Repower: Operativ auf Kurs – Weitere Investitionen in erneuerbare Energien

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Repower verkauft Strom aus Wasserkraft mit dem 100% Valposchiavo Zertifikat. Im Bild: Kraftwerk Palü. Foto: repower.com

Das Energiversorgungsunternehmen Repower AG erzielte im ersten Semester 2019 einen eindrucksvollen Gewinn: nach einer schwarzen Null im Vorjahr einen Reingewinn von 49 Mio. CHF. 2018 litt Repower unter einem Kraftwerksausfall in Italien. Für das Gesamtjahr 2019 sieht sich das Unternehmen auf Kurs und erwartet ein über dem Vorjahr liegendes operatives Ergebnis, wie jüngst an einer Investorentagung bestätigt wurde. Fortgesetzt wird die Strategie der Investitionen in erneuerbare Energien.

Neben eigenen Kraftwerken erstellt das Unternehmen auch Versorgungsleitungen für neue Wasserkraftwerke wie etwa das im Sommer 2019 in Betrieb genommene Wasserkraftwerk Schanielbach. Um dieses an das Netz anzuschliessen, musste die Leitungskapazität ausgebaut werden. Dieses Vorhaben wurde von der Repower realisiert, die damit die Versorgungssicherheit der lokalen Dörfer erhöht und gleichzeitig auch das eigene Versorgungsnetz erweitert.

Neuer CEO

Nach dem Weggang des bisherigen Firmenchefs Kurt Bobst im Juli hat Roland Leuenberger das Amt als CEO interimistisch übernommen. Er wird diese Position mindestens bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung im Mai 2020 wahrnehmen. Leuenberger war in den letzten zehn Jahren als Unternehmer in der Energiebranche tätig und ist seit 2016 Verwaltungsrat bei Repower. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist nicht bestimmt, ob Leuenberger diese Position definitiv übernehmen wird.

In seine Amtszeit fällt die Zertifizierung des in Wasserkraftwerken produzierten Stroms aus Valposchiavo, also den Kraftwerken von Palü, Robbia, Campocologno I und dem Dotierkraftwerk in Palü. Die verschiedenen Produktionsanlagen der Repower haben das begehrte 100% Valposchiavo Zertifikat erhalten und erlauben es, den Strom zu vermarkten. Als Standard werden die Kunden der Gemeinde Poschiavo den zertifizierten Strom aus 100% Wasserkraft erhalten. Leuenberger zeigte sich in einer Medienmitteilung «stolz» über die Realisierung dieses innovativen Stromprodukts.

Besseres Ergebnis erwartet

Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Repower mit einem über dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnis. Weitere Angaben zum erwarteten Gewinn und einer allfälligen Erhöhung der Ausschüttung für die Aktionäre macht das Unternehmen bislang nicht. Auch wenn Repower im ersten Semester von den besseren Marktbedingungen profitieren konnte, mahnt die Geschäftsleitung zur Vorsicht. Ein klares Bekenntnis liefert das Management zu weiteren Investitionen in erneuerbare Energien. Diese werden gemäss der Unternehmensstrategie gefördert.

Fazit

Repower befindet sich zumindest operativ für das Gesamtjahr 2019 auf Kurs. Als sehr positiv zu bewerten ist der komplette Abbau der Nettoverschuldung im Verlauf des ersten Semesters. Die Bilanz des Unternehmens ist kerngesund und erlaubt es dem Unternehmen auch, weitere Investitionen in den Ausbau der Kraftwerke zu tätigen. Die Aktien von Repower werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. In den letzten Wochen zogen die Kurse auf den letztbezahlten Kurs von 97.60 CHF an. Damit notieren die Titel nur noch wenig tiefer als der ausgewiesene Buchwert. Dieser betrug per 30. Juni 2019 exklusive Minderheitsanteile knapp 104 CHF und inklusive der Minderheitsanteile rund 115 CHF. Das Festhalten an der Aussage eines besseren operativen Ergebnisses und die Hoffnung auf eine höhere Ausschüttung dürfte massgeblich zu den deutlichen Avancen beigetragen haben.

Allerdings wird die Rendite selbst bei einer Verdoppelung der Dividende auf 1 CHF pro Aktie sehr tief bleiben. Da das zweite Semester traditionsgemäss schwächer ausfällt als das erste, dürfte der Reingewinn niedrigerer ausfallen als die 49 Mio. CHF im ersten Halbjahr. Insgesamt erscheint für das Gesamtjahr ein Gewinn von 80 Mio. CHF möglich, was knapp 11 CHF pro Aktie entspricht. Hieraus lässt sich ein KGV von 9 für das laufende Jahr ermitteln, was nicht überteuert ist. Angesichts der anhaltenden Marktrisiken und der Abhängigkeit des Unternehmens von der Entwicklung des Euros erscheint der aktuelle Kurs als fair. Weitere deutliche Avancen sind zumindest kurzfristig wenig wahrscheinlich.

 

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