDA) mit 51 Mio. CHF fast doppelt so hoch wie im Vorjahr ausgefallen ist.

Positive Beiträge aller Marktsegmente

Gemessen am EBIT zeigten sich in allen Marktsegmenten positive Tendenzen. So betrug der EBIT-Beitrag des Segments „Markt Schweiz“ im ersten Halbjahr rund 13 Mio. CHF (Vorjahr: -5 Mio. CHF). Die Arbeiten im Segment Schweiz seien durch die Lancierung des Elektromobilitäts-Angebots Plug’n Roll sowie weitere Investitionen ins Netz geprägt gewesen. Im Energiehandel spricht das Unternehmen von einer „durchzogenen Entwicklung“. Der EBIT-Beitrag des Segments „Markt Italien“ lag mit 28 Mio. CHF ebenfalls wieder im positiven Bereich (Vorjahr: – 23 Mio. CHF). Das Unternehmen spricht von einem Ausbau des Vertriebs sowie einem besseren Handelsergebnis in diesem Marktsegment. In den „übrigen Segmenten“ erzielte Repower nicht budgetierte Liegenschaftsverkäufe, die einen ausserordentlichen Ertrag von 10 Mio. CHF brachten. Insgesamt lag der EBIT-Beitrag dieses Segments bei 5 Mio. CHF (Vorjahr: – 5 Mio. CHF).

Abhängigkeit vom Strompreis verringern

In seinem Ausblick bekräftigte Repower nochmals den eingeschlagenen Weg, sich zu einem Dienstleistungs- und Vertriebsunternehmen entwickeln zu wollen, um so die Abhängigkeit vom Strompreis verringern zu können. Zudem kündigte das Unternehmen an, dass sich für das Jahr 2016 bei gleich bleibenden Marktverhältnissen ein besseres operatives Ergebnis – vor Sonderfaktoren – als im letzten Jahr einstellen sollte.

Die Aktien der Repower AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden Kurse um 46 CHF für die Aktien bezahlt. Dieser Kurs liegt über dem Preis von 43 CHF, welchen die Grossaktionäre EKZ und der UBS Fonds CEIS im Rahmen der Kapitalerhöhung Anfang Sommer 2016 gezahlt hatten. Der Buchwert (Eigenkapital/Aktie) liegt per Ende Juni 2016 bei 83 CHF. Diese Unterbewertung ist sicherlich auch auf die ungewisse Situation am Strommarkt zurückzuführen.

Die wichtigsten Kennzahlen von Repower für das 1.Semester 2016. Quelle: Halbjahresbericht

2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrter Herr Zern
    Bei der Berechnung des EK’s pro Aktie der Repower hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Das den Aktionären anrechenbare EK betrug per 30.6.2016 Fr. 571.8 Mio. Anfangs Juli wurde die AK-Erhöhung durchgeführt, welche der Firma ca. Fr. 170 in die Kassen spühlte, aber auch die Anzahl Aktien auf 7’390’968 erhöhte. Pro Aktie beträgt der Wert des Eigenkapitals nach der AK-Erhöhung deshalb genau Fr. 100.
    Die Nettofinanzschulden sind damit auch gleich ganz eliminiert. Ich gehe davon aus, dass man mit dem vielen Geld die fällige Obligationenanleihe im November zurückbezahlen wird, was der Firma fortan ca. Fr. 5 Mio. an Schuldzinsen einsparen wird. Immerhin.

    • Vielen Dank für Ihre Präzisierung, Herr Zahner. Wir haben den Buchwert mit den EK-Werten per Ende Juni gerechnet – allerdings auf Basis des gesamte EK von 620 Mio. CHF – und mit der neuen Anzahl Aktien (nach KE). Dies ist natürlich nicht korrekt. Es ändert allerdings nichts daran, dass der Titel massiv unterbewertet ist. Die grosse Frage ist nun, ob es das Management schafft, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Die beiden neuen Aktionäre setzen jedenfalls darauf; andersherum haben sie auch einen hohen Discount auf die Aktien erhalten, nachdem die Gesellschaft Ende 2015 „Tabula rasa“ gemacht hatte. Dass Repower hier sehr offensiv bei den Wertberichtungen vorgegangen ist und nun nach einem halben Jahr bereits wieder Aufholungen vornimmt, dürfte für die langjährigen Aktionäre nicht sehr erfreulich sein.

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