Energieversorgungsunternehmen: Im makroökonomischen Spannungsfeld

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Zum 4. Mal hat Zern & Partner für OTC-X-Research Mitte Juni eine umfangreiche Studie zu den Energieaktien publiziert. Wie durch die Kursentwicklungen der Aktien bereits 2017 antizipiert worden war, folgten tatsächlich eine Erholung der Strompreise und eine schrittweise verbesserte Profitabilität der Unternehmen. Zwar konnten die Aktien der Energieunternehmen bis weit ins Jahr 2018 nicht mit der stürmischen Performance der von Investoren bevorzugten Industrien mithalten, doch am Jahresultimo, nach einem verlustträchtigen vierten Quartal an den Aktienmärkten, stachen bei den kotierten Aktien BKW und bei den ausserbörslich gehandelten CKW mit Kurssteigerungen im deutlich zweistelligen Prozentbereich hervor.

Defensive Qualitäten bei Versorgern

Nach dem Risk-off-Schlussquartal 2018 kehrten sich die Vorzeichen mit Beginn des Jahres 2019 jedoch abermals um. Die Börsen stürmen wieder auf neue Kursgipfel zu, bei Versorger-Aktien und Anleihen ist es dagegen wieder ruhig geworden. Dennoch zeigt die Episode deutlich die defensiven Qualitäten der Versorger.

Gegenwärtig setzt sich die leichte Abwärtstendenz bei vielen Branchenvertretern
fort. Dies ist eine Folge der Veröffentlichung von teilweise gemischten Jahresabschlüssen.
Vielfach zehren Investitionen, Abschreibungen und Wertberichtigungen an den Gewinnen, zudem schlug auch das schwache Schlussquartal an den Börsen auf die Finanzergebnisse durch.

Trotz Risiken und Unsicherheiten reagieren die Unternehmen besonnen

Die für die Schweizer Elektrizitäts- und Versorgungswirtschaft entscheidenden Fragen bleiben auch 2019 weitgehend offen. Weder ist das Stromabkommen mit der EU zustandegekommen noch eine Erleichterung bei den an die Kantone abzuführenden Wasserzinsen erreicht worden. Der tendenziell steigende Ölpreis, dem der Strompreis nachfolgt, ist zwar willkommen, doch bei einem echten Angebotsengpass könnte die Wirtschaft Schaden nehmen.

Die Unternehmen agieren trotz der Risiken und Unsicherheiten jedoch besonnen und dennoch unternehmerisch. Chancen wie im Dienstleistungsbereich oder durch Innovationen werden gezielt gesucht und genutzt, Altlasten beseitigt, die Kosten bleiben im Griff, und die Bilanzen zeigen auch nach mehreren schwierigen Jahren keine Schwächezeichen.

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