Favoriten auf dem Prüfstand: Rapid Holding blickt optimistisch in die Zukunft

Rekordhoher Auftragsbestand nach dem ersten Halbjahr bietet solides Fundament für das zweite Semester

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Im Bereich Contract Manufacturing fertigt Rapid Kühlplatten für die Elektromobilität. Bild: rapid.ch

Die Zeiten sind schwieriger geworden. Auf die eine oder andere Weise sind Kostensteigerungen für Rohstoffe, Material, Energie und Transport bei den produzierenden Unternehmen angekommen. Und nicht alle sind in der Position, die höheren Preise an die Kunden weiterzureichen. Das ist bei der Rapid Holding anders. Trotz Preiserhöhungen sind die Auftragsbücher sowohl in der Landwirtschafts- und Kommunaltechnik als auch im Contract Manufacturing voll.

Halbjahresumsatz legt leicht zu

Die Rapid Holding informiert in einer Medienmitteilung über den Geschäftsverlauf im ersten Semester. Demnach nahm der Nettoerlös um 0.4 Mio. CHF auf 31.5 Mio. CHF zu. Das Betriebsergebnis war dagegen leicht rückläufig, konkrete Zahlen wurden allerdings nicht genannt.

Die Gründe für das gebremste Wachstum liegen auf der Hand. Trotz einer weitsichtigen Lagerbewirtschaftung kam es in der Landwirtschafts- und Kommunaltechnik zu Verzögerungen bei der Materialbeschaffung. Dadurch verschob sich die Abwicklung von einigen Verträgen ins zweite Halbjahr. Der Auftragsbestand erhöhte sich dadurch und einen fortgesetzt starken Auftragseingang auf ein «unüblich hohes Niveau», wie es im der Medienmitteilung heisst.

Preiserhöhungen greifen im zweiten Halbjahr

Die Preise wurden in der Landwirtschafts- und Kommunaltechnik bereits angehoben, was sich allerdings zum grösseren Teil erst im zweiten Halbjahr in den Zahlen niederschlagen wird. Angesichts des hohen Auftragsbestandes und der zunehmenden Bestelltätigkeit der Kunden erwarten CEO und Verwaltungsrat eine weiterhin hohe Nachfrage für die Produkte und Dienstleistungen der Rapid-Gruppe.

Breite Produktpalette

Inzwischen geht es nicht mehr nur um die Einachs-Geräte, für die Rapid bekannt ist, sondern um eine recht breite Produktpalette für Land- und Kommunalwirtschaft, Landschaftspflege und Gartenbau. Ob Futterernte, Mähtechnik, Bodenbearbeitung, Reinigung oder Sonderanwendungen, die Rapid-Gruppe bietet vielfältig kombinier- und veränderbare Maschinen für die meisten relevanten Einsatzgebiete. Inzwischen sind die Darstellung und Präsentation der Maschinen auf der Homepage sehr viel anschaulicher und ausführlicher geworden.

Mehr Informationen für Investoren auf der Homepage

Der Relaunch der Homepage ist generell positiv zu bewerten, denn nicht nur Kunden, sondern auch Investoren können jetzt viel besser verstehen, was die Unternehmen der Rapid-Gruppe machen, und auch, wie sie es machen. Auf der Seite Vision und Mission wird kurz und prägnant definiert, was die Ziele und die Werte der Gesellschaft sind und welchen Stellenwert Qualität, Effizienz, Sicherheit, grüne Technologien, die Elektrifizierung des Maschinenparks und die Reduzierung von Lärm- und Abgasemissionen haben.

Contract Manufacturing en detail

Auch die genauere Vermittlung der Kompetenzen und Chancen im Contract Manufacturing ist aus Investorensicht zu begrüssen. Bisher war nur wenig über den jungen Geschäftsbereich bekannt gemacht worden, etwa, dass die Aufträge aus der Elektro- und Halbleiterindustrie sowie von den Eisenbahnunternehmen kommen. Jetzt werden die Kernkompetenzen verständlich vermittelt, die Dienstleistungen spezifiziert und zahlreiche Kunden aus den unterschiedlichen Industrien benannt, darunter ABB, Daimler, Liebherr, Bombardier, Stadler Rail, Komax, VAT Group und Rieter.

Strukturelles Wachstum im Contract Manufacturing

Der Geschäftsverlauf im Contract Manufacturing ist zwar zeitweilig extrem zyklisch, doch unverkennbar von einem langfristigen strukturellen Wachstum geprägt. Die Anwendungen reichen vom Anlagenbau über Komponenten für Batterien in der Elektromobilität bis hin zur Luft- und Raumfahrt. Das Rührreibschweissen bringt überall da Lösungen, wo es darum geht, unterschiedliche Metalle und Legierungen in allerhöchster Qualität mit- oder aufeinander zu verschweissen.

Rapid produziert Kühlplatten auch für die Batteriewerk Schweiz AG, deren Hochleistungsbatterien INDIVIDUA 133 in Nutzfahrzeugen eingesetzt werden. Bild: rapid.ch

Im ersten Semester 2022 erreichten Auftragseingang und -bestand historische Höchstwerte. Der Nettoerlös stieg gegenüber der Vorjahresperiode und machte damit den leicht rückläufigen Umsatz in der Landwirtschafts- und Kommunaltechnik mehr als wett. Dennoch machen sich auch im Contract Manufacturing die steigenden Preise für Material und Energie durch Druck auf die Marge bemerkbar. Dem wird mit Produktivitätssteigerungen und Preiserhöhungen entgegengewirkt. Der Ausblick bleibt nach dem Auftragseingang und -bestand zu urteilen positiv.

Fazit

Management und Verwaltungsrat sind zuversichtlich, dass die Umsatz- und Ertragsziele bis zum Jahresende erreicht werden. Durch die Verschiebung von Aufträgen ins zweite Halbjahr könnte dieses stärker als üblich ausfallen. Auch die mittel- und langfristige Perspektive erscheint vielversprechend. Beide Geschäftsbereiche profitieren von steigender Nachfrage. Da die operativen Einheiten die steigenden Kosten an die Kunden weitergeben können, dürfte der aktuelle Margendruck vorübergehender Natur sein. Wenn auch das KGV optisch hoch erscheint, die Dividendenrendite von 3,1% und das EV/EBITDA-Multiple von 7,2 zeigen eine eher attraktive Bewertung.

Die Aktien werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden Preise von 470 CHF je Aktie bezahlt; der Rückgang des Geldkurses seit Jahresbeginn fiel nur moderat aus.

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