HBM Healthcare Investments: Biotech IPO-Boom und M&A-Aktivität beflügeln Kursentwicklung

Diversifizierte globale Life Science Investments in Public und Private Equity

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Ob Krebstherapien, Molekulardiagnostik, industrielle Biotechnologie oder modernste Medizinaltechnik – HBM Healthcare ist als spezialisierter Investor an vielen aussichtsreichen Unternehmen beteiligt. Die Portfolio-Gesellschaften reifen mit der Zeit und gehen verstärkt an die Börse oder werden zu hohen Prämien übernommen. Das schlägt sich auch im Aktienkursverlauf der Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare nieder. Seit 2009 hat sich der Kurs mehr als verzehnfacht, seit 2014 immerhin mehr als 200% zugelegt. Kann die Aktie noch weiter steigen?

Kursentwicklung der HBM Healthcare Aktie über die letzten zahn Jahre. Quelle: six-group.com

Das Konzept von HBM Healthcare beinhaltet Investments sowohl in börsenkotierte Aktien und Fonds wie in privat gehaltene Unternehmen. Diese Flexibilität unterscheidet HBM Healthcare von vielen anderen Investitionsmöglichkeiten im Bereich Life Sciences für Privatanleger. Der Vorteil ist, dass das versierte Management im Zeitablauf mal höher in börsenkotierten Aktien engagiert sein kann, oder, wenn dort weniger attraktiv bewertete Aktien zu finden sind, mehr Investitionen im Private Equity oder Venture Capital Bereich tätigen kann – und umgekehrt.

Quelle: hbmhealthcare.com

Gewinnträchtiges Geschäftsjahr 2019/2020

Zum Ende des Geschäftsjahres 2018/2019 zum 31. März 2019 waren 45% des Portfolios in börsenkotierte Aktien investiert, 9% in Fonds, 26% in Private Equity-Beteiligungen. Die Liquiditätsquote betrug 17%. Verbindlichkeiten dürfen bis zu 20% des Eigenkapitals betragen, zum Bilanzstichtag waren es 7%. In der geografischen Verteilung entfielen 58% auf die USA, 20% auf Europa und 22% auf Asien. Die grösste Einzelposition lag bei 9% des Portfolios, auf die 10 grössten Positionen entfielen rund 33%.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 stieg die Aktie um 22,1%, der Net Asset Value (NAV), also der Nettovermögenswert, um 15,6%. Das sagt implizit, dass der Discount zum NAV verringert wurde. Der Nettogewinn belief sich auf 209 Mio. CHF. Die Dividende wurde um 0.50 CHF auf 7.50 CHF angehoben. Die Dividendenrendite beträgt somit aktuell 4,3%. Im Schnitt der letzten Jahre hatte sie nahe 5% gelegen. Der substanzielle Jahresgewinn ist keine Ausnahme. Kumuliert wurde in den letzten sechs Jahren über 1 Mrd. CHF Gewinn ausgewiesen.

Gewinnbeiträge aus vielen Quellen

In der Detailbetrachtung zeigt sich, dass der Gesamtgewinn aus einer Vielzahl von profitablen Engagements entstanden ist. Zwei Beteiligungsgesellschaften gingen via IPO an die Börse und trugen mit 50 Mio. CHF und 20 Mio. CHF zum Ergebnis bei. Drei Gesellschaften, an denen Beteiligungen bestanden, wurden von den grossen Pharma-Konzernen Eli Lilly, Glaxo und Novartis übernommen, was 22 Mio. CHF sowie zwei Mal je acht Mio. CHF Gewinnbeitrag brachte. Bei den Beteiligungen an privat gehaltenen Gesellschaften kam es in vier Fällen zu weiteren Finanzierungsrunden auf erhöhtem Bewertungsniveau. Die Folge sind Neubewertungsgewinne von zusammen 77 Mio. CHF. Nicht zuletzt sorgten Kurssteigerungen bei den kotierten Beteiligungen für Gewinne von zusammen 72 Mio. CHF.

Management-Vergütung

Angesichts der starken Gewinnentwicklung fielen neben der regulären Managementvergütung von 17 Mio. CHF und sonstigen Kosten in Höhe von 3 Mio. CHF ausserdem eine erfolgsabhängige Performance-Fee von 31.9 Mio. CHF sowie eine variable Vergütung des Verwaltungsrates von 2 Mio. CHF an. Die Neu-Investitionen beliefen sich auf 141 Mio. CHF, darunter 15 neue Positionen. Unter anderem wurde der Anteil von China deutlich erhöht, was den Asienanteil erstmals über 20% brachte. Der Wert des Portfolios zum 31. März beträgt 1.5 Mrd. CHF.

Weitere IPOs von Portfolio-Unternehmen als Kurstreiber

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2019/2020 per 30. Juni setze sich die positive Entwicklung fort . Der NAV stieg um 5,7% auf 200.29 CHF, die Aktie kletterte um 8,9%. Im ersten Quartal fand bei der Beteiligung Cathay Industrial Biotech eine weitere Finanzierungsrunde auf deutlich erhöhtem Preisniveau statt. HBM Healthcare verzeichnete einen Neubewertungsgewinn von weiteren 57.5 Mio. CHF. Cathay Industrial ist nun die grösste Position im Portfolio. Weiterhin ging die Beteiligung Turning Point via IPO an die Nasdaq, was einen Gewinn von 27.9 Mio. CHF mit sich brachte.

Konzentration auf Spätphase

Neben der Diversifikation über Sektoren und Regionen ist ein charakteristisches Merkmal der Anlagestrategie, sich auf sogenannte „late-stage“ Investments zu konzentrieren. Dies reduziert Risiken und optimiert die Wahrnehmung von Chancen. Während Frühphasen-Investments einen langen zeitlichen Anlagehorizont verlangen, kann es bei Unternehmen, die kurz vor der Zulassung stehen oder schon erste Produkte am Markt einführen, in der Regel in kurzer Zeit zu stark veränderten Einschätzungen und Bewertungen kommen. Das Team von HBM Healthcare zeigt über die Jahre eine bemerkenswerte Performance in der Selektion der Portfolio-Gesellschaften wie dem Timing von Investitionen und Desinvestitionen.

Quelle: hbmhealthcare.com

Aktienrückkaufprogramme

Die Anzahl der Aktien von HBM Healthcare wird durch Aktienrückkaufprogramme kontinuierlich reduziert. Das 2016 aufgelegt Programm wurde im Juni 2019 beendet. Insgesamt wurden etwa 3,5% der ausstehenden Aktien zurückgekauft und vernichtet. Noch im selben Monat wurde ein neues Programm von den Aktionären beschlossen – dieses Mal können bis zu 10% der eigenen Aktien von der Börse genommen werden. Das Motiv bei HBM Healthcare ist klar: solange der Aktienkurs unter dem NAV liegt, macht es Sinn, diese Marktineffizienz zum günstigen Rückkauf zu nutzen. Dadurch verteilt sich der Gewinn auf weniger ausstehende Aktien, was wiederum die Entwicklung des Gewinns je Aktie beschleunigt.

Wissensexplosion und Kapital

Natürlich ist die Frage berechtigt, ob die Aktie nach einem solchen guten Lauf noch weiter steigen wird. Es handelt sich beim Beteiligungsgeschäft im Life Sciences Sektor nicht um ein zyklisches und konjunkturabhängiges Geschäft, sondern tatsächlich um einen Wachstumsmarkt, der in Teilbereichen kaum Grenzen aufweist. Dringende Probleme der Gesundheitswirtschaft wie Infektionskrankheiten, Krebs, Alzheimer, Stoffwechselstörungen und psychische Erkrankungen stellen jeweils Multimilliarden-Märkte dar, und wer neue wirkungsvolle Therapien entwickelt, kann auch hohe Preise durchsetzen. Viele Entwicklungen dienen auch der Kostensenkung im Gesundheitswesen, etwa Frühdiagnostik, Selbstmedikation oder neuartige Medizingeräte, die auch die Rückkehr von Dauerpatienten in die Gesellschaft und die Arbeitswelt ermöglichen.

Quelle: hbmhealthcare.com

Lebenszyklus der Biotechnologie

Um die weiteren Potenziale realistisch einschätzen zu können, ist ein Blick auf den Lebenszyklus der Biotechnologie hilfreich. Die Evolution der modernen Biotechnologie startete ernsthaft erst in den 1980er Jahren. Nach den IPOs von Genentech und Amgen folgten lange Phasen der Enttäuschung, weil sich die Hoffnungen auf Wundermittel nicht ganz so schnell realisierten, wie an der Börse erhofft. Zeitweilig waren immer wieder kaum Folgefinanzierungen oder Neugründungen möglich. Inzwischen jedoch sind mehr als die Hälfte aller neuzugelassenen Medikamente biotechnologischen Ursprungs, auch wenn die Kommerzialisierung oft von klassischen Big Pharma übernommen wird, sei es durch Einlizensierung oder Übernahme. Heute jedoch hat sich das Bild gewandelt: die Wissensexplosion, die Verfügbarkeit von spezialisierten Investoren mit Zugang zu nahezu grenzenlosem Kapital, die Konvergenz mit Robotics, Artificial Intelligence, ITK und weiteren Technologien und nicht zuletzt die unzähligen Erfolgsgeschichten von Life Sciences Unternehmen und ihren Machern, die häufig Milliardäre wurden – dies alles macht die Life Sciences zur Wachstumsindustrie schlechthin.

Risiken und Chancen

Risiken gibt es dennoch. Bei einem Börseneinbruch und einer nachhaltig verschlechterten Stimmung der Anleger würden trotz aller Resistenz die Börsengänge nach und nach aufhören. Die gegenwärtig noch boomende M&A-Aktivität würde sich dann auch deutlich abschwächen. Eine solche Entwicklung ist nach dem langen Boom an den Börsen und den Zeichen für eine Abschwächung der Konjunktur nicht unwahrscheinlich und würde wohl auch den Höhenflug der HBM Healthcare-Aktie stoppen. Die Kursveränderungen der börsenkotierten Beteiligungen würden sich in der Portfolio-Bewertung in real-time niederschlagen. Solange jedoch das IPO-Fenster für Life Sciences Unternehmen offen ist, dürften weitere Unternehmen aus dem Portfolio den Sprung aufs Parket wagen – und damit für weitere Gewinne bei HBM Healthcare sorgen.

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