Rapid Holding: Kräftige Erholung im ersten Semester durch Innovationsführerschaft

Umsatzanstieg von 17% im ersten Halbjahr 2021

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Obwohl die Rapid Holding als Hersteller von Investitionsgütern zunächst hart von der Virus-Pandemie und den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen war, gelang es sehr gut, den zyklischen Aufschwung des zweiten Halbjahrs 2020 auch im bisherigen Jahresverlauf 2021 zu verstetigen. Umsatz und Auftragseingang stiegen stark. Alle Geschäftsbereiche inklusive dem Contract Manufacturing profitieren vom Aufwind. Wie läuft es mit der Integration der beiden Akquisitionen von 2019, und wie sind die weiteren Kursperspektiven?

Innovative Lösung zugunsten des Klimas: der erste vollständig elektrisch betriebenen Einachser «Rapid URI«. Bild: rapid.ch

Überraschend deutlich erhöhten sich die Nettoerträge im ersten Halbjahr um 17% auf 31.1 Mio. CHF. Dies wird in der Medienmitteilung von Rapid auf den guten Auftragseingang zurückgeführt. Traditionell fällt allerdings das erste Geschäftshalbjahr stärker als das zweite aus. Auch das Betriebsergebnis „liegt deutlich über der Vergleichsperiode des Vorjahres“, wie es ohne weitere Spezifizierung in der Aktionärsinformation heisst.

Preissteigerungen und Preisanhebungen

Das Unternehmen weist jedoch auch auf die gestiegenen Preise für Rohstoffe hin sowie die erschwerten Beschaffungsbedingungen. Offenbar haben die Preisanhebungen von Rapid die Kunden in der Land- und Kommunalwirtschaft aber nicht von einer Steigerung der Bestellungen abgehalten. Das gilt speziell für den Export in die EU-Länder, wo sich die Belebung besonders kräftig gestaltet. Zu berücksichtigen ist dennoch, dass das erste Halbjahr 2020 durch die Pandemie-Bedingungen eine tiefe Vergleichsbasis bietet. In der Schweiz waren die Auswirkungen der Pandemie auf den Geschäftsgang vor allem wegen der fast unveränderten Nachfrage aus der Landwirtschaft nur gering, während die kommunal geprägten Exportmärkte Deutschland und Frankreich durchwegs stärker in Mitleidenschaft gezogen waren.

Innovation „Rapid URI“

Innovationsführerschaft und eine starke Marktstellung in den bearbeiteten Märkten sind wesentliche Bestandteile der langfristig verfolgten Strategie. Mit der Markteinführung des ersten vollständig elektrisch betriebenen Einachsers „Rapid URI“ zeigt das Unternehmen, dass es Lösungen für die Probleme des Klimawandels schaffen kann. Der innovative Elektro-Einachser reduziert die Lärmemissionen stark und bringt die CO2-Emissionen auf null! Das muss auf starkes Interesse im Gartenbau und in der Kommunalwirtschaft stossen. Die Zielsetzungen der europäischen Länder zur Reduzierung des Treibhausgase sind ambitioniert, gerade die Kommunen können und sollten mit dem Vollzug der Energiewende in ihrem Einflussbereich ein starkes Signal an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft senden.

Synergien

Auftriebskräfte spüren auch die beiden Zukäufe Brielmaier und KommTek. Die Synergien entwickeln sich, zumal unter dem Einfluss der Pandemie, erst allmählich. Doch das war von vornherein klar. Wie der Vize-VR Florian Kaufmann im Juni 2020 im schweizeraktien.net Interview ausführte, braucht es Zeit, um die Integration und Optimierungen zu vollziehen. Doch wie vorhergesagt, zeigen sich nun die positiven Effekte in 2021. KommTek konzentriert sich auf Vertrieb und Service der Kernprodukte der Rapid-Gruppe in Deutschland und trägt mit der Expertise im Autonomen Fahren dazu bei, die Einsatzgebiete des Einachsers auszuweiten. Brielmaier nutzt das historische Vertriebsnetz und erzielt durch die Reorganisation Synergie-Effekte. Durch die hinzugekommenen Produktionsstandorte in Deutschland und Rumänien wird zudem der Frankenstärke und ihren bilanziellen Effekten entgegengewirkt.

Contract Manufacturing mit starker Erholung

Besser als vom Rapid Management vor einem Jahr erwartet, hat sich der schwer von der Covid-Rezession betroffene Bereich Contract Manufacturing bisher entwickelt. Die Fertigungsaufträge für Industriekunden haben sich im ersten Semester signifikant erholt, wie das Unternehmen rapportiert. Speziell die Nachfrage des Bahnbereichs sei zurückgekommen. Mehrere Rahmenverträge seien abgeschlossen worden.

Vision der Zukunft

Der Ausblick des Unternehmens ist für das Gesamtjahr zuversichtlich. Die Kapazitäten sind gut ausgelastet, der Auftragsbestand stimmt optimistisch. Die Zukunft des Unternehmens wird in autonom fahrenden und elektrisch betriebenen Geräten gesehen. Nachhaltigkeit des Wirtschaftens nimmt einen hohen Rang ein. Konkret fokussiert sich Rapid auf die Senkung der Emissionen und die Reduzierung des Gewichts der Geräte.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie spiegeln sich im Aktienkurs von Rapid wider. Chart: money-net.ch
Fazit

Der geschäftliche Turnaround nach dem relativ kurzen Covid-Knick im Frühjahr und Sommer 2020 ist der Rapid Holding eindrucksvoll gelungen. Trotz Pandemie gelang es, den Unternehmensgewinn in 2020 um 80% zu steigern. So weit erkennbar, halten die konjunkturellen Auftriebskräfte auch im laufenden Jahr an. Das lässt durchaus eine weitere Erhöhung des Unternehmensgewinns und möglicherweise dann auch eine Dividendenerhöhung erwarten. Auf Basis der zuletzt ausgeschütteten 15 CHF je Aktie errechnet sich eine Dividendenrendite von immerhin 3,1%. Das Unternehmen ist mit einer Eigenkapitalquote von 73,3% solide finanziert. Die gewinnbezogenen Kennzahlen fallen zwar immer noch optisch hoch scheinend aus; geht jedoch die Wachstumsstrategie des Marktführers in der Nische auf, sind auf mittlere Sicht auch wesentlich höhere Gewinne und damit auch Dividenden erzielbar. Der Aktienkurs hätte dann durchaus noch erheblichen Spielraum nach oben.

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