Schweizer Aktien Favoriten 2022: Jahresrückblick

Performance der Favoriten bleibt mit durchschnittlich -6,8% rosarot

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Die Performance der Favoritenliste von schweizeraktien.net trotzte dem Sturm und zeigte sich 2022 relativ stark. Bild: stock.adobe.com

Wie gewonnen, so zerronnen? Nicht unbedingt, wenn Plus und Minus über die Jahre aufgerechnet werden. Während der Small- und Mid-Cap Index SPIEXX 2022 um ernüchternde 25,3% verloren hat, zeigt die Performance der Favoritenliste von schweizeraktien.net zum Jahresende ein vergleichsweise rosarotes Ergebnis von -6,8%. Im Vorjahr war eine positive Durchschnittsentwicklung von 25,9% erreicht worden. Ein Grund für die relativ moderaten Verluste im vergangenen Jahr ist die hohe Gewichtung von ausserbörslich gehandelten Aktien, ein anderer die Aktien-Auswahl.

Abgesehen vom indischen Sensex-Index mit einer positiven Performance von 4,4% liegen alle wichtigen Aktienmärkte 2022 kräftig im Minus. Indizes mit hochkapitalisierten Aktien wie Dow-Jones mit -9,1%, Nikkei mit -9,4% und DAX mit -12,3% hielten sich noch am besten. Doch der breiter gefasste S&P 500 verlor 19,8%, der Nasdaq sogar 33,5%. Gut geschlagen hat sich der ausserbörsliche Aktienmarkt in der Schweiz. Der OTC-X Liquidity Index liegt nur 5,6% unter dem Vorjahresniveau.

Anker der Stabilität – OTC-X Aktien

Die vier ausserbörslich gehandelten Aktien der Favoritenliste 2022 verzeichnen eine durchschnittliche Wertentwicklung von -1%. Weiss & Appetito sowie SSE Holding, die erst im November auf die Liste genommen worden war, verzeichnen sogar positive Vorzeichen. Bei Rapid Holding handelt es sich um Schwankungen, bei Griesser Holding gab der Kurs jedoch über Monate hinweg leicht nach.

Schwankungen im Kurs der Aktie von Rapid Holding. Chart: otc-x.ch
Dispositionen im Jahresverlauf

Per Ende September war die Favoritenliste um insgesamt drei Aktien bereinigt worden, darunter die OTC-X-Valoren Weleda und Plaston Holding. Beide Aktien liegen inzwischen etwas tiefer. Beide Aktien befanden sich ebenso wie die der Griesser Holding längere Zeit auf der Favoritenliste, sodass die Performance insgesamt jeweils positiv ausfällt.

Die Trennung von Logitech war schlecht im Timing. Der Kurs erholte sich seitdem. An der Börse kommt es jedoch eher darauf an, in Summe halbwegs richtig zu liegen, als im Einzelfall die besten Zeitpunkte zu erwischen. Fehler sind fast unvermeidlich und deshalb auch kein Weltuntergang oder Grund für Versagensgefühle. Vielmehr geht es darum, aus Fehlern zu lernen und sie möglichst nicht zu wiederholen. Bei Logitech besteht die Lektion darin, sich von übermässig populären Aktien fernzuhalten, da deren Kursbildung von zu vielen irrational handelnden Akteuren beeinflusst wird.

Kontinuität

Keiner der an der SIX kotierten Aktienfavoriten für 2023 ist besonders populär oder ein Liebling der Banken und sonstigen Börsenratgeber, auch wenn Komax und Barry Callebaut vereinzelt auf solchen Listen genannt werden. Bossard, die im Juni 2022 auf die Favoritenliste von schweizeraktien.net genommen wurde, ist die dritte kotierte Aktie, die aus dem Vorjahr für 2023 übernommen wird.

Komax mit positivem Vorzeichen

Komax zeigt als einziger Favorit unter den kotierten Aktien eine positive Performance, wenn auch nur 1,8%. Die Fusion mit der Schleuniger Group ist mittlerweile vollzogen, die Guidance für 2022 wurde von dem Unternehmen angehoben.

Komax wies 2022 eine leicht positive Performance von 1,8% auf. Chart: six-group.com
Grösster Verlierer: Idorsia

Ein wenig enttäuschend war die Performance von Idorsia, die mit -28% als einzige Aktie der Favoritenliste schlechter als der Vergleichsindex SPIEXX lief. Es gab zwar erste Zulassungen und Umsätze aus eigenen Produkten, doch fallen die bislang noch überschaubar aus. Fast alle Biotech-Aktien an der SIX haben mit Jahresverlusten bis zu mehr als 90% wie bei Addex und Obseva weit schlechter performt als Idorsia. Dennoch bilden die stark veränderte Zinslandschaft und die Flucht der Marktteilnehmer in sichere Häfen kein konstruktives Umfeld für noch nicht fest etablierte Biotech-Unternehmen wie Idorsia.

Ypsomed erleidet Kursknick

Bei Ypsomed lief alles in die richtige Richtung, bis der Partner Eli Lilly die Kooperation aufkündigte. Der steile Anstieg der Aktie im Vorfeld dieser Entscheidung vom November war erfreulich, kam dann jedoch zu einem jähen Ende. Der Kursrutsch blieb jedoch im Rahmen des Erträglichen. Die Perspektive für das etablierte und stark wachsende Geschäft mit Pens und Autoinjektoren hat sich dadurch nicht geändert. Kurzfristig fehlt jedoch der Trigger, der die Aktie in neue Kurshöhen führen könnte. Unter dem Strich brachte das Jahr 2022 der Ypsomed-Aktie eine Performance von -9,4%.

Relative Performance

Bei den fünf kotierten Aktien belief sich die Durchschnittsperformance in 2022 auf -11,4%. Zusammen mit den vier OTC-X-Valoren errechnet sich somit eine durchschnittliche Wertentwicklung von -6,8%. Kein Grund zum Jubeln, aber relativ zu den Referenzindizes oder den Ergebnissen von Small- und Mid-Cap-fokussierten Anlagevehikeln scheint das Ergebnis doch ganz passabel zu sein. Entscheidend für den langfristigen Erfolg an der Börse ist es, in Hausse-Phasen möglichst überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen, jedoch in Baisse-Phasen möglichst wenig zu verlieren.

2 KOMMENTARE

    • Vielen Dank für den Hinweis. In der Fusszeile der Tabelle ist das Datum aufgeführt, an dem die zwei neuen Titel in die Favoritenliste aufgenommen wurden. Der Kurs stammt jeweils von diesem Datum. Wir haben die Tabelle noch um einen Hinweis auf die Fussnote ergänzt.

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