schweizeraktien.net – Die Woche | 15. Februar 2021

Die Zahlenkränze für das 4. Quartal sind gut ausgefallen

0
302

Langsam geht die erste Runde der Berichtssaison zu Ende. Die Large- und Mid-Cap-Unternehmen haben mehrheitlich ihre Zahlen präsentiert. Auffallend ist, dass die Zahlenkränze insbesondere für das 4. Quartal gut ausgefallen sind. Oftmals sogar besser als erwartet.

Der Halbleiterhersteller AMS, der zu Beginn der Corona-Krise die Übernahme des in Deutschland an der Börse gelisteten Lichtunternehmens Osram ankündigte und noch immer mit der Verdauung der grösseren «Beute» beschäftigt ist, lag bei den Zahlen für 2020 zwar dank eines sehr guten Q4 oberhalb der Markterwartungen. Der Ausblick auf ein «Transformationsjahr 2021», die schwebende Integration von Osram sowie die Abhängigkeit vom Hauptkunden Apple vermochten die Anleger aber nicht zu begeistern. Die AMS-Aktien bleiben volatil, wie schon seit Monaten.

Der börsenkotierte Basler Fleischverarbeiter Bell Food Group AG konnte im Corona-Jahr 2020 – trotz (Teil-)Lockdown und zeitweise geschlossener Gastronomie – den Umsatz stabil halten und sogar den Gewinn entgegen den Erwartungen vieler Marktteilnehmer steigern. Auch die Dividende wird erhöht. Noch eine andere Nachricht lässt bei Bell aber aufhorchen: Der Umsatz mit vegetarischen und veganen Fleischalternativen konnte im letzten Jahr verdoppelt werden. Mittlerweile liegt der Anteil an vegetarischen und veganen Produkten am Bell-Gesamtumsatz bei rund 21% – Tendenz steigend! Dieser Trend macht dem zur Coop-Gruppe gehörenden Konzern offenbar Appetit auf mehr: Der Marktanteil im Segment «Fleischersatz» soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. So wird aus einem einst reinen Fleischverarbeiter ein Nahrungsmittelhersteller, der auch auf «grün» und «vegetarisch» setzt. Damit folgt Bell einem veränderten Konsumentenverhalten und dem Zeitgeist.

Dazu passend: Geht es nach der Grünen Partei, steht zukünftig eine Fleisch-Steuer und verbilligtes Gemüse auf dem Speisezettel, um unser Essverhalten zu lenken. Mit dem «Portfolio-Umbau» in Richtung eines höheren Vegi-Anteils reagiert Bell hier proaktiv – was durchaus auch im Interesse der Aktionäre sein sollte – auf gesellschaftliche und möglicherweise in der Zukunft auch politisch aufziehende Veränderungen. Ob das offerierte «Grüne Menü» auch den Wählern an der Urne schmeckt, wird die Zeit zeigen.

Auf den Trend zu «grünem», besser gesagt «nachhaltigem» Investieren setzt nun auch die Schweizer Börse SIX. Sie lancierte vergangene Woche neue ESG-Indizes für Aktien und Anleihen. Damit möchte sich der Finanzdienstleister ein Stück vom Kuchen dieses laufend wachsenden Segments abschneiden. Was im ersten Moment sinnvoll klingt und auch dem Bedürfnis der Anleger entspricht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als «SMI mit grünem Anstrich». Wer erwartet hat, dass echte Sustainable Leaders wie Geberit auf der Liste ganz oben zu finden sind, wird enttäuscht: Mit einer Gewichtung von 20% ist Nestlé Schwergewicht. Auch die Grossbank UBS ist vorne mit dabei. Überzeugen mag dieser sehr stark benchmarkorientierte Ansatz inhaltlich jedenfalls nicht. Wir kommen darauf zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zurück.

In den kommenden Wochen folgen Small Caps und die ausserbörslich gehandelten Nebenwerte mit ihren Jahreszahlen. Es bleibt daher sehr spannend. Schon heute erscheint klar, dass Healthcare-Titel und Tech-Aktien zu den Gewinnern gehören dürften. Dies zeigt sich auch an den Börsenkursen. Auf der anderen Seite können stark vorausgelaufene Börsenkurse auch Rückschlagrisiken bedeuten, die mit steigenden Kursen weiter zunehmen.

Im Portfoliotalk sprechen wir kommende Woche mit Fondsmanager Martin Lehmann über diese zwei «Gewinner-Sektoren». Der von ihm verwaltete 3V Invest Swiss Small & Mid Cap Fonds hat den Fokus schon seit längerem auf Wachstumstitel aus dem Technologie- und Gesundheitssektor gelegt.

Viel Vergnügen bei der Lektüre unserer kuratierten Beiträge.

Aktuelle Artikel vom schweizeraktien.net-Team


Healthcare-Aktien: Höhenflug in der Pandemie

Healthcare-Aktien: Höhenflug in der Pandemie

Wer in den letzten Monaten überdurchschnittliche Gewinne an der Börse erzielen wollte, musste entweder Tech-Aktien oder Healthcare-Titel in seinem Portfolio haben – am besten beides. Die grössten Gewinne gabs bei den Impfstoffherstellern und Pharmazulieferern. In der Schweiz gehören Titel wie Lonza, IVF Hartmann und Siegfried dazu, schreibt unser Autor Karim Serrar in seinem Beitrag.

Zum Beitrag «Healthcare-Aktien: Höhenflug in der Pandemie»


Börsengänge: Was genau ist ein SPAC?

Börsengänge: Was genau ist ein SPAC?

Börsengänge von Unternehmenshüllen, den sogenannten SPACs, boomen derzeit. Wir erklären genauer, wie eine solche Special Purpose Acquisition Company funktioniert und wann sich ein Investment lohnt.

Zum Beitrag «Börsengänge: Was genau ist ein SPAC?»


Schilthornbahn: Covid-Massnahmen und fehlende Auslandsgäste belasten

Schilthornbahn: Covid-Massnahmen und fehlende Auslandsgäste belasten

Die Tourismusbranche leidet stark unter der Corona-Pandemie. Das zeigen auch die ersten Zahlen der Schilthornbahn. Schwierig ist vor allem die geringe Visibilität der künftigen Einnahmen, denn bis heute ist noch unklar, ob und wann die wichtigen Gäste aus den Fernmärkten wiederkommen.

Zum Beitrag «Schilthornbahn: Covid-Massnahmen und fehlende Auslandsgäste belasten»



Ausserbörsliche Aktien: 10 „Sustainable Leader“ auf OTC-X (09/2020)

Im September 2020 publizierte das OTC-X Research der Berner Kantonalbank (BEKB) nach 2017 und 2019 die dritte Ausgabe der Studie «Nachhaltiges und Verantwortungsvolles Anlegen». Aus aktuellem Anlass holen wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsstudie aus dem schweizeraktien.net-Archiv zurück ans Licht…

Zum Beitrag «Ausserbörsliche Aktien: 10 „Sustainable Leader“ auf OTC-X (09/2020)»

Was uns im Netz sonst noch aufgefallen ist…


Nachhaltige Investments: Neue Möglichkeiten an der Schweizer Börse

Nachhaltige Investments: Neue Möglichkeiten an der Schweizer Börse

Nachhaltiges Anlegen liegt im Trend. Das hat auch die Schweizer Börse SIX erkannt. Sie führt neu ESG-Indizes für Aktien und Anleihen ein. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man schnell «alte Bekannte». Der SPI ESG-Index sieht aus wie ein «abgespeckter» SMI.

Zum Beitrag «Nachhaltige Investments: Neue Möglichkeiten an der Schweizer Börse»


Pflanzliche Burger - Ein «Metzger» setzt auf Vegi-Produkte

Pflanzliche Burger – Ein «Metzger» setzt auf Vegi-Produkte

Als Fleischverarbeiter ist der Bell-Konzern zwar gross geworden. Noch wird der grösste Teil des Umsatzes in diesem Segment erzielt. Doch das künftige Wachstum sieht das Unternehmen in fleischlosen Alternativprodukten.

Zum Beitrag «Pflanzliche Burger – Ein «Metzger» setzt auf Vegi-Produkte»


Pandemie - Auch im zweiten Corona-Sommer werden Europäer lieber im eigenen Land bleiben

Pandemie – Auch im zweiten Corona-Sommer werden Europäer lieber im eigenen Land bleiben

«Ferien im eigenen Land» werden absehbar auch in diesem Sommer im Trend liegen – in der Schweiz genauso wie in Europa. Zu unsicher sind die Aussichten für Ferien ausserhalb der eigenen Landesgrenzen. cash.ch berichtet über Gewinner des «Ferien daheim»-Trends, etwa Wohnmobilbauer, Ferienparkbetreiber oder Hausbootvermieter…

Zum Beitrag «Pandemie – Auch im zweiten Corona-Sommer werden Europäer lieber im eigenen Land bleiben»


«Wir weichen auf kontroverse oder missverstandene Aktien aus»

«Wir weichen auf kontroverse oder missverstandene Aktien aus»

Zwei Fondsmanager bringen nach dem «V» und dem «W» nun das «K» in die Buchstabensuppe. Dieses beschreibt ihrer Ansicht nach die polarisierende Lage an den Börsen, aber auch in der Gesellschaft, am besten. Und sie raten im Interview mit den Kollegen von The Market dazu, hoch bewertete Titel unterzugewichten. (Login notwendig)

Zum Beitrag ««Wir weichen auf kontroverse oder missverstandene Aktien aus»»


Schweizer Zuckerbranche fürchtet Kürzung von Förderbeiträgen, Flächenverlust und Fabrikschliessungen

Schweizer Zuckerbranche fürchtet Kürzung von Förderbeiträgen, Flächenverlust und Fabrikschliessungen

Die Zuckerbranche in der Schweiz leidet seit Jahren unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrates schlägt nun vor, den sogenannten «Einzelkulturbeitrag» für Zuckerrüben nach Produktionsweise zu splitten, was zu Kürzungen von Förderbeiträgen führen kann. Der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer befürchtet einen massiven Flächenverlust und Fabrikschliessungen, wie schweizerbauer.ch berichtet. Für Aussenstehende ist die Ausgangslage bei diesem politischen Thema «unübersichtlich»…

Zum Beitrag «Schweizer Zuckerbranche fürchtet Kürzung von Förderbeiträgen, Flächenverlust und Fabrikschliessungen»


Bumble Starts Trading After Its $2.15 Billion IPO. Should You Buy?

Bumble Starts Trading After Its $2.15 Billion IPO. Should You Buy?

Der «IPO-Wahnsinn» geht weiter, zumindest in den USA. Die Aktien der Online-Dating-Plattform Bumble kletterten am ersten Handelstag beinahe raketengleich um fast 80% über den Ausgabepreis von 43 USD hinaus in die Höhe, wie Bloomberg.com berichtet. An der Börse war Bumble nach dem Start mit rund 8 Mrd. USD bewertet, entsprechend etwa dem 12-13-fachen «forward sales multiple». Nach 9 Monaten des Jahres 2020 stand ein Verlust von 28 Mio. USD bei einem Umsatz von 413 Mio. USD in den Büchern. Ein «Value-Schnäppchen» sieht anders aus…

Zum Beitrag «Bumble Starts Trading After Its $2.15 Billion IPO. Should You Buy?»


Klimaschädliche Kryptowährung – Bitcoin verbraucht jetzt mehr Strom als die Schweiz und Österreich zusammen

Klimaschädliche Kryptowährung – Bitcoin verbraucht jetzt mehr Strom als die Schweiz und Österreich zusammen

Der Bitcoin ist – wie andere Kryptowährungen – in aller Munde. Was viele nicht wissen: Um neue Bitcoins zu «schürfen», braucht es gigantische Mengen an Energie. Bitcoins mögen gut für manchen spekulativen Geldbeutel sein, fürs Klima sind sie aber schädlich. Wie die Basler Zeitung berichtet, hat der aktuelle Bitcoin-Hype den Stromverbrauch in den letzten drei Monaten nochmals stark ansteigen lassen. Die Bitcoin-Blockchain verbraucht jetzt jährlich gleich viel Strom wie Norwegen oder Argentinien – oder mehr als die Schweiz (56 TWh) und Österreich (67 TWh) zusammen…

Zum Beitrag «Klimaschädliche Kryptowährung – Bitcoin verbraucht jetzt mehr Strom als die Schweiz und Österreich zusammen»

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here