Immobilienmarkt Schweiz: Wohneigentum boomt weiter, Risiken bei Mehrfamilienhäusern nehmen zu

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Dem Schweizer Immobilienmarkt gehe es derzeit noch gut, sagt der Immobilienexperte und Wirtschaftsprofessor Donato Scognamiglio in seinem neuesten Videokommentar zum Schweizer Immobilienmarkt. Als Gründe für die gute Verfassung nennt er die niedrigen Zinsen und den daraus entstandenen Anlagedruck, der sich insbesondere auch auf die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern positiv ausgewirkt hat. Die Frage sei, wie lange es noch gut gehe. Tendenziell zunehmende Leerstände, sinkende Mieten und ein möglicherweise weiter sinkender Referenzzinssatz seien die Risiken, die sich am Horizont abzeichnen würden.

Transaktionspreise für Mehrfamilienhäuser steigen nur leicht

In seinem Videokommentar geht Scognamiglio auch auf die konkrete Entwicklung der Märkte ein. Im 4. Quartal betrug die Wachstumsrate für Mehrfamilienhäuser (MFH) 0.2 % (Vorquartal: 0.0 %). Auf Jahresbasis betrachtet ist die Wachstumsrate mit 0.2 % leicht gestiegen (Vorquartal: -0.1 %). Die Performance der MFH beträgt im 4. Quartal 1.1 % (Vorquartal: 0.9 %). Auf Jahresbasis betrachtet beträgt die Performance 3.8 % (Vorquartal: 3.5 %).

Unvermindertes Wachstum bei Eigentumswohnungen

„Im Markt für Wohneigentum beobachten wir seit einiger Zeit unverminderte Wachstumsraten für Eigentumswohnungen“, sagt Donato Scognamiglio, der auch CEO des Beratungsunternehmens IAZI AG. ist. Ein Grund für diese Entwicklung liege in der anhaltenden Nachfrage der aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Babyboomer-Generation. Hinzu käme die wachsende Anzahl von Single-Haushalten und die der nicht traditionellen Lebensgemeinschaften, welche oft über eine hohe Kaufkraft verfügen. Zudem seien Eigentumswohnungen (EWO) als Anlagevehikel immer noch stark gesucht.

Die Wachstumsrate für EWO ist im 4. Quartal mit 0.5 % positiv. Allerdings ist das Wachstum geringer ausgefallen, verglichen mit dem 3. Quartal (+1.5 %). Auf Jahresbasis betrachtet beträgt die Wachstumsrate 3.9 %.

Die Wachstumsrate für Einfamilienhäuser (EFH) ist im 4. Quartal mit 0.8 % leicht gestiegen (Vorquartal: 0.7 %). Auf Jahresbasis betrachtet beträgt das Wachstum 1.5 %.

Genf verliert, Zürich mit überdurchschnittlichem Wachstum bei EWO

Auf Jahresbasis betrachtet verzeichnet der Kanton Genf bei den Eigentumswohnungen ein Nullwachstum (0.0 %), während der gleiche Kanton bei den Einfamilienhäusern mit -2.6 % die tiefste negative Wachstumsrate aufweist. Im Vergleich dazu weist Zürich bei den Eigentumswohnungen auf Jahresbasis betrachtet mit 5.1 % eine überdurchschnittliche Wachstumsrate auf, während für den gleichen Kanton bei den Einfamilienhäusern die Wachstumsrate 2.9% beträgt.

Inflation und steigende Zinsen denkbar

Am Schluss seines Videokommentars sagt Scognamiglio, dass er aufgrund der bisher bekannt gewordenen Pläne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine zunehmende Inflation und damit auch wieder steigende Zinsen erwartet – auch in der Schweiz. „Ich weiss, dass niemand damit rechnet“, so der Berner Wirtschaftsprofessor. Aber mit Trump als US-Präsident habe schliesslich auch niemand gerechnet.

Während Wohneigentum weiter gefragt ist, stagnierenden die Preise von Renditeliegenschaften. Quelle: IAZI
Während Wohneigentum weiter gefragt ist, stagnieren die Preise von Renditeliegenschaften. Quelle: IAZI
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