Zur Rose, CKW, Espace Real Estate und Montana Tech: Deutsche Taunus Capital macht irreführende Kaufangebote, Preis weit unter den Aktienkursen

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2013

Eine deutsche Finanzgesellschaft mit dem Namen Taunus Capital Management AG versucht immer wieder, unbedarfte Kleinanleger insbesondere im nördlichen Nachbarland mit sogenannten «Freiwilligen Kaufangeboten» zu übervorteilen (siehe Blog-Beitrag vom 12. Februar 2015). Am 22. August veröffentlichte das Unternehmen ein solches Kaufangebot für die Aktien der Zur Rose Group AG im deutschen Bundesanzeiger. Dieser ist mit dem Schweizerischen Handelsamtsblatt vergleichbar. In dem Angebot, das auf 15’000 Aktien begrenzt ist, wurden 21.75 EUR für eine Zur Rose Group-Aktie geboten. Auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X lag der Kurs an diesem Tag bei 35 CHF (ca. 32 EUR). Dies sind satte 48% mehr. Zwischenzeitlich wurden auf OTC-X sogar 40 CHF (ca. 36 EUR) für eine Zur Rose-Aktie bezahlt. Wer das Angebot von Taunus Capital annimmt, muss gegenüber den ausserbörslichen gezahlten Kursen einen grossen Verlust hinnehmen.

Briefmarkenhändler auf «Bauernfängerei»

Offenbar macht sich die deutsche Firma zunutze, dass die Banken ihre Kunden über ein solches Kaufangebot informieren müssen, unabhängig davon, ob der gebotene Preis marktkonform ist. Sofern die Banken ihre Kunden nicht beraten, kann es sein, dass diese das Angebot annehmen, ohne es weiter zu prüfen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte bereits 2006 vor einer solchen Masche gewarnt und bezeichnete sie als damals als «Bauernfängerei». Das Geschäft mit diesen «Kaufangeboten» machte seinerzeit eine Phila Beteiligungs AG, die einem Briefmarkenhändler mit dem Namen Ulrich Lüdemann gehörte. Genau diese Familie Lüdemann geht mit der Taunus Capital Management AG wieder auf «Bauernfang». Die ehemaligen Briefmarkenhändler haben es nicht nur auf die Aktien der Zur Rose Group AG abgesehen. Ähnliche unseriöse Angebote gibt es auch für die Aktien der CKW, Espace Real Estate AG und der Montana Tech-Gruppe. Auch bei Espace Real Estate und CKW liegt das Angebot um rund 50% unter den ausserbörslich bezahlten Preisen.

Firmen distanzieren sich

Bei Zur Rose wurde man über das Kaufangebot nicht informiert. In einer Medienmitteilung erklärt die Online-Apotheke «dass zwischen Taunus Capital Management AG und Zur Rose Group AG keinerlei Geschäftsbeziehungen bestehen“. Verkaufs- und Kaufinteressierte sollten Vorsicht walten lassen und sich vorgängig auf den ausserbörslichen Handelsplattformen über die Preise informieren, so Zur Rose. Bereits im Februar 2015 hatte sich die CKW in einer Stellungnahme von einem damaligen Übernahmeangebot der Taunus Capital Management distanziert.

Für nicht kotierte Schweizer Aktien gibt einen regelmässigen Handel u.a. von den Kantonalbanken in Bern und Zürich, der Privatbank Lienhardt & Partner und Bondpartners. Die aktuellen Kurse für über 300 Valoren sind u.a. auf ww.otc-x.ch einsehbar. Der Kauf- und Verkauf kann zu diesen Kursen und für die publizierten Volumen über die Hausbank erfolgen. Das „Freiwillige Kaufangebot“ ist daher vollkommen überflüssig und bringt den Aktionären der Gesellschaft keinerlei Mehrwert. Im Gegenteil: Sie erhalten einen unvorteilhaften Preis für ihre Aktien. Profiteur ist einzig die Taunus Capital Management AG. Daher ist von der Annahme eines solchen Angebotes dringend abzuraten.

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