AMS: Profitables Wachstum zum Jahresende – Höhere Dividende

Umsatz wächst 2017 um 93% auf über 1 Mrd. Euro.

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Hauptsitz des Halbleiterherstellers ams in Unterpremstätten/Österreich. Bild: zvg

Der Halbleiterhersteller AMS hat zum Jahresende 2017 nicht nur einen Wachstumssprung vollführt, sondern ist auch deutlich profitabler geworden. Im laufenden Jahr soll die Wachstumsgeschichte im ähnlichen Stil weitergehen, wozu auch hohe Investitionen geplant sind. Die Aktionäre kommen in den Genuss einer höheren Dividende.

AMS hat im letzten Jahr den Umsatz um 93% auf 1,06 Mrd EUR gesteigert. Allein im vierten Quartal kamen die Verkäufe bei 470,3 Mio EUR zu liegen. Das hohe Wachstum begründet das Unternehmen am Dienstag mit dem Erfolg der 3D-Sensoren und anspruchsvollen Lichtsensoren. Solche Produkte kommen zum Beispiel in Highend-Smartphones zum Einsatz.

Diese Umsatzzahlen waren seit gut einer Woche bekannt. Neu ist, dass das an der SIX kotierte österreichische Unternehmen im Schlussquartal auch deutlich profitabler wurde. So wird für das Gesamtjahr ein EBIT (bereinigt) von 168,7 Mio und eine Marge von 16% ausgewiesen, für das vierte Quartal allein waren es 128,5 Mio EUR resp. 27%. Damit wurden die Erwartungen der Analysten in etwa erfüllt.

Tieferer Reingewinn

Der Reingewinn sank derweil um knapp 14% auf 88,7 Mio EUR. Bereinigt um Wertänderungen des Optionenbestandteils der Wandelanleihe hätte jedoch ein deutliches Plus resultiert, wird betont.

Der Geldbedarf für das Wachstum hinterliess auch bei anderen Kennzahlen Spuren. So nahm die Nettoverschuldung zum Jahresende auf 865,8 EUR von 256,2 Mio EUR zu.

Gleichwohl sollen die Aktionäre eine höhere Dividende von 0,33 Cents pro Aktie erhalten (VJ 0,30), wie es weiter heisst. Dies wird mit der Politik begründet, bei einer positiven Geschäftsentwicklung die Ausschüttung gegenüber dem Vorjahr anzuheben.

„Starkes zweites Semester“

Die Wachstumsgeschichte soll in ähnlichem Stil weitergehen. Für das erste Quartal 2018 stellt das Management einen Umsatz in der Grössenordnung von 440 bis 490 Mio USD (Guidance nicht mehr in EUR) in Aussicht, wobei eine (bereinigte) EBIT-Marge von 17% bis 20% angepeilt wird. Diese Prognose werde vor dem Hintergrund „eines negativen Volumeneffekts bei einem Kunden und erwarteter Saisonalität“ abgegeben. Das Umsatzziel entspreche einem Wachstum von mehr als 150%, wird betont.

Gleichzeitig erwartet das Management ein „sehr starkes zweites Halbjahr mit erheblichen sequenziellen Umsatzwachstumsraten in der zweiten Jahreshälfte ähnlich denen im vergangenen Jahr“. Es seien zudem wichtige Grossaufträge an Land gezogen worden, heisst es.

Übernahme in der Schweiz

Zum Wachstum soll auch eine Übernahme beitragen. Um die Verbreitung von 3D-Gesichtserkennung zu beschleunigen, wurde laut den Angaben eine Vereinbarung zum Erwerb von KeyLemon unterzeichnet. Das Unternehmen sei ein führender Anbieter von Gesichtserkennungssoftware mit Sitz in der Schweiz. Das Unternehmen konzentriere sich auf die Entwicklung biometrischer Software. Die Transaktion solle innerhalb von 45 Tagen abgeschlossen werden, finanzielle Angaben werden nicht gemacht.

Um seine Wachstumsmöglichkeiten zu realisieren, plant die Gesellschaft im laufenden Jahr zudem Gesamtinvestitionen von rund 600 Mio USD. Schon im vergangenen Jahr wurde im grossen Stil in Fabriken investiert, wobei allein in Singapur 8’000 zusätzliche Mitarbeiter angestellt wurden.

Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen basierend auf einer „gestiegenen Visibilität“ die Wachstumsprognosen für den Zeitraum 2016 bis 2019 angehoben. Neu wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 60% in Aussicht gestellt, bislang waren es „mindestens 40%“ gewesen. Die Umsatzerwartung für das Jahr 2019 wird somit auf „mehr als 2,2 Mrd EUR“ resp. „mehr als 2,7 Mrd USD“ beziffert. Unverändert sind die mittelfristigen Profitabilitätsziele. Es wird nach wie vor eine bereinigte EBIT-Marge von 30% ab 2019 angepeilt.

Zweitkotierung in Hongkong?

Ausserdem gibt das Unternehmen bekannt, dass es eine Zweitkotierung in Hongkong innerhalb der nächsten zwölf Monate erwäge. Begründet wird dies mit der steigenden Unternehmenspräsenz und dem starken Wachstumspotenzial in Asien sowie einer besseren Ansprache von Investoren.

AMS plant zudem die Ausgabe einer Wandelanleihe über bis zu 600 Mio EUR mit einer Laufzeit von sieben Jahren. Die nicht nachrangigen, unbesicherten Schuldverschreibungen berechtigen laut einer separaten Mitteilung zur Wandlung in bis zu 6,1% des derzeit ausstehenden Grundkapitals. Bezugsrechte werden dabei ausgeschlossen.

rw/tp

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