Immobilienanlagen im Fokus: unsichere Zeiten

Immobilienanlagen zeigen sich widerstandsfähig, doch neue Risiken zeichnen sich ab

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Stabilität im Inland trifft auf ein von Unsicherheit geprägtes globales Umfeld. Bildquelle: KI-generiert (DALL·E, OpenAI)

Im Iran-Konflikt gilt derzeit eine verlängerte Feuerpause. Meldungen über eine mögliche Öffnung der strategisch wichtigen Handelsroute durch die Strasse von Hormus erwiesen sich bislang als wenig stabil. Die Durchfahrt bleibt stark eingeschränkt, da beide Konfliktparteien durch militärische Präsenz Einfluss auf den Schiffsverkehr nehmen. Entsprechend bleibt die Verunsicherung unter den Anlegern hoch. Dennoch konnten sich die internationalen Aktienmärkte nach dem ersten Schock wieder erholen und teils nennenswerte Kursgewinne verzeichnen.

Seit dem 20. März 2026 legte der SPI um rund 7,5% zu und kommt nun wieder auf eine Jahresperformance von +1,46%. Noch ausgeprägter waren die Kursbewegungen beim US-Aktienindex S&P 500. Nach Kriegsbeginn verlor der Index bis zum 30. März 2026 rund 8% an Wert; seither hat sich die Jahresperformance von -7.07% (Total Return) auf einen neuen Höchststand von +4,63% (TR) verbessert.

REAL Index

Auch die Schweizer Immobilienaktien konnten sich nach den Kursverlusten in der ersten Märzhälfte teilweise erholen. Vom Zwischentief am 20. März 2026 (+7,04% YTD) stieg der REAL Index auf aktuell 5’023.84 Punkte, was einer Performance von +11,14% entspricht. Ende Februar lag dieser Wert noch bei +14,66%. Eine vergleichbare Entwicklung war auch bei den europäischen Immobilienaktien zu beobachten, allerdings mit ausgeprägteren Kursschwankungen.Während der EPRA Index Ende Februar eine Jahresperformance von +10,8% aufwies, lag der Wert einen Monat später bei -6,97%. Im Zuge der jüngsten Kurserholung verbesserte sich die Performance wieder auf +2,25% (nicht währungsbereinigt).

SWIIT Index

Die Kurserholung hielt auch bei den kotierten Immobilienfonds an. Infolge der Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen erreichte der SWIIT Index am 14. April 2026 ein neues Allzeithoch von 615,91 Punkten (+2,43% YTD). Die positive Kursentwicklung wurde zuletzt durch eine geringe Liquiditätsnachfrage am Primärmarkt begünstigt. Doch dürfte es sich dabei nur um eine temporäre Phase handeln, denn in den kommenden Tagen und Wochen ist mit einem deutlich steigenden Kapitalbedarf zu rechnen. Bis zum Quartalsende sind Kapitalerhöhung im Volumen von über 800 Mio. CHF geplant; weitere Ankündigungen dürften folgen.

Verschärfung der Lex Koller

Mitte April 2026 hat der Bundesrat eine Gesetzesanpassung zur Verschärfung der Lex Koller in die Vernehmlassung geschickt. Die vorgeschlagenen Änderungen sehen vor, den Erwerb von Grundstücken in der Schweiz durch Personen im Ausland weiter einzuschränken und ihnen künftig den Erwerb von Anteilen an kotiertenn Wohnimmobiliengesellschaften sowie von regelmässig gehandelten Anteilen an Immobilienfonds und Immobilien-SICAVs zu erschweren oder verunmöglichen. Die im Auftrag des Bundes erstellte Regulierungsfolgenabschätzung von Fahrländer Partner ergab, dass die geplanten Massnahmen die bestehenden Probleme auf dem Wohnungsmarkt eher ver- als entschärfen dürften. An den Aktienmärkten blieb eine nennenswerte Reaktion bislang aus. Weder die kotierten Schweizer Immobilienaktien (REAL Index) noch die Schweizer Immobilienfonds (SWIIT Index) verzeichneten im Zuge der Ankündigung signifikante Kursbewegungen.

Text: Thomas Marti und Florian Lemberger, SFP Swiss Finance & Property Group

Der Artikel in der Rubrik «Immobilienanlagen im Fokus» erscheint in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Immobilien-Magazin Immobilien Business.

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